Stephanie Lang von Langen: Entspannt mit Hund

Das Buch der Tierpsychologin Stephanie Lang von Langen beschäftigt sich hauptsächlich mit der Frage nach der Work-Life-Balance des Hundes. Ist schon richtig, manche Hunde haben einen engeren Terminplan als mancher Manager. Es gibt Rassen, die machen das ohne murren mit – meiner zum Beispiel nicht. Der zeigt schon sehr deutlich, wenn er keine Lust mehr hat, allerdings darf er das auch und ich höre drauf. Stephanie Lang von Langen erklärt das entspannte zusammenleben anhand der fünf Grundbedürfnisse des Hundes (fünf Grundbedürfnisse des Hundes (Ruhe, Bewegung, Bindung, Beschäftigung und Spiel), man muss ihr nicht an jeder Stelle zustimmen, aber es ist auf jeden Fall interessant zu lesen. Weiterlesen

Reiner Strunk: Der Dolch des Patriarchen

Es ist bereits der zweite Kirchenkrimi, den Reiner Strunk veröffentlicht. Der 1941 geborene promovierte Theologe schafft es, eine gesellschaftspolitisch relevante Situation in Form einer fiktionalen Kriminalgeschichte zu präsentieren.

Unvermittelt stürzt dem Protagonisten der Geschichte, dem Gemeindepfarrer Beermann, ein Kommilitone aus alten Tagen vor die Füße. Der Dolch, der in dessen Rücken steckt, macht dem Pfarrer schlagartig klar, dass er zum zweiten Mal als Ermittler gefordert ist. Erst einige Tage zuvor hatte das Opfer, Thomas Wackernagel, am Rande eines Promotionstreffens dem Pfarrer einen Besuch angekündigt. Eine Kontaktaufnahme, die tödlich endet. Schnell gerät der Pfarrer in den Bann einer Geschichte, deren Tragweite er zunächst nicht erkennt. Weiterlesen

Jón Gnarr: Der Outlaw – Eine isländische Jugend am Rande der Gesellschaft

Jón Gnarrs Werdegang ist mehr als abenteuerlich: Problemkind, Punker, Anarchist, Radiokomiker, Gründer der „Besten Partei“ Islands, Oberbürgermeister von Reykjavik. Nach seiner Biografie „Indianer und Pirat“ setzt diese Autobiografie in einer schmerzlichen Zeit an: Jón landet in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche. Der Vierzehnjährige hadert mit den Regeln des Schulsystems, doch er findet etwas Zugehörigkeit. Unter Islands verlorenen Kindern ist er nicht mehr länger ein Mobbingopfer. Er ist der coole „Jonsi-Punk“.

Die Jugendanstalt in Núpur liegt am Rande der Welt, umgeben von Meer, Felsen und meterhohen Schneehügeln. Hier wären Gitter vor den Fenstern gar nicht nötig, da es nichts gibt, wohin die Jugendlichen flüchten könnten. An diesem Ort verbringt Jón zwei Jahre seines Lebens. Tapfer gilt es, verdorbenen Walgulasch hinter zu würgen und sich morgens den Weg frei zu schippen. Weiterlesen

Kristina Pfister: Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten

Es sind die wohl größten Lehrjahre des Lebens: Jener schwerelose Raum zwischen Jugend und Erwachsenendasein. Für viele eine aufregende Zeit des Aufbruchs. Für andere jedoch eine Zeit voller Selbstzweifel und Stagnation. Die 24-jährige Annika gehört zur letzteren Gruppe. Sie hat ihr Studium beendet, macht sinnlose Praktika, weiß nicht wohin mit sich. Ihren gleichaltrigen Freundinnen scheint es wesentlich besser zu gehen: Facebook-Schnappschüsse von exotischen Auslandsaufenthalten, tollen Jobs und neuen Liebschaften führen Annikas eigenes Versagen vor Augen. Sie zieht sich immer mehr zurück. Bis sie eines Tages ein ungewöhnliches Mädchen kennenlernt, dass ihrem Leben eine neue Richtung gibt. Weiterlesen

Jacques Berndorf: Eine Reise nach Genf (1993)

Man muss schon eine Autoren-Institution sein, um erleben zu dürfen, dass seine Werke mehrfach und in verschiedenen Verlagshäusern neu herausgebracht werden. Jaques Berndorf, 1936 in Duisburg geboren, darf dies für sich in Anspruch nehmen. Aus Anlass seines 80. Geburtstags bringt der KBV Verlag frühe Werke Berndorfs als Neuauflage heraus, was sicherlich auch einer Verbeugung vor dem Lebenswerk des Autors gleichkommt. Dazu gehört u.a. auch „Eine Reise nach Genf“.

