Anthony Doerr: Die Tiefe

In seinem neuen Buch „Die Tiefe“ legt Anthony Doerr sechs Geschichten mit einem Umfang zwischen 14 und 80 Seiten vor. Alles dreht sich um Erinnerungen in diesen Storys. „Denn die Erinnerungen sind es, die unserem Leben Sinn und Zusammenhang verleihen“, lässt der Autor verlauten.

In der Titelgeschichte „Die Tiefe“ lernen wir den herzkranken Tom kennen. Gäbe es nicht die rothaarige Ruby, hätte Tom nie erfahren, wie es sich anfühlt wirklich zu leben. Weiter erzählt Doerr in der Geschichte „Die Memel“ von einem  elternlosen Mädchen, das bei seinem Großvater in Litauen in eine sagenumwobene Welt eintaucht. Eine andere Erzählung dreht sich um die Samenhüterin, die die Geschichte ihres chinesischen Dorfs in sich trägt, das wegen eines Staudamms bald überflutet werden soll.

Sehr aufwühlend liest sich das Schicksal von der jüdischen Waise Esther, die Dank der Hilfe eines Arztes dem Holocaust entrinnt. Im hohen Alter ist sie in ihren Visionen den einstigen Freundinnen und Wegbegleitern wieder ganz nah.

Anthony Doerr fasziniert durch seine Sprachbilder. Tiefgründig und gleichzeitig schwerelos bleiben sie im Lesergedächtnis haften.   Seine Charaktere und Szenen lesen sich stimmig und eindringlich, dass man nie genug davon bekommen kann. Jede Geschichte erzeugt ihre ureigene Atmosphäre in die man vom ersten Satz an hineingezogen wird.

2015 erhielt er den Pulitzer-Preis für den Roman „Alles Licht, das wir nicht sehen“.

Anthony Doerr: Die Tiefe.
C. H. Beck, Juli 2017.
267 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annegret Glock.

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