Ian McEwan: Honig, gelesen von Eva Mattes

honigEinen wirklich schlechten Roman wird dieser Autor sicher nie veröffentlichen, jedoch reicht „Honig“ meiner Meinung nach nicht ganz an Vorgänger wie beispielsweise „Saturday“ oder „Amsterdam“ heran. Überzeugten jene mit der Brisanz ihrer Themen, so kommt einem die Geschichte hier – für Leser / Hörer wie mich, die in späten 70ern geboren wurden – bisweilen eher wie eine Geschichtsstunde über den kalten Krieg, die IRA-Attentate und die Gewerkschaftsaufstände in Großbritannien vor. Dennoch, es wäre nicht McEwan, wenn er nicht auch diesen Stoff in eine unterhaltsame, kluge und mitunter recht humorvolle Geschichte verpacken würde. Er zeichnet ein sehr genaues Bild von dieser Epoche, von dem spießigen, miefigen England, indem der Geschlechterkampf noch nicht wirklich begonnen und Frauen kaum eine Chance auf Karriere hatten.
Mit Eva Mattes hat der Diogenes Verlag eine hervorragende Sprecherin gewählt. Mit ihrer warmen, samtigen Stimme verleiht sie eindrucksvoll vor allem der Protagonistin Serena Frome eine Persönlichkeit. Damit stellt diese Hörbuchversion eine gelungene Alternative zur eigenen Lektüre dar.
Eine Hörprobe finden Sie hier.

Ian McEwan: Honig, gelesen von Eva Mattes.
Diogenes, September 2013.
9 CDs, 34,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Nadine Roggow.

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