Christoph Schulte-Richtering: 32 Tage Juli

Lagos in Portugal war der am weitesten entfernte Ort, den man mit einem Interrailticket erreichen konnte. Die beiden Freunde und frischgebackenen Abiturienten Jayjay und Tiggy hatten genau dieses  Ferienziel vor Augen, in das sie ihre Wünsche und Träume packten und dabei den Eltern den Rücken kehren konnten. Endlich war es so weit und sie konnten ganz auf sich allein gestellt in eine Welt eintauchen, in der sie die ersehnten Freiheiten und Abenteuer auskosten wollten, was natürlich auch mit so manchen Widrigkeiten und ungeahnten Risiken einherging.

Viele Jahre später, Jayjay und Tiggy sind mittlerweile siebenundvierzig Jahre alt, machen die beiden sich nochmals auf, ihren alten Sehnsuchtsort Lagos zu besuchen. Der Zeitpunkt könnte nicht besser passen, denn beide stecken in einer Krise, der eine beruflich, der andere privat. Zudem würde Jayjay zu gern erfahren, was aus seiner ersten großen Liebe Luisa geworden ist. Hauptsächlich aber muss er endlich wissen, was damals vor ihrer überstürzten Abreise nach der unglückseligen Mutprobe wirklich passiert war.

Sie treffen auf ein Lagos in dem sich zwar nicht alles, aber doch so manches verändert hat. Abgesehen davon, so resümieren sie, hat sich während den vergangenen Jahren wohl auch ihre eigene Wahrnehmung gewandelt. So scheinen die beiden gereiften Männer zwischen all den jungen Ferientouristen und Backpackern nun irgendwie aus der Zeit gefallen. Dennoch kehren die Erlebnisse  zurück, als wäre die Zeit nicht vergangen. Außerdem liegt noch immer das zwischenzeitlich verrostete Motorrad samt Seitenwagen zwischen den Felsen im Meer und gleich daneben die Menschenknochen…

Die Urlaubsabenteuer von Jayjay und Tiggy sind so authentisch nachempfunden, als ob alles tatsächlich erlebt und erst vor kurzem passiert sei.

Schulte-Richtering beschreibt in einem herrlich lässigen Stil mit viel Esprit und Spannung das freiheitliche Lebensgefühl der beiden Neunzehnjährigen.

Christoph Schulte-Richtering: 32 Tage Juli.
Rowohlt, April 2017.
288 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annegret Glock.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.