Rebecca James: Der Tag, an dem Cooper starb

Cooper ist tot. Er ist tot. Die offizielle Version lautet: Selbstmord. Aber Libby kann nicht glauben, dass er sich von den Klippen gestürzt hat. Sie waren frisch verliebt und glücklich. Alles hat sich so gut angefühlt. So echt und richtig. Cooper plante eine gemeinsame Zukunft mit Libby, wollte sich selbständig machen und nach ihrem Studium mit ihr zusammen nach Sidney ziehen – welchen Grund hätte er gehabt, sein Leben zu beenden?

Libby versucht herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Sie beginnt Fragen zu stellen und über die Vergangenheit nachzuforschen. Coopers Freunde Sebastian und Claire, mit der Libby früher an der Highschool befreundet war, sind zunächst keine große Hilfe. Doch nach und nach kommen Probleme, Lügen und Verwicklungen zum Vorschein – und am Ende auch die Wahrheit.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: heute, nach Coopers Tod, und damals vor einigen Monaten, angefangen damit, wie Libby und Cooper sich kennenlernten. Abwechselnd kommen Libby, Cooper, Sebastian und Claire als Ich-Erzähler zu Wort, die Kapitelüberschriften sorgen für Übersicht.

Gut gelungen und glaubwürdig sind die Passagen über Libbys Trauer und darüber, wie sie es schafft, wieder Boden unter den Füßen zu finden, nicht den Halt zu verlieren. Sie muss auch mit Schuldgefühlen fertig werden, denn Cooper hat kurz vor seinem Tod versucht, sie zu erreichen, wollte vorbei kommen, doch sie hat die Nachrichten zu spät entdeckt. Ansonsten begnügt sich die Autorin leider mit Stereotypen: Cooper, der große, athletisch gebaute Sonnyboy mit dem Herzen am rechten Fleck, der fantastisch surfen kann. Sebastian, sein reicher, schwuler, vom Vater missverstandener bester Freund, der luxuriöse Partys schmeißt. Claire, die einst beliebteste Highschool-Schönheit, die das Leben inzwischen nur noch bekifft ertragen kann. Libby und Cooper sind unerträglich anständig, haben keinerlei Ecken und Kanten. Trotz der dramatischen Ereignisse entwickeln sich die Figuren nicht wirklich weiter.

Mit den wechselnden Perspektiven wollte die Autorin vermutlich Tiefgang erreichen – leider ist ihr das aus meiner Sicht nicht geglückt. Die Story ist langatmig und vorhersehbar, die große Auflösung des Rätsels um Coopers Tod dürfte auch für die jugendliche Zielgruppe spätestens in der Mitte des Buches zu erahnen sein.

Schade. Ich hatte mehr erwartet.

Rebecca James: Der Tag, an dem Cooper starb.
cbt, Juli 2018.
432 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Ines Niederschuh.

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