Jaques Berndorf, dessen erzählerische Bühne in der Eifel steht, konfrontiert seinen Protagonisten Siggi Baumeister mit einem realen Fall. Die meisten der Berndorf-Leser haben das Bild des toten Uwe Barschel in der Badewanne eines Genfer Hotels sofort vor Augen. Weiterlesen

Bill Clegg: Fast eine Familie

Jeder kennt jeden in dem kleinen Provinznest Wells in den USA. Die Bewohner sind „Fast eine Familie“. Und als eine Tragödie geschieht, hat jeder irgendwie damit zu tun.

Einen herzzerreißenden Roman über abgrundtiefe Trauer, Mitgefühl, Mitmenschlichkeit und Einsamkeit ist dem Amerikaner Bill Clegg mit dem Buch „Fast eine Familie“ gelungen. Dieser Debütroman des Autors stand wochenlang auf den Bestsellerlisten in den USA; jetzt ist er in deutscher Übersetzung erschienen.

Es ist ein unendliches Leid, das die 50-jährige June erlebt: Am Vorabend der Hochzeit ihrer Tochter kommen die Braut, ihr Bräutigam, der Vater der Braut und Junes neuer Lebenspartner Weiterlesen

Patrick Flanery: Ich bin niemand

Sehr viel innerer Monolog, wenig Handlung – auf diesen kurzen Nenner lässt sich der Roman „Ich bin niemand“ des 1974 geborenen US-amerikanischen Autors Patrick Flanery bringen.

Ein Geschichts-Professor, der an der New York University lehrt und das zuvor zehn Jahre lang in Oxford getan hat, erhält plötzlich seltsame Pakete, die ihm zeigen, dass sein Leben komplett überwacht wird. Doch warum geschieht das? Er ist doch – in Anlehnung an den Titel – „ein Niemand“. Hängt es möglicherweise mit einer Affäre zusammen, die er mal mit einer ägyptischen Studentin hatte? Weiterlesen

Gilly Macmillan: Perfect Girl

Ich muss zugeben, bezüglich dieses Buches bin ich sehr zweigeteilt. Auf der einen Seite ist es ein gut aufgebauter Thriller mit einer starken Protagonistin. Auf der anderen Seite gefällt mir die Botschaft nicht.

Zoe Maisey gibt ihr erstes Konzert als Pianistin in ihrem neuen Leben. Am nächsten Morgen ist ihre Mutter tot. Das ist kein Spoiler, das steht auf den ersten Seiten. Im folgenden wird erst Zoes Leben auf den Prüfstand gestellt und anschließend das ihrer ganzen Familie. Die Familie ist zum Teil angeheiratet. Vor drei Jahren hatte Zoe nämlich einen Autounfall, an dem sie schuld war und bei dem drei ihrer Mitschüler starben. Sie war betrunken und hat ihre Strafe bereits abgesessen. Ihre ursprüngliche Familie ist allerdings daran zerbrochen. Ihre Mutter hat wieder geheiratet, einen Witwer mit einem Sohn in Zoes Alter, der auch Klavier spielt. Sie dürfen nicht erfahren, was damals geschehen ist. Der Grund dafür zeigt sich erst am Ende des Buches, bis dahin glaubt man nur, ihre Mutter würde sich für Zoe schämen. Weiterlesen

Wolfgang Thon: Blutiges Land

Wir befinden uns mitten im Dreißigjährigen Krieg. Wallenstein hat im Auftrag des katholischen Königs gerade die protestantischen Horden des Dänenkönigs in Lütten geschlagen, der Sieg scheint in greifbarer Nähe zu sein. In einem kleinen Kaff abseits des Kriegsgeschehens lebte man bislang friedlich. Bis eines Tages Reisende vorbeikommen. Die ersten, Protestanten mit einem Juden im Gepäck sind auf der Flucht, die Anderen, Katholiken versuchen die Flüchtigen einzufangen. Beide aber gehen mit den Bewohnern der Region nicht eben pfleglich um. Die Zeit, der Krieg und die damit verbundene Verrohung hat seinen Tribut gekostet – der geschliffene Stahl ist ebenso schnell gezogen, wie die Arkebuse abgefeuert. Weiterlesen

Steven James: Das tote Mädchen

Daniel ist 16 Jahre alt, als eine Mitschülerin, die 14-jährige Emily, tot am örtlichen See gefunden wird. Als er mit seinem Vater, dem Sheriff, auf die Beerdigung geht, passiert etwas Seltsames. Daniel glaubt zu sehen, wie sich das tote Mädchen aus ihrem Sarg erhebt und ihn laut darum bittet, ihren Tod aufzuklären! Überwältigt fällt Daniel in Ohnmacht, muss jedoch kurze Zeit später vorstellen, dass nur er die seltsamen Vorkommnisse bemerkt hat. Ist das alles wirklich nur in seiner Fantasie passiert? Auch seine Mitschülerin Stacy scheint an Emilys Tod interessiert und so beginnt Daniel mit eigenen Recherchen zu Emilys Todesumständen. Weiterlesen