J. R. Ward: Black Dagger 31: Die Diebin

Die Jungfrau der Schrift, die Göttin der Black Dagger und der Vampire ist nicht mehr. Das bekommt insbesondere ihr Sohn, der Black Dagger Vishous zu spüren. So sehr er seine Mutter auch abgelehnt, ja zeitweise gehasst hat, jetzt ist da, wo er sie bislang immer als letztlich doch beruhigende Präsenz gespürt hat nichts mehr. Selbst ein riesenhafter Kämpfer braucht Hilfe, doch seine Shellan, ein von den Toten zurückgekehrter Geist geht ganz in ihrer Arbeit als Ärztin für die Vampire auf. Statt Gespräche, statt Rückhalt bemerkt Vishous eine ständig breiter werdende Kluft – eine Trennung scheint unausweichlich.

Eine der Patienten der Ärztin ist der Vampir und Drogenhändler Assail. Seitdem er einen Kokainentzug begonnen hat, liegt er im Koma. Seine beiden Cousins ahnen, dass nur ein Mensch ihm helfen kann, die Alternative wäre, ihn einzuschläfern. Als sie jedoch in Miami bei der Einbrecherin Sola Morte vorstellig werden, weigert sich diese nach New York zu kommen.

Throe, ehrgeiziger Vampir aus der alten Welt ist einen dunklen Pakt eingegangen. Ein uraltes Buch weist ihm den Weg – mittels dunkler Rituale schafft er Schattenwesen, mit denen er die Black Dagger auslöschen, und sich selbst zum König thronen will …

Die Soap um den schlagenden Arm der Vampire geht in seine nächste Runde. Wie gewohnt gibt es jede Menge emotionaler Verwerfungen, dramatischer Geschehnisse und gefährliche Kämpfe. Angereichert wird das Ganze mit einer gehörigen Portion Sex, fertig ist der Bestseller.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass die Leser sich mit im Grunde genommen immer derselben Geschichte, die nur leicht variiert wird, zufrieden geben.

Allerdings, und das muss man der Autorin zugute halten, wandelt Ward ihre Handlung immer wieder zwar geringfügig, aber doch merklich ab. Es geht zumeist um die emotionalen Berg- und Talfahrten einer Beziehung, wie wir alle sie aus unserem Alltag kennen. So kann man sich, sicher aufgehoben ins einem Sessel oder auf der Couch zurücklehnen, und die ach so mächtigen und reichen Vampire dabei beobachten, dass und wie sie genau dieselben Probleme zu bewältigen haben, wie wir Leser. Dazu kommt, dass sie immer wieder andere Vampire in den Fokus ihrer Betrachtung stellt, und auch hier für Abwechslung sorgt. Dabei scheut sie sich nicht, anrüchige Sexpraktiken zu beschreiben oder Tabuthemen aufzugreifen. Auch dies trägt zur Faszination der Serie bei.

Vorliegend ruht der Plot des ersten Teils, des für die Übersetzung wiederum gesplitteten Romans auf den Schicksalen von Vishous und Assail. Zwar kann der Leser, eben weil der Verlag den Roman in zwei Deutsche Ausgaben geteilt hat, das Schicksal der dieses Mal gebeutelten Männer und ihrer Geliebten nicht abschließend verfolgen, für große Gefühle und jede Menge Dramatik ist aber gesorgt.

So werden Fans der Reihe auch hier bestens versorgt, werden zufrieden der Handlung folgen zumal mit Throe ein neuer, alter Antagonist wieder von sich Reden macht – Fortsetzung folgt unter dem Titel „Der Spion“.

J. R. Ward: Black Dagger 31: Die Diebin.
Heyne, Januar 2019.
336 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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