Henning Mankell: Mord im Herbst

henVor zwei Jahren hat der schwedische Bestseller-Autor Henning Mankell seinen Kommissar Kurt Wallander in Pension geschickt. „Der Feind im Schatten“ war Wallanders letzter Fall. Jetzt hat Mankell einen Wallander zur Veröffentlichung freigegeben, den er schon vor 20 Jahren geschrieben hat und der 2002 spielt.
„Mord im Herbst“ ist mit nur 120 Seiten ein kurzer Roman oder eine lange Erzählung – und ein spannender Krimi. Im Anhang lässt Mankell noch einmal alle Wallander-Fälle Revue passieren und erklärt, warum er dieses Buch geschrieben hat: In Holland hatten Buchhändler die Idee, im „Monat des spannendes Buchs“ jedem, der einen Krimi kauft, ein Gratisbuch zu schenken und haben auch Mankell gebeten, ein Buch dafür beizusteuern. Auch verfilmt worden ist das Buch schon von der BBC, nur außerhalb der holländischen Buchreihe war es bislang nicht erhältlich.
Kommissar Wallander lebt im „Mord im Herbst“ noch in der Stadt, in Ystad, und sucht das Anwesen auf dem Land, das er in Wallander nächstem Fall, im „Feind im Schatten“, dann gefunden hat. Tochter Linda, auch eine Polizistin, ermittelt auch schon mit, als im Garten des Grundstücks, das Wallanders Kollege Martinsson empfohlen hat, erst eine weibliche Leiche, später die eines Mannes gefunden wird. Beide Leichen wurden schon vor 60 Jahren auf dem Grundstück vergraben.
Zwei Monate vom 26. Oktober bis Weihnachten, ermittelt Wallander, gräbt sich in die Archive von Einwohnermeldeämter und in Kriegsakten ein, findet eine Spur, die zu baltischen Flüchtlingen führt und klärt schließlich einen Mord auf, der schon lange verjährt ist. In das Landhaus mit dem Garten des Todes möchte der Kommissar dann aber doch nicht mehr einziehen.
Als Meister der kurzen Form erlebt man den sonst ausschweifend, wenngleich immer spannend erzählenden Henning Mankell, in diesem Kurzkrimis. – Nicht nur für Wallander-Fans ist dieses Buch ein Muss.

Henning Mankell: Mord im Herbst.
Paul Szolnay Verlag, November 2013.
144 Seiten, Gebundene Ausgabe, 15,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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