Loel Zwecker: Vom Anfang bis heute: Eine kleine Geschichte der Welt

Loel Zwecker schafft in seinem neusten Sachbuch „Vom Anfang bis heute: Eine kleine Geschichte der Welt“ einen Schnelldurchlauf durch die Weltgeschichte. Man lernt alle wichtigen Herrschervölker der letzten Jahrtausende kennen, erfährt am Rande einige wichtige Fakten über die Evolution und zahlreiche Erfindungen, für die dann im späteren Verlauf der Mensch zuständig war oder welche er gar durch Zufall entdeckte. Wissen Sie bereits, wer das Parfüm erfunden hat? Nein? Loel Zwecker kann da weiterhelfen …

Dabei ist der Schreibstil nicht lehrbuchhaft und langweilig, sondern im Gegenteil spritzig, teils witzig und auf jeden Fall lebendig. In diesem Buch kann man sehr schnell historisches Wissen ansammeln. Weiterlesen

Mirko Bonné: Lichter als der Tag

Dies ist eine Geschichte von vier Kindern, die zusammen ihre Teenager – und Jugendzeit meist in einem verwilderten Garten verbringen und, bei aller Freundschaft,  den falschen Weg einschlagen, bzw. alle die Abzweigung verpassen oder nie wirklich nach den Möglichkeiten, die das Leben sonst so bietet, gesucht haben. Hört sich kompliziert an, ist es auch und in den Auswirkungen katastrophal. Als sich die vier, Raimund und Moritz auf der einen – und Inger und Floriane auf der anderen Seite, als Erwachsene für die jeweils falsche Partnerschaft entscheiden, bleibt nur noch eine kurze Strecke und alle Freundschaft ist auf Ewigkeiten zerrüttet.

Schlimme Versuche alles im Geheimen wieder gut zu machen, enden depressiv. Das eine ungleiche Paar, Raimund und Floriane, bekommen sogar noch zwei Kinder zusammen, die, jedes auf seine Art, der Entzweiung der Eltern trotzen. Schlichtweg verrückt ist die Schwangerschaft von Inger, Weiterlesen

Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte

Am Morgen des 3. Mai 1977 kommt die sechzehnjährige Lydia nicht zum Frühstück. Das Bett in ihrem Zimmer ist unberührt. Wohin sie gegangen ist und warum sie nie zurückkehren wird, bleibt für ihre Familie teilweise ein Rätsel. Die Eltern James und Marilyn, ihr Bruder Nath und ihre kleine Schwester Hannah müssen lernen, ohne Lydia weiterzuleben. Vorwürfe, Schuldgefühle, das Nichtgesagte wuchern in der Familie wie bösartige Geschwüre, bis sie anfangen, wieder aufeinander zu achten und miteinander zu reden.

Mit ihrem Debütroman hat die amerikanische Autorin Celeste Ng den Nerv vieler Leser getroffen. Ihr Leitthema ist die Suche nach Anerkennung und dem Finden der Balance zwischen Gruppenzwang und Anderssein.

In dem Familiendrama geht es um viel mehr als um die Auflösung des Rätsels, warum Lydia nicht mehr nach Hause kommt. Es geht um ein Überleben in einem Amerika der 60er und 70er Jahre. Weiterlesen

Bernd Gieseking: Früher hab‘ ich nur mein Motorrad gepflegt

Von einem, der auszog, um seinen alten Eltern zu helfen. Genau! Und dies betrifft uns alle, die wir in „diesem“ Alter (noch) verweilen. Eben in dem Alter, in dem sich der Autor auch befindet. Da eben, wo man sich noch fit fühlt, einem manchmal (noch) die Welt gehört und erste Alterswehwehchen am Tresen einfach weggetrunken werden. Mit „Prostata die Herren“ und ähnlichen Sprüchen! Tja, irgendwann fällt einem auf, das die Eltern nunmehr über achtzig sind. Das kann man eine Zeit lang ignorieren oder nicht ernst nehmen, oder schlimmer noch, hoffen, dass da Geschwister sind, die Verantwortung abnehmen. Nicht so Bernd Gieseking: er stellt sich. Und das ist so rührend, dass einem manchmal die Tränen kommen, bei all der Sitcom im Hause Gieseking. Ur-Westfalen aus der Nähe von Minden. Kauzig manchmal, aber im Kern herzlich und liebevoll. Nur nicht alles sofort zeigen. Weiterlesen

Franz Hohler: Ein Feuer im Garten

Der Schweizer Franz Hohler (Jahrgang 1943) ist Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher. Für seine Werke wurde er mehrfach ausgezeichnet und gilt in seinem Heimatland als bedeutender, zeitgenössischer Erzähler. Bei btb erschienen am 13. November 2017 seine Kurzerzählungen „Ein Feuer im Garten“ als Taschenbuch.

Darin 52 kurze und knappe Geschichten über Alltagsbeobachtungen des Autors. Beginnend mit der Titelgeschichte „Ein Feuer im Garten“, in der ein kleiner, dreijähriger Junge, hingerissen von der Dichterinnen Erzählung über ein Feuer im Garten, davonläuft, um die Geschichte selbst zu erleben. Danach folgen mehrere Miniaturen über Erlebnisse des Autors Franz Hohler entweder in Zürich, wo er lebt und arbeitet, oder auf seinen Reisen (bevorzugt Lesereisen). Weiterlesen

Mark de Jager: Der Fluch des Feuers

Ein einsames, karges Feld im Nirgendwo. Hier wacht er auf, weiß nicht, woher er kommt, wohin er will, ja nicht einmal, wer er ist. Er ist gelähmt, bis ihm ein Diakon dabei hilft, die Herrschaft über seinen Körper zu erlangen. Sein Körper ist riesig, seine Kräfte immens, seine Hautfarbe schwarz. In seinem Geist verbirgt sich eine reißende Bestie, die Appetit auf menschliches Fleisch hat – und, so sie bei Laune ist, auch eine magische Gabe offenbart. Ist er, der sich Stratus nennt, also ein Hexer, oder doch ein Dämon?

