Marion Billet: Hörst du „Der Karneval der Tiere“?

Dieses Mal dreht sich in der Reihe „Hörst du“ alles um Camille Saint-Saens „Der Karneval der Tiere“. Das Buch ist für Kinder von ein bis drei Jahren empfohlen und dementsprechend ist es auch gestaltet. Klare Formen und Farben sprechen das Auge und die Fantasie an, ohne die Kleinen zu überfordern. Da schreitet der Löwe schön und stolz daher, bunte Vögel zwitschern im Baum und Quallen gleiten sanft durchs Wasser.

Die musikalischen Auszüge sind lang genug, um einen ersten Eindruck zu kriegen und die Kinder spielerisch an klassische Musik heranzuführen. Mit Glück machen sie auch Lust auf mehr. Weiterlesen

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Tom Limes: Voll verkackt ist halb gewonnen

Ausgerechnet mit Tariq, Max und Julian soll Liza einen Film drehen. Das Thema: Träume. Aus der Gruppe der Chaoten, die mit ihr an der Qualifizierungsmaßmahme für den Hauptschulabschluss teilnehmen, sind die drei die Schlimmsten. Das kann nie etwas werden. Denkt Liza anfänglich zumindest.  Doch nach und nach finden die vier zusammen. Gemeinsam wollen sie in ihrem Film zeigen, warum sie an ihrer Schule von Anfang an keine Chance hatten.  Sie drehen ein schonungsloses Video, das  derb ist, wütend und ein bisschen hoffnungslos. Doch genau dabei finden sie heraus, dass auch sie noch Träume haben. Träume, für die es sich vielleicht sogar zu kämpfen lohnt.

Passend zum Schuljahresende, an dem der ein oder andere vielleicht ein eher ernüchterndes Zeugnis mit nach Hause bringt, sei dieses Mut machende Buch von Tom Limes empfohlen.

Der Autor trifft das Lebensgefühl der abgehängten Jugendlichen sehr gut. Alle vier – wenn das Buch auch nur aus der Sicht von zweien geschrieben ist –  haben ihre eigene, berührende Biografie, die sie in die Qualifizierungsmaßnahme geführt hat. Julian scheiterte an seiner Dyskalkulie. Weiterlesen

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So klingt Händel: Klassik für Kinder

Was soll ich sagen?!? Mein Sohn (fast drei) liebt dieses Buch. Seit es bei uns eingetroffen ist, erklingt fast täglich die händelsche Musik in unseren vier Wänden – und im Auto, wo das Buch auch auf gar keinen Fall fehlen darf.

Im Gegensatz zu anderen Soundbüchern, die wir schon besitzen, ist dieses auch für kleine Kinder wirklich einfach zu bedienen. Die ausgewählten Musikbeispiele ( z.B. aus der „Wassermusik“ oder „Sarabande“) sind lang genug, um einen kleinen Eindruck in Händels schöpferisches Werk zu erhalten. Und die Seiten sind so liebevoll illustriert, dass es auch ohne die Musik Spaß macht, in dem Buch zu schmökern. Besonders gefällt mir die Idee, dass die Kinder auf jeder Seite spielerisch einbezogen und zum Mitmachen animiert werden. Weiterlesen

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Ines Maria Eckermann: Ich brauche nicht mehr: Konsumgelassenheit erlangen und nachhaltig glücklich werden

Da ich privat auch gerade versuche, mich von Schränke füllendem Ballast zu befreien, kam das Angebot, dieses Buch zu rezensieren, wie gerufen. Und es hat mehr gehalten, als ich erwartet hatte.

Ines Maria Ackermanns Buch ist nämlich kein herkömmlicher Ratgeber. Es ist geradezu eine philosophische Reise zum inneren Glück.

Wer hier lediglich nach einfachen, schnell umzusetzenden Tipps und Ratschlägen sucht, wird vermutlich enttäuscht werden. Denn um seine Gewohnheiten nachhaltig zu ändern, bedarf es einer grundlegenden Lebensumstellung. Dazu müssen wir zunächst einmal verstehen, warum uns (und auch unsere Umwelt)  unser derzeitiges, konsum getriebenes Leben, unglücklich macht. Was braucht es, um ein wirklich glückliches Leben zu führen? Zwar waren sich da offensichtlich schon die großen Philosophen der Antike uneins. Aber eins stand für alle – ob Hedonisten, Stoiker oder Kynisten – fest: Es ist nicht der materielle Besitz.

