Seit dem ersten Semester ist Allie mit Sean zusammen. Um nach einer ihrer vielen Trennungen den endgültigen Schlussstrich zu ziehen, flüchtet sie zu Freunden in die WG – und landet prompt mit Eishockeyspieler Dean im Bett.
Eine einmalige Sache, beschließt Allie. Die faszinierendste Frau, die ihm je begegnet ist, findet Dean und versucht, Allie davon zu überzeugen, eine Affäre mit ihm zu beginnen. Dass sie wiederholt nein sagt, ist ein ganz neues Erlebnis für ihn.
Liebe ist natürlich nicht im Spiel. Bei keinem von ihnen. Oder?
Phasenweise was Schönes dabei. Alles andere: langweilig.
Nach der ersten Staffel der Serie auf Amazon Prime war der dritte Band der, auf den ich mich am meisten gefreut habe – immerhin sind Allie und Dean eindeutig die interessantesten und liebenswertesten Nebencharaktere. Das großartige Casting hat dazu beigetragen, dass auch weniger interessante Passagen gut zu lesen waren – dadurch, dass die Figuren bereits bekannt und ins Herz geschlossen waren. Für sich allein genommen, gibt der Text jedoch eher wenig her. Einer der wenigen Fälle, in denen die Verfilmung besser ist als das Buch.
Es ist nicht direkt schlecht. Viele Szenen sind gut geschrieben, bringen zum Lachen und sogar zum Weinen – aber alles dazwischen ist langgezogen und repetitiv. Die Figuren haben Liebeskummer – sie haben Sex. Sie sagen, dass sie sich lieben – sie haben Sex. Das Haus gefällt ihnen? Sex. Eine nahestehende Person stirbt? Sex. Als Leser ist man entsprechend sehr bald nicht mehr überrascht und vermisst so etwas wie eine Handlung.
Dabei gibt es eine Handlung! Eine Handlung, die das Potential hätte, einen wirklich in den Bann zu ziehen. Wenn man sie nur nicht zwischen den seitenlangen Durststrecken suchen müsste.
Nachdem ich bereits mit den vorherigen Bänden die Enttäuschung hinter mich gebracht habe, gucke ich nun resigniert nach vorne zum vierten Band auf meinem Lesestapel. Empfehlen kann ich das Buch insbesondere den Lesern, die nicht warten wollen, bis die zweite Staffel der Serie veröffentlicht wird. Unsere Lieblingscharaktere werden in diesem Buch eindeutig noch greifbarer und es bringt Spaß, neue Details über sie zu erfahren. Allen anderen würde ich empfehlen, direkt zum Spin-off „Briar U“ überzugehen. Die Bücher sind nämlich – anders als die Originalreihe – richtig gut! Wie das sein kann, entzieht sich mir.
Elle Kennedy: The Score: Off Campus 03.
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Christina Kargerer.
Piper, April 2026.
415 Seiten, gebundene Ausgabe, 22,00 €.
Diese Rezension wurde verfasst von Isabella M. Banger.
