Tomi Ungerer: Das Kamasutra der Frösche

kamasutraSex und Humor – geht das zusammen?  Und wie! Einen provokativ-kreativen Weg zeigt Tomi Ungerer in seinem Büchlein „Das Kamasutra der Frösche“ auf. Wer subtile Zweideutigkeiten bevorzugt, sei hiermit vorgewarnt. In diesem Buch geht es EINdeutig zur Sache! Akrobatisch offensiv turnen die Amphibien in witzigen Cartoons durch die verschiedensten Positionen des Kamasutras. Dazu werden passende Orginalzitate aus den indischen Schriften hinzugefügt. Ein reizvolles Wechselspiel, das die Freizügigkeit mancher Leser vor ungeahnte Prüfungen stellen wird. Wer sich auf den Humor des Autors einlässt, kann sich daraus einen sexy Spaß machen! Weiterlesen

Hartmuth Malorny: Erntedankfest

ernteWeil sie nur gemeinsam den Kaufpreis aufbringen können, erwerben ein Mann und eine Frau, die sich vorher gar nicht kannten, eine heruntergekommene Bruchbude mit großem Garten irgendwo in einem namenlosen Kaff. Die beiden werden ein Paar, sanieren Haus und Hof notdürftig und widmen sich dem Marihuana-Anbau und der Herstellung von Likören. Beides verkaufen sie im Dorf und halten sich so und mit dem Schreiben von journalistischen Artikeln – knapp – über Wasser.

Der 1959 geborene Autor Hartmuth Malorny bleibt im neuen Roman seinem angenehm lakonischen und unaufgeregten Stil treu, den er zuletzt in „Begegnung in Turin“ (2015) gepflegt hat. Weiterlesen

Tilmann Röhrig: Die Flügel der Freiheit, gelesen von Wolfgang Berger

tilmanLuther verbirgt sich als Junker Jörg auf der Wartburg. Dort kämpft er nicht nur mit der Übersetzung der Heiligen Schrift ins Deutsche, sondern auch mit seinen Gedärmen. Genauso wie es im inneren des deutschen Reiches gärt und zwickt, denn die Menschen sind auf den Gedanken und den Geschmack der Freiheit gekommen. Da überbringt der junge Barthel Briefe, die Luther zurück nach Wittenberg treiben. Aber ist der Aufstand noch aufzuhalten, soll er überhaupt aufgehalten werden? Und was plant Thomas Münzer? Weiterlesen

J. Jefferson Farjeon: Geheimnis in Weiß

weissEin Krimi in bester Retro-Manier: Diese unentdeckte Literatur-Perle beschwört den Charme vergangener Agatha Christie-Abenteuer herauf. Im Jahr 1937 verfasst, bietet der Roman reinstes Kriminalvergnügen der guten alten Schule. Keine DNA-Profile, keine Serienmörder, keine blut- und actionlastige Showeffekte heischen hier um Aufmerksamkeit.
Stattdessen agieren fein gezeichnete Charaktere mit subtilem Humor vor einer Kulisse, die dem Archetyp des Gruselromans entsprungen ist. Genauer: Ein abgelegenes Haus in England, das kurz vor Weihnachten durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten wird. Weiterlesen

Elisabeth Hermann: Die Mühle, gelesen von Laura Maire

muehleDas ist mir lange nicht mehr passiert, dass ich bei einem Hörbuch vor Spannung nicht einschlafen konnte. Und am Ende leicht verärgert war, was aber nicht mit dem Ende zusammenhing. Fangen wir mal vorne an. Cool war Lana in ihrer Schulzeit in einem Kaff am Ende der Welt nicht wirklich. Sofort nach dem Abi hat es sie nach Berlin verschlagen und hier trifft sie zufällig auf ein Mitglied der einstmals coolen Clique „The Court“, der sich sofort auf der Treppe den Fuß bricht und ihr eine Einladung nach Karlsbad schenkt, bei der die gesamte Clique eingeladen ist. Lana kann nicht widerstehen.

Sie sind in einem exklusiven Hotel untergebracht, man spricht und schweigt über alte Zeiten und es folgt ein geplanter Ausflug, der sehr schnell dramatisch wird. Der einzige Rückweg bricht zusammen, Mitglieder verschwinden und tauchen manchmal wieder auf und die Clique flüchtet sich in eine alte Mühle in den Bergen. Dort wird es von Stunde zu Stunde unheimlicher und mörderischer. Weiterlesen

Bruno Preisendörfer: Als unser Deutsch erfunden wurde: Reise in die Lutherzeit

deutsch„Als unser Deutsch erfunden wurde“ von Bruno Preisendörfer ist untertitelt mit „Reise in die Lutherzeit“. Und genau dieser Titel beschreibt den Inhalt ausgezeichnet.

