Charlotte Schallié (Hrsg.): Barbara Yelin, Miriam Libicki, Gilad Seliktar: Aber ich lebe

Die Geschichte des Holocaust in Form eines Comics, als Graphic Novel? Kann das funktionieren? Daran zweifelte ich, als ich dieses Buch im Programm des C.H. Beck Verlags entdeckte, ich zweifelte, war aber auch neugierig. Daher habe ich es mir angeschaut und bin darin eingetaucht. Denn: es funktioniert fabelhaft.

„Vier Kinder überleben den Holocaust“, so lautet der Untertitel. Und genau darum geht es auch, um die Geschichten von 4 ganz unterschiedlichen Menschen, die in unterschiedlichen Ländern auf ganz unterschiedliche Weise die grausamen Schrecken überlebten.

Da ist zuerst Emmie Arbel, deren Geschichte Barbara Yelin aufzeichnet (nie war dieses Wort treffender). Emmie, die heute in Israel lebt, wurde in den Niederlanden geboren und war gerade einmal viereinhalb Jahre alt, als sie zusammen mit ihrer Familie in ein Lager kam.

Dann lernen wir David Schaffer kennen, 1931 in der Bukowina geboren, das damals zu Rumänien gehörte. Er überlebte, weil er sich nicht an die Regeln hielt. Seine Geschichte zeichnete Miriam Libicki.

Und schließlich die Brüder Nico und Rolf Kamp, die in dreizehn verschiedenen Verstecken untertauchen mussten, um zu überleben. Von ihnen erfahren wir in den Zeichnungen von Gilad Saliktar.

Abgesehen davon, dass sich die drei Geschichten, die vier Leben gravierend unterscheiden, so ist auch der Stil der Zeichnungen, der Darstellung und Erzählweise ganz unterschiedlich. Gerade das aber erhöht die Faszination dieses Buches ungemein.

Dem Teil mit den Graphic Novels ist ein langer Anhang nachgestellt, in welchem die Überlebenden nochmals zu Wort kommen, aber auch die Zeichner und die Initiatorin und schließlich folgt noch ein Abriss über die historischen Hintergründe.

Ein absolut gelungener Weg, die Schrecken des Holocaust am Beispiel von vier Kindern darzustellen, faszinierend, fesselnd, erschütternd, ungemein wichtig.

Sehr empfehlenswert!

Charlotte Schallié (Hrsg.): Barbara Yelin, Miriam Libicki, Gilad Seliktar: Aber ich lebe.
Aus dem Englischen übersetzt von Rita Seuß.
C.H: Beck, Januar 2022.
176 Seiten, Gebundene Ausgabe, 25,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Renate Müller.

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