Rebecca Serle: In fünf Jahren

Rebecca Serle ist Autorin und Drehbuchschreiberin und lebt in New York und Los Angeles. Zu Beginn möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass dieses Buch in Amerika sehr gehyped wurde – und ja, es klingt wie eine Floskel, doch ich bin tatsächlich innerhalb von zwei Tagen durch die Seiten geflogen. Dabei habe ich mich direkt in den stilvoll-erfrischenden Schreibstil verliebt. Ich wurde süchtig! Denn rasant hat sich eine regelrechte Sogwirkung entwickelt und ich wurde in diesen bezaubernden, fiktiven Traum mitgerissen. Und nicht nur, weil die Autorin den Flash Forward, die Vorausblende, genutzt hat, damit sich die Geschichte magisch anfühlt.

Ich habe schon viel gelesen, doch Rebecca ist meiner Meinung nach eine der exzellentesten Geschichtenerzählerinnen überhaupt. Ab der ersten Sekunde wurde ich so sehr gepackt, dass ich vergessen habe, dass ich ein Buch lese. Ich muss anmerken, dass es keine heitere, unbeschwerte Liebesgeschichte ist, wie es vielleicht den Anschein erweckt. Sie hat auch keine typische romantische Storyline. Es geht viel tiefer, um die verschiedenen Arten von Liebe, die wir in unserem Leben haben (zur Familie, zu Freunden, zur Arbeit).

Aber ich sage es ihr nie. Dass sie zu mir gehört, ist ihr Geschenk an mich; dass ich schweige, meines an sie. Ich mache ihr Leben angenehm und solide, sie macht meines glamourös und aufregend.“ (S. 113, Dannie über ihre bff Bella)

So Vieles hat mich zum Nachdenken gebracht. Wie viel Kontrolle haben wir wirklich über unser eigenes Leben? Können wir das Schicksal abwenden?

Seite um Seite begleiten wir als Leser die stilsichere Dannie, einer brillanten New Yorker Unternehmensanwältin, auf ihren Höhen und Tiefen ihrer faszinierend persönlichen Reise durch New York City. Dannie, die immer alles unter Kontrolle hat und dazu noch einen minutiös ausgeklügelten Lebensplan. Doch das Schicksal mischt die Karten anders … Denn eine Tragödie wird die Grenzen von allem, was sie für perfekt hält, auf die Probe stellen. Was für eine überraschend emotionale Achterbahnfahrt.

Ich bleibe wie magnetisiert zurück und halte etwas von Bedeutung in meiner Hand. „In fünf Jahren“ ist eine außergewöhnliche, unvergessliche Geschichte, die an mir haftet wie ein Déjà-vu.

Von mir gibt es für Rebecca Serle ein galantes Cyber-High-Five für dieses faszinierende Coming-of-Age-Juwel!

Rebecca Serle: In fünf Jahren.
Aus dem Englischen übersetzt von Judith Schwaab.
btb, Juni 2022.
320 Seiten, Taschenbuch, 12,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Olivia Grove.

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