John Strelecky: Das Leben gestalten mit den Big Five for Life

bigWie kann ein Unternehmen 20 Prozent mehr Kundenprojekte annehmen, ohne einen zusätzlichen Mitarbeiter einzustellen – und ohne Überstunden? Noch dazu ein Unternehmen, das seinen Mitarbeitern freie Hand lässt bei der Anzahl in Anspruch genommener Urlaubstage oder der Nutzung der firmeneigenen Sporthalle samt Fitnesscenter. Die Lösung ist so einfach wie genial: Zufriedene Mitarbeiter bleiben der Firma über Jahrzehnte treu und kennen sich immer besser in ihren Bereichen aus. Sie sind produktiver, da glücklicher und erledigen aufgrund ihrer Fachkompetenz Projekte schneller und effizienter. Dank niedriger Fluktuationsraten sind alle Teams perfekt eingespielt.

Diese Businessweisheiten kommen nicht von ungefähr. Sie kommen von der DLGL, einem kanadischen Unternehmen für die Entwicklung von Human Ressources Softwares. Seit Jahren wurde die DLGL zum besten Arbeitgeber des Landes ausgezeichnet. In diesem Ratgeber knüpft Autor John Strelecky chronologisch an sein Buch „The Big Five for Life“ an und baut die reale Firma in seine fiktive Geschichte ein.

Joe Pogrete fällt nach dem Tod seines besten Freundes und Mentor Thomas Derale, für dessen Firma er tätig ist, in ein tiefes Loch. Seine Seminare und Vorträge zu der Führungskultur der „Big Five for Life“, in denen berufliche Ziele mit den persönlichen fünf Lebenswünschen in Einklang gebracht werden, hält er gewohnt professionell ab. Doch sein innerer Lebensfunke scheint erloschen. Er zieht sich immer mehr aus seinem sozialen Umfeld zurück. Bis er die Bekanntschaft mit dem DLGL Geschäftsführer Jaques Guénette macht, dessen Firma er porträtieren möchte. Jaques offenbart sich als Seelenverwandter, der einen ähnlichen Verlust überwinden musste. Nach und nach findet Joe wieder ins Leben zurück und erkennt das Vermächtnis seines verstorbenen Freundes.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger legt dieses Buch den Fokus ganz auf Unternehmer und Führungskräfte. Auch Selbstständige oder Arbeitnehmer können daraus Ansätze für den Umgang mit Kunden und Kollegen ziehen. Mach-mich-besser-Sitzungen, firmeneigene „Museumstage“ und die bewusste Akzeptanz von suboptimalen Gegebenheiten, liefern hierfür Anreize. Reale (Zahlen)Beispiele der DLGL zeigen, wie sehr ein Unternehmen gewinnen kann, wenn es in den Menschen hinter der Arbeitskraft investiert.

John Strelecky: Das Leben gestalten mit den Big Five for Life.
dtv, Juni 2016.
304 Seiten, Taschenbuch, 16,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Diana Wieser.

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2 Kommentare zu “John Strelecky: Das Leben gestalten mit den Big Five for Life

  1. Ich weiß nicht, wie’s kommt, aber wenn ich so etwas lese, möchte ich am liebsten umgehend auf „Leuchtturmwärter auf einer einsamen Insel“ umschulen. Irgendwie machen mich diese Weltverbesserer und Esoteriker sogar leicht aggressiv. Und ich hoffe, mein Lebtag nicht an einer „Mach-mich-besser-Sitzung“ teilnehmen zu müssen. Auch möchte ich in keinem Unternehmen arbeiten, dass seine Leistung permanent bei gleicher Mitarbeiterzahl um 20 Prozent steigern will. Da versteht man doch jeden Aussteiger, der lieber auf den Färöer-Inseln Schafe hüten will.

    Hier habe ich noch einen schönen Link zu einem anderen Buch von John Strelecky gefunden: http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article146243991/Vorsicht-vor-Billigtipps-aus-dem-Psycho-Baumarkt.html

  2. Hallo Andreas,
    lieben Dank für deinen anregenden Kommentar. Da es natürlich nicht meine Absicht war, dass dir Schaum vor den Mund tritt, möchte ich hier ein paar Sachen aufklären, die du eventuell überlesen hast. Zu den übrigen Büchern von John Strelecky kann ich an dieser Stelle nichts sagen, das ist Geschmackssache. Umso schöner ist es, ein Buch wie dieses vorzufinden, das auf einer realen Firma basiert, die reale „Ethics-in-Business“-Preise gewonnen hat und in der realen Welt mehrmals zum besten Arbeitsgeber des Landes (Kanada) gewählt wurde – wie auch in der Rezi erwähnt!

    Hier geht es keinesfalls um Esoterik, sondern um handfeste Zahlen, die belegen, wie sich Gewinn und Effizienz eines Unternehmen steigern lassen, indem konsequent in die MitarbeiterZUFRIEDENHEIT investiert wird.
    Mitarbeiter können sich z. B. so viele Urlaubstage nehmen, wie sie wollen und jederzeit die firmeneigenen Mountainbikes nehmen, um damit in den Wäldern umherzufahren und sich eine kreative Auszeit zu nehmen. Der Effekt zeigt sich dadurch, dass es praktisch keine Krankheitsfälle gibt und keinerlei Fluktuation. Dadurch sind die Mitarbeiter immer besser ausgebildet, effizienter und motivierter – glückliche Mitarbeiter bringen automatisch mehr Leistung,

    DAHER: Es ist nicht so, dass die Firma bei gleicher Mitarbeiterzahl ihre Leistung um 20 Prozent steigern will – UMGEKEHRT wird ein Schuh daraus.
    Dies ist ein Effekt, der bereits EINGETRETEN IST, ganz automatisch, ohne weiteres Zutun, ohne jeden Druck.
    Wer Montagmorgen erstmal zwei Stunden mit den Kollegen Badminton in der Firmen-Sporthalle spielt und um 10 Uhr topfit am Arbeitsplatz eintrifft, hat bis 12 Uhr mehr geleistet als derjenige, der sich seit 8 Uhr lustlos durch den Arbeitstag schleppt. That’s it!

    Würde jede Firma so handeln, gäbe es keinen Burn-Out mehr, keine Entmenschlichung der Arbeitskraft – bei gleichzeitig steigender Produktivität. WIN-WIN par excellence… und gewiss kein Anlass für Aggression. 😉

    Wer mehr über die vielfach ausgezeichnete Firma wissen will:
    http://www.dlgl.com/DLGL_main_en.asp

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