Jean-Luc Bannalec: Bretonische Nächte

Pünktlich zum angekündigten Erscheinungsdatum und an den Anfang der Sommerferien in NRW placiert, liegt er im Buchhandel vor: Kommissar Dupins 11. Fall!

Wie gewohnt bekommt der Lesende einen ausgewogenen Mix aus Landschaftsbeschreibungen, kulturellen und kulinarischen Besonderheiten im Genre eines Krimis vorgelegt. Darüber hinaus steht der Autor, der in Frankfurt und in der Bretagne lebt, auch für eine politische Botschaft. Bannalec setzt sich für ein  geeintes und starkes Europa ein. Ein Wert, der für den Autor vor allem in der deutsch-französischen Freundschaft sichtbar und praktisch wird. Für dieses Ansinnen und sein diesbezügliches Engagement wurde er schon häufig ausgezeichnet und geehrt.

In seinem elften Fall legt der Bestsellerautor Jörg Bong alias Jean-Luc Bannalec seinen Fokus auf bretonische Gärten mit ihrem geheimnisvollen Charme, auf seltene Vogelarten und auf Cidre, jener bretonische Apfelwein, der besonders während der warmen Jahreszeit gern getrunken wird.

Kommissar Dupin führt der neue Fall in den „wilden“ bretonischen Norden an die Mündung des Flusses Aber Wrac’h im Finistère. Hier lebt die Familie von Inspektor Kadeg, der in diesem Fall, persönlich betroffen, zum Opfer wird. Dessen hochaltrige Tante stirbt, nachdem sie von sehr mystischen „Vorzeichen und Ahnungen des Todes“ heimgesucht wurde. Inspektor Kadeg selbst kommt aber auch körperlich  nicht ungeschoren davon. Er wird auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters, hier lebte seine Tante, brutal angegriffen. Kommissar Dupin gerät ermittelnder Weise in eine Gemengelage von persönlicher Betroffenheit, bretonischer Mystik und menschlicher Abgründe. Die Bühne seines Plots hat der Autor geschickt ausgewählt. Die ehemalige Abtei bietet dem Autor viele schriftstellerische Möglichkeiten zur Inszenierung deines neuen Falls.

Schon auf den ersten Seiten des neuen Bandes werden die Lesenden in typisch bretonische „Merkwürdigkeiten“ eingeführt. Was hat es mit den sensationellen Vogelsichtungen an der Côte des Légendes auf sich, die Kadegs Tante kurz vor ihrem Tod in ihr ornithologisches Notizbuch  notiert hat? Und welche Geheimnisse verbergen die anderen Familienmitglieder des Inspektors?

Wieder einmal erweist sich der Autor als absoluter Kenner der Bretagne mit ihrer Kultur, Kulinarik und Historie. Gleich zu Beginn schießt Bannalec ein Feuerwerk kulinarischer Highlights, einladender Landschaftsbeschreibungen und kultureller Besonderheiten in den bretonischen Autorenhimmel. Da ein Kollege angegriffen wurde, steht Dupin von Anfang an unter Ermittlungsdruck. Dank des flüssigen und fesselnden Schreibstils des Autors kann der Lesende den fortlaufenden Ermittlungen gut folgen. Dabei wird die polizeiliche Ermittlungsarbeit immer wieder geschickt durch bildreiche Beschreibungen ergänzt. Wohltuend sind für mich die wichtigen Charaktere des Plots, die wie alte Bekannte daherkommen und ihre Rollen und Positionen mit Leben füllen. Ein herrliches Sommerbuch also für den Strand oder den Balkon mit einem kühlen Glas Weiswein von der Loire, den der Kommissar so gerne zu Fisch und Meeresfrüchten trinkt.

Für mich ist der elfte Band der Beste! Natürlich bin ich mit dem Superlativ angreifbar. Aber schon das gedruckte Produkt lädt mit seinem Coverbild zur Lektüre ein. Für Erzählstil, Handlung und  Charaktere  gebe ich meine volle Leseempfehlung!

Jean-Luc Bannalec: Bretonische Nächte.
KiWi, Juni 2022.
336 Seiten, Taschenbuch, 17,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Martin Simon.

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