Simon Beckett: Totenfang

totenfangLange ließ der neueste Fall des forensischen Anthropologen auf sich warten, aber jetzt meldet sich Dr. David Hunter endlich zurück. Sein mittlerweile fünfter Fall führt ihn in die Backwaters, ein unwirtliches Mündungsgebiet in Essex. Dort wird seit über einem Monat der 31jährige Leo Villiers, der Sohn einer der einflussreichsten Familien der Gegend, vermisst. Als an einer Flussmündung eine stark verweste Leiche gefunden wird, geht man zunächst davon aus, dass es sich um den verschwundenen Spross handelt. Doch Hunter kommen Zweifel an der Identität des Toten. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser – und der gehört ganz sicher zu einem anderen Mann.

Der neue Beckett schöpft leider sein Potential nicht vollständig aus. Wie immer überzeugt die atmosphärisch dichte Beschreibung der Landschaft und die Zeichnung der Charaktere. Ein Großteil der Handlung jedoch wird von Nebensächlichkeiten bestimmt. Gerade die detaillierten forensischen Beschreibungen kommen in dieser Mordermittlung zu kurz. Dies liegt sicherlich daran, dass David Hunter nicht in die offiziellen Ermittlungen einbezogen wird (seit seinem letzten Fall ist er in Verruf geraten), sondern nur zeitweise zum Einsatz kommt – wie ich finde kein wirklich gelungener Erzählkniff.
Fazit: Einsteigern empfehle ich erst einmal den Griff zu den ersten drei Hunter-Romanen. Alle anderen erwartet ein solider Krimi, dem es aber streckenweise etwas an Spannung fehlt.

Simon Beckett: Totenfang.
Wunderlich, Oktober 2016.
560 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Nadine Roggow.

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