V. E. Schwab: Weltenwanderer-Trilogie 01: Vier Farben der Magie

Willkommen in London, einem der vier London zumindest. Jetzt stutzen Sie? Sie wissen aber schon, dass Sie ein Fantasy-Buch in Händen halten? So mit phantastischem Handlungsort – erwähnte ich die vier London bereits? – Zauberer, fiesen Schurken und versierten Dieben? Na dann ist es ja gut.  Also zurück zum Buch.

Kell ist einer der letzten Antari, Reisenden, die mittels des Blutes in ihren Venen und erkennbar an den Augen zwischen den Dimensionen reisen können. Einst, vor langer Zeit floss die Magie wild und ungehemmt zwischen den vier Dimensionen hin- und her. Dann passierte etwas Mysteriöses – und das schwarze London war nicht mehr erreichbar. Mehr noch, als Kinderschreck überlebte die Mär von den skrupellosen Magiern die dafür verantwortlich waren, dass das schwarze London der Vernichtung anheim fiel.

Daneben gibt es das von König George regierte graue London, in dem die Magie ausgestorben ist, das weiße London, in der die Thronfolge dem versiertesten Mörder zufällt und das rote London, in dem es immer ein wenig nach Rose duftet und die Magie regiert. Aus dieser Welt kommt Kell, der als adoptierter Prinz dafür verantwortlich ist, die Verbindung zwischen den Adelsgeschlechtern der verschiedenen London aufrecht zu halten.

Dass er sich daneben noch, zum Nervenkitzel versteht sich, als Schmuggler betätigt erweist sich als – nun nennen wir es einmal ungeschickt. Er vertickt das falsche Relikt das er eigentlich vom weißen London ins Graue bringen soll, wird verfolgt und findet sich als Verräter aus seiner Heimat verbannt im Grauen London wieder. Hier trifft er auf die Taschendiebin Delilah die ihn zuerst ausraubt, ihm dann hilft und so manches Mal den Kopf geraderückt – schließlich gilt es Schlimmes zu verhindern – Fantasy, sie kennen das ja sonst hätten sie das Buch nicht gekauft …

Victoria Schwab lässt sich im Auftaktband ihrer Trilogie Zeit. Gemächlich führt sie den Leser in ihre Welt, genauer gesagt die Welten ein, stellt uns die handlungsrelevanten Figuren vor und startet den eigentlichen Plot erst spät. Das hat zur Folge, dass das Buch dem Leser zunächst ein wenig Sitzfleisch abverlangt, bevor die Handlung dann wirklich in Fahrt kommt.

Was zunächst an Action und Spannung fehlt, das macht die Autorin durch ihren Einfallsreichtum wieder wett. Ich meine nicht nur die vielschichtig gezeichneten Charaktere, sondern und insbesondere die Handlungsorte. Die vier so unterschiedlichen London entfalten im Lauf der Lektüre jeweils ihren ganz eigenen Reiz, ziehen den Leser ob ihrer Unterschieden in ihren Bann.

Dann, nach dem ersten Drittel des Buches, nimmt die Handlung Fahrt auf, gesellt sich zu der handwerklich vorzüglichen ausgearbeiteten Bühne auch noch ein packendes Abenteuer. Insoweit lohnt es sich dem Buch ein wenig zeit zu geben, sich auf die Kulisse und die Figuren einzulassen.

V. E. Schwab: Weltenwanderer-Trilogie 01: Vier Farben der Magie.
Fischer Tor, April 2017.
496 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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