Michael Engler & Julianna Swaney: Das alles ist Familie

Familie…eines der wichtigsten Themen überhaupt für Kinder. Aber was bedeutet das heutzutage?

Es gibt sie schon lange nicht mehr, die „klassische“ Familie aus Vater, Mutter, Kind. Es gibt die unterschiedlichsten Kombinationen und in diesem Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren lernen wir sie alle kennen:  Das gleichgeschlechtliche Paar, die Patchworkfamilie, die internationale Familie, und die Großfamilie. Wir treffen auf ein unverheiratetes Paar, eine Familie mit einem Adoptionskind, und auf ein Mädchen, dessen Mutter gestorben ist und das nun allein mit seinem Vater lebt. Auch ein geschiedenes Paar kommt in der Geschichte vor und ein Elternpaar, das sich ständig streitet, um sich dann aber wieder zu versöhnen.

„Das alles ist Familie“ zeigt uns die ganze Vielfalt und versichert den kleinen Lesern, dass jede Familie genauso, wie sie ist, richtig ist. Dabei tauchen im Buch nicht nur unterschiedliche Nationen / Hautfarben auf, sondern auch ein Kind im Rollstuhl. Schön finde ich auch die Kurzvorstellung der Familien am Ende des Buches und die Möglichkeit, ein Foto seiner eigenen Familie ins Buch zu kleben.

„Vielleicht ist Familie sein einfach nur, wenn man sich liebt. Und selbst wenn man sich streitet, immer noch liebhat.“

Aus pädagogischer Sicht, wie ich finde, ein wichtiges Buch, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen über Diversität und Toleranz ihr gegenüber.  Die Zeichnungen sind, passend zum eher sachlichen Inhalt, sehr realistisch gehalten und unterstreichen die Handlung.

Den Inhalt fand ich aber sehr konstruiert. Man hat das Gefühl, dass nicht die Handlung im Vordergrund stand, sondern dass es dem Autor darum ging, möglichst alle erdenklichen Familienkonstellationen vorzustellen. Dadurch fehlt der Geschichte die Leichtigkeit, der Witz und die Spannung. Die Idee, dass Lars und Lina mit einem gefundenen Päckchen durch die Nachbarschaft ziehen, um die Familie zu finden, an die es adressiert ist, ist nett. Aber spätestens nach der dritten Familie langweilt der eintönige – und teilweise belehrende – Gang der Handlung. Ich beim Vorlesen gemerkt, wie sowohl mein Sohn als auch ich das Interesse verloren haben.

Fazit: Tolle Idee, die Umsetzung ist aber ein wenig enttäuschend.

Michael Engler & Julianna Swaney: Das alles ist Familie.
arsEdition, Februar 2021.
32Seiten, Gebundene Ausgabe, 15,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Nadine Roggow.

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