Obwohl auch jenseits der Philosophie vordergründig trockene Themen (Pflanzengifte, der Abbau der Ozonschicht, nachhaltige Ernährung) angesprochen werden, ist das Buch wirklich amüsant und kurzweilig geschrieben. Und natürlich enthält es auch ein paar praktische Tipps zum Beispiel zum Elektronik Fasten oder „In 7 Schritten zu mehr JOMO“. Weiterlesen

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Regina Riest: Stiller Bach

Bei einem Klassenausflug entdecken zwei Schulkinder eine männliche Leiche. Sie liegt kopfüber im Stillen Bach in Weingarten. Ertrunken sein kann der Mann dort kaum, dafür ist der Bach viel zu niedrig. Und dann wird in der Lunge des Toten auch noch Salzwasser gefunden. Der ermittelnde Kommissar Maibach und sein Team stehen vor einem Rätsel.

Über Monate hatte eine Jury dutzende von Bewerbungen für den Bodensee-Oberachwaben-Krimiwettbewerb der Schwäbischen Zeitung, Ravensbuch und Emons gesichtet. Voraussetzung für die Autoren: Der Krimi musste in der Region Oberschwaben-Bodensee und in der Gegenwart spielen.  Im Finale setzte sich Regina Riest mit „Stiller Bach“ gegen 39 Mitbewerber durch.

Mich vermochte der Krimi jedoch nicht vollends zu überzeugen. Zwar sind die Charaktere durchweg sympathisch, sie bleiben insgesamt aber recht flach. Dies mag der Tatsache geschuldet sein, dass dies ein relativ kurzes Buch mit dem Fokus auf den Ermittlungen ist. Weiterlesen

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TKKG: Ein fast perfektes Weihnachtsmenü

Ein Wiederhören mit alten Bekannten: Ich habe TKKG seit über 20 Jahren nicht mehr gehört und wie ich feststellen musste, hat sich – bis auf einige wenige Sprecher (die bezogen auf Karl aber leider nicht besser geworden sind) –  kaum etwas verändert. Im Gegensatz zu ihren Kollegen von den drei ??? sind Tarzan, Karl, Gaby, Klößchen und auch Oskar nämlich kein bisschen gealtert. So verfolgen sie die Verbrecher noch immer auf ihren Fahrrädern, was zum Teil einer gewissen Komik nicht entbehrt.

Doch erst einmal zum Inhalt des Weihnachtsspecials: Tim und Karl essen kurz vor Weihnachten gemeinsam mit Karls Eltern im „Plaisier Royal“, einem Nobelrestaurant. Dort werden sie Zeuge, wie der bekannte und gefürchtete Restaurantkritiker Pierre Ragueneau nach dem Dessert vornüber auf seinem Zimtparfait landet. Ein Giftanschlag. Da Karls Ex-Onkel (dazu später mehr) in dem Restaurant arbeitet, schalten sich TKKG in die Ermittlungen ein. Je länger sie ermitteln, umso mehr Täter kommen in Frage – neben Karls Ex-Onkel auch seine Mutter. Weiterlesen

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Dennis Lehane: Der Abgrund in dir

Rachel Childs hat alles, was man sich wünscht: Sie sieht gut aus, ist glücklich verheiratet und hat eine Bilderbuchkarriere als Fernsehjournalistin. Als man sie jedoch nach einem verheerenden Erdbeben nach Haiti schickt, um über die Verwüstungen vor Ort zu berichten, erleidet Rachel vor laufender Kamera einen Nervenzusammenbruch. Dies bedeutet nicht nur das Ende ihrer Karriere, sondern auch das Ende ihres Lebens, wie sie es bisher kannte. Panikattacken suchen sie heim, ihre Ehe geht in die Brüche. Am Ende schafft sie es nicht einmal mehr, das Haus zu verlassen. An diesem Tiefpunkt in ihrem Leben trifft sie – erneut – auf Brian Delacroix, den sie vor Jahren als Privatdetektiv angeheuert hatte. Er kümmert sich liebevoll um sie und hilft ihr, langsam ins Leben zurückzukommen. Doch auch dieses neue Leben scheint nicht von langer Dauer: Eines Tages trifft sie Brian zufällig in der Stadt, zu einer Zeit, an der er angeblich tausende Kilometer entfernt sein sollte. Rachels journalistischer Instinkt ist geweckt, bis sie schließlich droht, in einer unglaublichen Verschwörung unterzugehen… Weiterlesen

