Jonas Winner: Die Party

Als die ehemaligen Schulfreunde in 2018 zu einer Halloween-Revival-Party eingeladen werden, ahnen Nick, Donna, Ashley, Terry, Louise, Kim, Ralph, Henry, Janet und Scott nichts Schlimmes. Der Gastgeber ist ihr alter Schulfreund Brandon, der in seiner Villa ihre letzte Party wiederaufleben lassen möchte. An Halloween 1986 waren sie alle in dieser Konstellation zuletzt vereint. Eine Party, die mehrere Leben für immer veränderte. Eine Party, auf der Schreckliches geschah. Doch was war es? Und wer war beteiligt? Schon nach wenigen Minuten ahnen die ehemaligen Schulfreunde, dass es etwas Zerstörerisches sein muss. Denn kaum hat die Party begonnen, stürzt der Gastgeber Brandon in die Tiefe und wird vom schweren Kronleuchter begraben. Gleich im Anschluss – alle sind noch geschockt – meldet er sich per Videobotschaft. Nur einer der Gäste wird die 24 Stunden der Party überleben und es gibt kein Entkommen …

Jonas Winners neuer Roman hat viele Protagonisten, die man alle ein wenig kennenlernt. Am Greifbarsten wird dabei wohl noch Nick, dem viele Kapitel des Romans gewidmet sind. Er lebt als mehr oder wenige erfolgreicher Autor von Thrillern in Brooklyn, New York. In seinem Heimatstädtchen New Jericho war er seit dem Schulabschluss nicht mehr, auch Kontakt zu den ehemaligen Freunden hatte er wenig. Alle Teilnehmer der Party kommen verkleidet und sie ahnen, dass Brandon ihnen eine wichtige Ansage machen möchte. Will er endlich heiraten mit fast 50 Jahren? Ist etwas Schlimmes passiert? Hat er eine schreckliche Krankheit? Die Partygäste tappen im Dunkeln. Und dann sind sie kaum angekommen – man musste das Handy Pforte abgeben, kostümiert erscheinen und mit einer Fähre über einen größeren Fluss übersetzen – da geschieht Brandons Tod, der nur allzu geplant und inszeniert aussah. Als wenig später ein weiterer Partygast stirbt, merken die anderen, dass es Ernst ist mit der Ansage von Brandon.

Jonas Winner versteht sich darauf, sehr packend zu schreiben. Schon vor zwei Jahren begeisterte er seine Leser und Leserinnen mit „Die Zelle“, einem Roman über einen grausamen Bunker in der Vergangenheit. Auch im neusten Werk „Die Party“, diesmal im Heyne Verlag erschienen, spielt die Vergangenheit eine wichtige Rolle. In ihr liegt etwas Unfassbares, etwas Schreckliches begraben und die Partygäste haben nur 24 Stunden Zeit, das Rätsel zu lösen. 24 Stunden, innerhalb derer sie sich immer stärker dezimieren. Der Roman ist durchweg spannend, hat eigentlich keine Längen, nur die vielen Figuren sind manchmal etwas verwirrend. Am Ende sind sie knapp noch einmal mit wenigen Worten umrissen. Vielleicht wäre dieses „Register“ der Figuren am Anfang fast besser gewesen, so dass man sich gut einen Überblick verschaffen könnte. So findet man die Übersicht eben nach der Lektüre.

Um was es bei dem gut gehüteten Geheimnis geht und welche der Partygäste es bereits kennen, weil sie 1986 involviert waren, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Die Herleitung ist etwas abstrus, passt aber zum Gesamtgeschehen. Alt eingesessene Thriller-Fans wird dieser Thriller vermutlich nicht von den Stühlen werfen, für Gelegenheitsleser des Genres wie mich ist er aber gute Unterhaltung von einem sehr talentierten Autor. Jonas Winner könnte sicher auch in einem anderen Genre gut Fuß fassen. Er hat einen mitreißenden Schreibstil, der irgendwie besonders und anders ist.

Tolle Lektüre für gelegentliche Thriller-Leser!

Jonas Winner: Die Party.
Heyne, September 2018.
368 Seiten, Taschenbuch, 12,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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