Tobias Goldfarb: Niemandsstadt

Josefine sondert sich ab und gilt als Einzelgängerin. Damit hat sie kein Problem und verbringt gerne Zeit im Buchladen ihrer Eltern. Und in der Niemandsstadt, der Parallelwelt, die sie immer wieder unversehens betritt. Dort gibt es Drachen und allerhand fantasievolle Wesen, manchmal sieht sie aber auch ganz normal aus, so dass man nur merkt, dass man die Niemandsstadt betreten hat, wenn plötzlich Wasser statt von oben nach unten in genau die andere Richtung fließt. Nur die Krähen, die machen ihr Angst. Sie scheinen mühelos zwischen der Realität und der Niemandsstadt zu wechseln. Josefine behält das Geheimnis für sich, doch als sie ihre Klassenkameradin Elisabeth kennenlernt, merkt sie, dass hinter der Niemandsstadt noch mehr stecken muss …

Die Geschichte wird aus der Sicht von Josefine und Elisabeth, genannt Eli, erzählt. Die beiden könnten kaum unterschiedlicher sein, haben sich aber miteinander angefreundet, als Josefine klar wurde, dass auch Eli sonderbare Dinge sieht. Josefine wird von ihren Klassenkameraden nur als „Josef“ gehänselt, macht sich aber weiterhin nicht viel aus typischen Mädels-Dingen. Sie taucht immer wieder in die Niemandsstadt ab und verschwindet schließlich ganz darin. Dies ruft Eli auf den Plan, die alles daransetzen will, Josefine zu retten – vor was auch immer! Eli deckt schließlich Hintergründe auf, die einem als Leserin oder Leser zu denken geben. Es geht beispielweise um unsere Nutzung von Technik und dem Internet. Wir gehen damit sorglos um und machen uns meist keine Gedanken. Vielleicht wird man nach der Lektüre von „Niemandsstadt“ diesbezüglich etwas besonnener. In meinen Augen eignet sich der Roman nicht nur für Jugendliche ab etwa 13 Jahren, sondern definitiv auch für interessierte Erwachsene, die dem ein oder anderen Jugendbuch nicht abgeneigt sind.

In der Tat war „Niemandsstadt“ eine kleine Überraschung, denn so viel Tiefgang hätte ich von der Kurzbeschreibung her nicht erwartet. Deshalb ist der Roman von meiner Seite ein kleiner Geheimtipp!

Tobias Goldfarb: Niemandsstadt.
Thienemann, Februar 2020.
368  Seiten, Gebundene Ausgabe, 15,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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