Im Königreich Krandin trifft er auf die letzte der Sippe der Henkman – einst kirchliche Streiter ohne Fehl und Tadel, Dämonenschlächter und Drachentöter. Jetzt ist Tatyana, die letzte der Familie, die Leibwächterin des Prinzen Lucien. Irgendetwas regt sich in ihm, als er den Namen Henkman hört – etwas Altes, etwas Finsteres, etwas, das auf Rache aus ist. Weiterlesen

Volker Kutscher: Moabit

Moabit erzählt Charlies Geschichte und ist eine gelungene Ergänzung zu der Gereon Rath Serie des gleichen Autors. Lotte Ritter ist die Tochter eines Beamten des Gefängnisses Moabit. Ihr Vater ist ehrlich, gerade heraus und möchte aus seiner Tochter mehr machen, als er ist, denn er erkennt ihre Auffassungsgabe. Die Geschichte wird in drei Kapiteln aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, eines Gefängnisisassen, des Vaters und zum Schluß Lotte, der wir beim Erwachsenwerden und bei ihrer Verwandlung zu Charlie quasi zusehen können. Es wird klar, wie es ihr gelungen ist, als Frau in den Polizeidienst zu kommen und es wir auch klar, warum sie das überhaupt wollte.

Zusammen mit den wirklich tollen Illustrationen hat das Buch nur 80 Seiten, aber die sind wirklich gelungen. Weiterlesen

Mark Douglas-Home: Sea Detective 02: Der Sog der Tiefe

Ein anonymer Brief erklärt der 26-jährigen Violet, wer ihre Mutter war. Einen Tag nach Violets Geburt soll Megan ins Meer gegangen sein. Nur ihre Handtasche und den Hut fand man am Strand von Poltown. Nun begibt sich Violet auf die Suche nach ihrer Mutter und Zeitzeugen. Es muss doch einen Grund geben, wenn eine Mutter mit einem angeblichen Freitod ihr Neugeborenes verlässt.

In der überschaubaren schottischen Gemeinde Poltown fällt sie als Fremde sofort auf.  Dort ist gerade ein Streit zwischen den Bewohnern entbrannt, ob in ihrer unberührten Natur ein Windpark errichtet werden soll. Neue und alte Interessenkonflikte, Erpressung und Gewalt teilen die Bewohner in zwei Lager. Violets Fragen und die Hilfe eines weiteren Fremden, Cal McGill, bringen das fragile Machtgefüge innerhalb des Ortes aus dem Gleichgewicht. Selbstverständlich wird ihre hartnäckige Recherche als Einmischung verstanden, die nur eine Antwort zulässt. Weiterlesen

Kent Haruf: Lied der Weite

Abermals wählt Kent Haruf wie bereits in seinem vorangegangenen Buch „Unsere Seelen bei Nacht“, die fiktive Stadt Holt in Colorado als zentralen Ort seiner Romanhandlung. Diese Kleinstadt mit seinen Menschen die er dort ansiedelt, entspricht überzeugend der Lebensrealität im Mittleren Westen der USA. Es sind die Lebensausschnitte während eines knappen Jahres von  sieben Protagonisten aus Holt mit authentisch wirkenden Dialogen und treffend zugeschnittenen Charakteren, die der Autor schildert.

Die Handlungen drehen sich zum einen um die beiden neun- und zehnjährigen Brüder Bobby und Ike. Sie müssen miterleben, wie ihre depressive Mutter sich dem Familienleben immer weiter entfremdet und entzieht und die Familie schließlich verlässt. Weiterlesen

Alex Kava: Sturzflug

Ein Afghanistanveteran, der sich aus dem 19. Stockwerk eines Hotels in den Tod stürzt. Ein See, bedeckt mit Hunderten von toten Wasservögeln. Mysteriöse Grippefälle in New York und Chicago – was haben all diese Vorfälle miteinander zu tun? Alex Kavas spannender Thriller nimmt sich des brandheißen Themas „Biowaffen“ an. Durch den spannenden Plot führt uns einer der wohl sympathischsten Ermittler der momentanen Krimiliteratur: Ryder Creed, ausgebildeter Trainer für Spürhunde, gewinnt samt seinen vierbeinigen Kollegen nicht nur das Herz der FBI-Profilerin Maggie O’Dell, sondern auch das der Leser.

Ein schweißüberströmter Mann irrt durch New York. Er hustet blutigen Auswurf in ein Taschentuch. Ob Fahrstuhlknöpfe, Speisekarten, Türklinken… er wurde instruiert, möglichst viele Flächen zu berühren. Doch als ihn im Restaurant ein kleiner Junge darum bittet, ihm einen Strohhalm zu reichen, zögert der Mann. Dient das, was er hier tut, wirklich einer guten Sache?

Gleich im ersten Kapitel schafft Autorin Alex Kava ein bedrohliches Szenario, das seine Leser in seinen Bann zieht. Weiterlesen