Preisendörfer entführt den Leser in die faszinierende und für den Gegenwartsmenschen oftmals erschreckende Welt des sechzehnten Jahrhunderts im deutschsprachigen Gebiet Mitteleuropas.

„Zentralgestirn“ des Inhalts ist Martin Luther, dessen Übersetzung der Bibel ins Deutsche als Grundlage der Entstehung einer gemeinsamen, einheitlichen deutschen Sprache gilt. Richtig interessant aber wird es, wenn wir erfahren, dass an dieser Entwicklung viele andere Zeitgenossen des Reformators beteiligt waren. Von weiteren Reformatoren und Humanisten bis hin zu Herrschern und Päpsten wird ein weiter Bogen gespannt. Weiterlesen

Helen Fielding: Bridget Jones‘ Baby

Bridget Jones Baby von Helen FieldingNach „Schokolade zum Frühstück“ und „Am Rande des Wahnsinns“ ist auch dritte Teil von Helen Fieldings Bridget-Jones-Serie fürs Kino verfilmt worden:  „Bridget Jones‘ Baby“  ist das Buch zum Film.

Der Roman ist ein Tagebuch von Bridgets erster Schwangerschaft. Für ihren Sohn Billy geschrieben und wie gewohnt turbulent. Denn die Single-Frau ist innerhalb weniger Tage mit zwei Männern ins Bett gestiegen, mit ihrem Ex Mark und mit Daniel. Aber wer ist der Vater? Den Männern ist das egal, beide tragen sie auf Händen durch die Schwangerschaft und halten schließlich auch beide im Kreißsaal Händchen. Erst nach dem DNA-Test nach der Geburt steht ein Vater fest – und der andere ist heilfroh. Weiterlesen

Anne-Laure Bondoux: Das Glück ist nicht immer gerecht

bondouxMado ist 15 Jahre alt und wird von ihrer fünf Jahre älteren Schwester Patty betreut. Naja, manchmal. Eigentlich muss Patty viel arbeiten seit dem Tod der Eltern vor einem Jahr und Mado ist weitgehend auf sich gestellt. Patty scheint ihr unnahbar und es fällt ihr schwer, mit der Schwester über Dinge zu sprechen. Als Mado herausfindet, dass Patty schwanger ist, steht die Welt der jungen Frauen Kopf. Wenn das Jugendamt das rausfindet, muss Mado bestimmt ins Heim ziehen! Deshalb setzen die beiden alles daran, die Wahrheit nicht ans Licht kommen zu lassen. Dabei ahnt Mado allerdings nicht, dass Patty nicht die ganze Wahrheit gesagt hat und beide in Gefahr bringt. Weiterlesen

J. Paul Henderson: Letzter Bus nach Coffeeville

busNaja, das ist mal wieder ein Straßenroman, ein Unterwegsbuch oder auch ein roadmovie. Kann man bestimmt verfilmen. Allerdings würde ich nicht gerne das Drehbuch schreiben. Eine Truppe ist von irgendwo nach nirgendwo unterwegs und die jeweilige Geschichte der Teilnehmer dieses irren Trips wird bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet. Hier würde es für eben ein Drehbuch schon schwer.  Soviel unglaubliches nimmt man mit auf diese Fahrt, und da weiß ich gar nicht wo man anfangen – und wo man aufhören soll. Weiterlesen

Ernest Hemingway: Schnee auf dem Kilimandscharo (1936)

schneeSucht man ein ausgesprochenes Männerbuch, ist Hemingway gewiss eine Option. In dieser Edition wurden zehn von Hemingways Kurzgeschichten vom Rowohlt-Verlag neu aufgelegt. Die Auswahl der Erzählungen wurde von der amerikanischen Ausgabe 1961 übernommen. Die Übersetzung von Werner Schmitz lässt sich gut lesen, er hat die Geschichten  vom absolut nicht mehr zeitgemäßen Stil der frühen Ausgaben befreit.

Hemingway, einst Reporter einer Lokalzeitung, war ein Weitgereister. Er lebte u. a. in Paris, Florida, auf Kuba, nahm am Spanischen Bürgerkrieg teil. Im zweiten Weltkrieg war er Kriegsberichterstatter. Zeitlebens blieb er ein Abenteurer. Weiterlesen