Andrea Camilleri: Berühre mich nicht

Eine junge Frau ist verschwunden. Freiwillig, ist sie entführt worden oder Opfer eines Verbrechens geworden? Was sich nach einem neuen Fall von Antonio Camilleris Kommissar Montalbano anhört, ist aber kein Krimi, sondern ein psychologischer Kurzroman. „Berühre mich nicht“ heißt das neue Buch des italienischen Bestseller-Autors, und dieser Titel ist einem Fresco von Angelico entlehnt, das die Szene zwischen Maria Magdalena und Jesus kurz nach der Auferstehung zeigt. „Berühre mich nicht“, soll Jesus da gesagt haben.

Die 35-jährige Laura, die Heldin von Camilleris Roman, hat über diese Fresken promoviert, ist aber nun Schriftstellerin und lebt mit dem 34 Jahre älteren Autor Mattia zusammen. – Bis sie plötzlich aus Florenz verschwindet. Laura legt Spuren in Padua, Pisa, Venedig und Madrid, lässt eine Handtasche verschwinden, stößt ihr Auto in eine Schlucht, schreibt Briefe und schickt Päckchen. Auf eine Kunstreise nimmt Camilleri seine Leser auf Spuren der Fresken mit. Bis zum Finale in London. Laura ist eine komplexe Person, entsprechend komplex ist dieser Roman und genauso spannend wie ein Montalbano-Krimi.

Andrea Camilleri: Berühre mich nicht.
Verlag Nagel & Kimche, Juli 2017.
160 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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