Philip Norman: Paul McCartney

Mehr McCartney geht nicht. Auf fast 1000 Seiten liefert der Autor, der 2008 bereits eine John Lennon Biografie veröffentlichte, alles Wissenswerte über den Ex-Beatle. Dabei lernen wir nicht nur die öffentliche Person kennen, die für unvergessliche Lieder wie „Yesterday“ oder „Penny Lane“ sorgte, sondern die private gleichermaßen. Wie kam er zur Musik, wer beeinflusste ihn, wen liebte er, mit wem überwarf er sich? Norman lässt dafür unzählige Weggefährten zu Wort kommen – ehemalige Schulkameraden, Bandmitglieder und vor allem auch seine Familie. Er liefert interessante Hintergrundfakten zu den Songs der Beatles und bietet einen spannenden Einblick in das nicht immer ganz einfache Leben eines  Beatle. Wie nebenbei erhält man außerdem das Portrait eines halben Jahrhunderts Popgeschichte.

Nur manchmal schweift der Autor ab, liefert scheinbar unnütze Details oder verliert sich in Wiederholungen. An anderen Stellen wiederum  fehlen entscheidende Infos: Wie ist Brian Epstein, ihr Manager, gestorben? Wen hatte Paul am Ende von Kapitel 19 am Telefon? Warum wird das erwähnt, wenn es dann doch nicht näher ausgeführt wird. Braucht man hierfür Insiderwissen, das mir dann offensichtlich fehlt?

Aber das ist nur eine leichte Kritik an einem ansonsten  äußerst kenntnisreichen, sorgfältig recherchierten Buch, das einem Sir James Paul McCartney in all seinen Facetten auf beinahe plastische Weise näher bringt. Man hat bisweilen das Gefühl, selbst dabei gewesen zu sein, und einem der begnadetsten Popmusiker über die Schulter zu blicken.

Philip Norman, Jahrgang 1943, war als Musikjournalist u.a. für die Sunday Times tätig. Sein erstes Buch, die Beatles-Biografie SHOUT!, war auf Anhieb ein Bestseller, weitere erfolgreiche Werke über John Lennon, Elton John und Mick Jagger folgten. Norman trat außerdem als Autor von Romanen und Theaterstücken in Erscheinung. Er lebt mit seiner Familie in London.

Philip Norman: Paul McCartney.
Piper, Juni 2017.
976 Seiten, Gebundene Ausgabe, 32,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Nadine Roggow.

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