Jutta Profijt: Unter Fremden, gelesen von Eva Meckbach

Was für ein Hörbuch! Lange habe ich nichts mehr so eindringliches gehört, die Geschichte von Madiha bleibt noch lange im Ohr und wirkt nach. Das liegt zum Einen an der tollen Lesung von Eva Meckbach, die einfach Mahida IST. Das liegt zum anderen aber auch an der unaufdringlichen Beschreibung von Jutta Profjit, die sich wirklich in Maida eingedacht hat. Keine Beschreibung von furchbaren Gräuln, die Mahida aus ihrer Heimat vertrieben haben, sondern eine spannende Geschichte, die eben jemandem passiert, der aus seiner Heimat fliehen musste. Dabei gibt sie sehr sanft Einblick in das Leben, wie es für Mahida in Deutschland aussieht.

Denn die junge Syrerin geht mit wachem Blick durch Deutschlands Straßen, wundert sich über manches und freut sich über anderes. Sie ist weder verbittert noch verängstigt und doch scheint immer wieder die Erziehung ihrer Heimat sanft durch die Geschichte durch. Auf ihrer Flucht hat sie Harun kennengelernt, der ihr sehr geholfen hat und jetzt verschwunden ist. Mahida macht sich auf den Weg, um ihn zu finden und gerät dabei in ein Verbrechen, das sehr viel größer und gefährlicher ist, als sie erwartet hat. Mehr möchte ich zum Inhalt hier nicht verraten, dieses Hörbuch aber jedem ans Herz legen, denn es ist wirklich etwas ganz besonderes. Der Zuhörer nimmt Teil an der Geschichte, sieht manches mit anderen Augen als Mahida, ist dabei aber niemals schlauer als sie. Sowohl vom schriftstellerischen Standpunkt als auch vom Hörbuch her ein wirklich nicht zu unterschätzendes Werk.

Jutta Profijt: Unter Fremden, gelesen von Eva Meckbach.
Der Audio Verlag, September 2017.
6 CDs, 16,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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