Rainer Wekwerth: Beastmode 01: Es beginnt

Es beginnt damit, dass die Netze der Fischer zusehends leer bleiben. Der US-Militär-Geheimdienst stößt in der Beringsee auf ein rätselhaftes Energiefeld, das inmitten des Meeres Fische, Delphine und Wale anlockt – und verschwinden lässt. In den Einsatz entsandte Spezialeinheiten der Marines verschwinden ebenso spurlos, wie die Besatzungen von Ölbohrplattformen und Schiffen. Der Einsatz von Bomben führt nicht zum Zusammenbruch des Feldes, sondern vergrößert es nur.

Es droht eine weltweite Hungerkatastrophe wenn die Fischschwärme, wie begonnen, weiter die Weltmeere verlassen. Der US-Präsident erwägt gar den Abwurf einer Atombombe, vorher aber startet der SCF, der Special Command Force eine letzte, verzweifelte Mission. Aus dem ganzen Land werden Menschen rekrutiert, die besondere Gaben ihr Eigen nennen. Ein tätowierter Knacki etwa, der die Zeit, wenn auch nur für 5 Sekunden, anhalten kann. Oder eine Blondine ohne Gedächtnis, deren eine Körperhälfte aus unbekanntem kybernetischen Metall besteht. Mit von der Partie auch der Junge, der unsichtbar an seiner Seite als Aufpasser und Schutzengel vom Dienst seinen ungeborenen Bruder hat. Dazu gesellen sich ein vor zweihundert Jahren beschworener Dämon und eine 5000 Jahre alte, unsterbliche ägyptische Göttin. Zusammen sollen sie in die Blase eintauchen und den unheilvollen Vorgang beenden – koste es, was es wolle.

Zunächst stranden unsere Abenteurer – nicht etwa, unterstellt man die verschollenen Meeresbewohner im Wasser, sondern in der Wüste! Sie müssen feststellen, dass sie gut 5000 Jahre in der Zeit zurückgereist sind, ins alte Reich der Pharaonen. Verfolgt von silbernen Kriegern, aus deren Mitte wohl auch ihr Cyborg ursprünglich stammt, fliehen sie zu einem Netz aus Energie, das sie zwar nicht zurück ins Amerika unserer Tage, dafür aber immerhin zeitlich näher heranbringt – sie finden sich inmitten der Französischen Revolution wieder .

Was ist das für ein Buch, ein Roman, für den der Verlag massiv die Werbetrommel rührt? Nun, im weitesten Sinne erwartet den Leser ein Superhelden-Team. Allerdings, und dies hebt den Plot wohltuend von den üblichen Superhelden-Sagen ab, sind das keine strahlenden Helden in bunten Kostümen, die sich im Rampenlicht der Presse räkeln, sondern eher von ihren Kräften geplagte Wesen (schließlich sind nicht alle Menschen). Sie müssen erst zueinander finden, sich miteinander arrangieren, auch den anderen akzeptieren, wie er oder sie ist – alles aus dem wahren Leben bekannt und nachvollziehbar.

Setzt man die Prämisse, dass Gottes Nation ausgerechnet auf diese Loser setzt um die Katastrophe zu verhindern, als gegeben voraus, erwartet uns in der Folge ein munterer Plot. Es geht um jede Menge Geheimnisse, um Zeitreisen, Verfolgung und Kämpfe und auch ein wenig Gruselelemente finden Eingang in die Handlung. Dieser recht bunter Misch-Masch liest sich erstaunlich flüssig und spannend in einem Rutsch durch. Der jugendliche Leser kann sich gut mit den Figuren und ihren Problemen, so wie sie sind anerkannt zu werden, hineinversetzen. Es kommt zu emotionalen Bindungen, aber auch Antipathien, die überwunden werden müssen. Hier findet der Rezipient die Verbindung zu seinem / ihrem Leben und schlüpft in die Rolle der jeweiligen Figur.

Auch wenn es jede Menge Wendungen gibt, und die Logik so manches Mal Kapriolen schlägt, folgen wir dem Team gerne in interessiert ins Abenteuer. Warten wir ab, was der Autor im zweiten Teil für uns bereit halten wird.

Rainer Wekwerth: Beastmode 01: Es beginnt.
Planet!, Januar 2020.
320 Seiten, Taschenbuch, 17,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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