Elian Mayes: Umbrae Noctis 01: Jäger und Gejagter

Elias und Kiresh sind die Protagonisten von Elian Mayes Teil 1 der Umbrae Noctis-Reihe. Die beiden könnten gegensätzlicher nicht sein. Elias wohnt bei seiner Mutter in einer der unteren Stockwerke, während Kiresh eine Kreatur ist, ein Monster, das nachts auf der Erdoberfläche vornehmlich Menschen jagt, sie tötet und frisst. Die Menschen und die Jäger, wie die Kreaturen wie Kiresh genannt werden, haben ein Abkommen. Der Tag gehört den Menschen, die Nacht den Jägern. Die Menschheit lebt unter der Erdoberfläche, während diese den Jägern gehört. Die menschliche Gesellschaft unterscheidet sich wenig von unserer, wer unten lebt, hat einen geringen gesellschaftlichen Status, wer oben lebt, ist mächtig.

Elias und Kiresh Wege kreuzen sich, als Elias seine Freundin Annie auf der Suche nach deren Schwester Finja auf die Erdoberfläche begleitet. Nur knapp können sie dem Angriff von Kiresh widerstehen. Der Jäger bleibt bewusstlos liegen. Elias und Annie entkommen. Am nächsten Tag wird Elias eine Arbeitsstelle im Labor angeboten. In diesem Labor arbeitete bereits sein Vater und es war die einzige Bewerbung von Elias. Hier begegnet er Kiresh wieder, der von den Menschen gefangen wurde. Den Jäger erwarten Versuche, Test, Folter und Tod.

Elias hat die Aufgabe, die Testwerte den Versuchsreihen zuzuordnen. Dabei entdeckt er, dass Kiresh ihm nicht so unähnlich ist, wie es der erste Anschein erwarten ließ. Sie unterscheiden sich allenfalls durch die Klauen, Reißzähne und den roten Ring um die Pupille, die Kiresh im Vergleich mit Elias besitzt. Vielleicht auch noch durch den Umstand, dass Kiresh mit Vorliebe Menschenfleisch verspeist. Wird Elias zulassen, dass Kiresh wie ein Versuchstier getötet wird?

Elian Mayes setzt den ersten Teil der Reihe Umbrae Noctis zwischen einem Pro- und einem Epilog. Die rasante Handlung, die sich bei diesem Roman unwiderstehlich in den Vordergrund drängt, endet in einem klassischen Cliffhanger, der Lust auf den nächsten Teil liefert. Da ist es zu vernachlässigen, dass sich einige Füllwörter und Kraftausdrücke zu viel in den Seiten tummeln.

Abwechselnd wird aus der Sicht von Elias und Kiresh erzählt und so kommen die Protagonisten uns nahe. Die restlichen Figuren sind blass und kommen über ihre Rolle als Statisten nicht hinaus. Wohl der Fortsetzung geschuldet, bleiben einige Erzählstränge unbeendet. Auch dies bereitet Vorfreude auf Band 2.

Elian Mayes erster Teil „Jäger und Gejagter“ bereit trotz der teilweisen sprachlichen Unzulänglichkeiten umfänglichen Lesespaß. Der Roman lebt von der Spannung, der rasanten Handlung und dem interessanten Szenario. Teil 2 bitte!

Elian Mayes: Umbrae Noctis 01: Jäger und Gejagter.
Amrun Verlag, Oktober 2020.
318 Seiten, Taschenbuch, 14,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Michael Pick.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.