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D. Graf & K. Seide: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn, gelesen von N. West

Das Alter zwischen fünf und zehn Jahren ist, so die Autorinnen, ein immens wichtiger Entwicklungsabschnitt, dem in der Fachliteratur aber häufig zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Diese Lücke wollen Danielle Graf und Katja Seide – Betreiberinnen des beliebten Blogs www.gewuenschtestes-wunschkind.de – mit dem vorliegenden Hörbuch schließen. Durch die bedürfnis – und beziehungsorientierte Erziehung, für die sie stehen, soll es möglich werden, dass innerhalb der Familie gleichermaßen auf die Bedürfnisse aller geachtet wird. Es geht darum,  Kompromisse einzugehen, sodass niemand zurückstecken muss. Wie das funktionieren kann zeigen sie kenntnisreich und unter Einbeziehung von Fachliteratur. Sie liefern anschauliche, sehr konkrete  und nachvollziehbare Praxisbeispiele basierend auf den Leserbriefen zu ihrem Blog.

Die Bedürfnis- und Beziehungsorientierung hat häufig einen schlechten Ruf. Ihr wird nachgesagt, die Kinder würden dadurch zu Tyrannen, zu Arschloch-Kindern herangezogen. Weiterlesen

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Jesper Juul: Leitwölfe sein: Liebevolle Führung in der Familie

Wieso Wölfe, werden Sie sich beim Lesen des Titels vermutlich fragen. Wölfe, das klingt zunächst nach Alphatier und Aggression. Doch Jesper Juul beantwortet die Frage direkt zu Beginn durchaus plausibel: „Es ist für sie eine Überlebensfrage, ihrer Gruppe gut funktionierende Anführer zu sein und sie zusammenzuhalten. Ich denke, der Schlüssel für erfolgreiche Familien heißt bei Menschen wie Wölfen: Beziehung und Vertrauen.“ (Seite 18) Eltern sollen ihre Kinder führen, sprich klar sagen was sie wollen und was nicht. Besonders Frauen tun sich, laut Jesper Juul, mit dieser Aufgabe als Leitwolf jedoch schwer – viel schwerer als die Männer. Er ermutigt sie, ihr „wahres Selbst“ (Seite 77) zu entdecken und dabei die Angst zu bewältigen, als egozentrisch abgestempelt zu werden. Nur wenn sie „ihre persönlichen Grenzen und Bedürfnisse definieren (…) werden sie in der Lage sein, gesunde Beziehungen zu ihren Kindern aufzubauen, die im Gegenzug ebenfalls wachsen und gedeihen können durch die zusätzliche Unabhängigkeit (die Jungen) und durch ein gutes, verlässliches Vorbild (die Mädchen).“ (Seite 83) Weiterlesen

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Jan Weiler: Kühn hat Ärger, gelesen vom Autor

Drei Jahre nach seinem ersten Auftreten ermittelt Hauptkommissar Kühn wieder auf und um die (imaginäre) Münchner Weberhöhe herum: Die Leiche eines jungen ausländischen Mannes, Amir, wird an einer S-Bahn-Haltestelle erschlagen und äußerst übel zugerichtet aufgefunden. Eine rechtsorientierte Tat?

Die Ermittlungen führen Kühn und seinen Kollegen Steierer in die High Society Münchens, denn das Opfer war mit einem Mädchen aus gutem Haus zusammen. Neben dieser Krimihandlung, die – wie bereits im ersten Fall – oft zur Nebensache verkommt, wirft dieser Roman vor allem einen  ironischen, oft auch bissigen Blick auf die Münchner Schickeria. Besonders gelungen dabei fand ich die Beschreibungen des Hauses der van Hautens. Gut inszeniert auch der Kontrast zwischen dem vielleicht etwas biederen Kleinbürger Martin Kühn und der Welt der Schönen und Reichen  auf dem Sommerfest der Familie. Weiterlesen

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