Mila Weiss ist auf der Jagd. Tief in den Bergen will sie endlich ein Phantom aus ihrer Vergangenheit stellen: Johannes Toblach. Doch am Tag ihrer Ankunft wird eine Leiche in den Bäumen gefunden, gefangen in einem Netz aus Seilen. Und für Mila stellt sich die Frage: Ist sie die Jägerin oder die Gejagte? Stück für Stück kommt sie ihrem Ziel näher – bis sie plötzlich spurlos verschwindet.
Die Gruppe 4, geleitet von Jakob Krogh, macht sich sofort auf die Suche. Sie stoßen auf ein abgelegenes Bergdorf, in dem nur das Schweigen noch dichter ist als der Nebel. Das Team wird in das grausame Spiel eines Serienmörders verstrickt, der sich in den Schatten der Wälder verbirgt. Und ganz offenbar Mila in seiner Gewalt hat …
Meine Meinung: Düster, atmosphärisch und voller falscher Fährten. Ein echter Pageturner!
Manche Bücher greifen nach einem, sobald man die erste Seite aufschlägt – genau das ist Benjamin Cors mit diesem Buch ebenfalls gelungen. Der Einstieg über den Prolog ist rasant und packend, dadurch wird man als Leser sogleich in die Geschichte hineingezogen. Vom ersten Moment an entfaltet sich die Jagd, die im Verlauf immer komplexer und spannender wird.
Benjamin Cors erweist sich hier als Meister des Verwirrspiels. Durch geschickt gesetzte Perspektivwechsel weiß man als Leser nie, wer denn nun der Täter sein könnte. Ich hatte viele Ideen, wurde aber immer wieder auf die falsche Fährte gelockt. Die unvorhergesehenen Wendungen sind so exzellent platziert, dass sich der eigene Verdacht im Grunde im Minutentakt ändert. Man zweifelt irgendwann an jeder neuen Spur, was die Atmosphäre so gelungen macht.
Der Spannungsbogen ist extrem hoch und hält sich konstant durch das ganze Buch durch. Cors nimmt sich trotz des hohen Tempos allerdings genug Zeit, seine Figuren weiter zu entwickeln. Auf den letzten Meter zieht sich die Spannung dann noch einmal an, ein Weglegen des Buches wird unmöglich. Dank der angenehm kurzen Kapitel entsteht ein enormer Sog. Das klassische „Nur-noch-ein-Kapitel“-Gefühl stellt sich ein, und man kann nicht anders, als immer weiter und weiter zu lesen.
Besonders gelungen fand ich Milas persönliche Suche nach Johannes Toblach. Diese Suche verleiht der Geschichte nochmal ein bisschen mehr Tiefe.
Fazit: Ein rundum solider, atmosphärisch dichter und bis zum Rand mit Spannung geladener Thriller. Wer clevere Verwirrspiele, psychologische Tiefe und einen echten Pageturner sucht, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Eine ganz klare Leseempfehlung für alle Nervenkitzel-Fans!
Benjamin Cors: Nebelbeute
dtv, 15. Mai 2026.
384 Seiten, Taschenbuch, 13,00 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.
