Elena Ferrante: Die Geschichte eines neuen Namens

Mit dem ersten Teil ihre Neapel-Tetralogie, „Meine geniale Freundin“, hat Elena Ferrante einen Welt-Bestseller geschrieben. Nun ist der zweite der vier Teile der Freundinnen-Saga erschienen. In „Die Geschichte eines neuen Namens“ geht es um die Studien- und Ehejahre von Elena und Lila. Noch 200 Seiten mehr als der erste Roman hat Band zwei der zuweilen episch ausschweifenden Saga. Und er erzählt „nur“ vom Leben der jungen, 1944 geborenen Frauen zwischen ihrem 16. und 23. Lebensjahr.

Die ganze Tetralogie ist ein Rückblick. Dass Lila mit 66 Jahren spurlos verschwinden wird, wissen die Leser schon seit dem Prolog im ersten Band. Nahtlos schreibt Ferrante vom Ende des ersten Bandes im zweiten Buch weiter. Und sie endet wieder mit einem Cliffhanger – im Mai geht es mit Band drei, „Die Geschichte der getrennten Wege“, weiter.

Herzstück des zweiten Romans ist ein Urlaub der Freundinnen auf Ischia. 165 Seiten widmet Elena Ferrante dieser Sommerauszeit. Aus Elena ist eine ehrgeizige Studentin der Philologie in Pisa geworden; Lila ist seit dem Ende des ersten Romans mit dem Wurstwarenhändler Stefano verheiratet, der sie auch schlägt.

Sie wird schwanger, trennt sich, irrt durch ihr Leben, während Elena zielstrebig, aber mit weniger Glück bei den Männern, ihre Karriere verfolgt. Dabei entfremdet sie sich immer mehr der Familie und den Freunden in Neapel. Und auch das Band der Freundschaft zu Lila wird dünner. Schließlich schreibt Elena ein Buch. Und es wird immer naheliegender, dass die Autorin, die unter dem Pseudonym Elena Ferrante die Saga veröffentlicht, die Geschichte ihres Lebens geschrieben hat. Hinter dem Pseudonym soll sich die italienische Übersetzerin Anita Raja verbergen.

Erzählt ist die Saga großartig, mit einem dichten Erzählsog. Man kann mit Band zwei einsteigen, besser ist es, auch Band eins zu kennen.

Elena Ferrante: Die Geschichte eines neuen Namens.
Suhrkamp, Januar 2017.
624 Seiten, Gebundene Ausgabe, 25,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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