Juli Zeh: Neujahr

Die Geschichte spielt auf Lanzarote. Hier hat der junge Familienvater Henning für sich und die Familie über Weihnachten und den Jahreswechsel ein Ferienhaus gemietet. Aber dieser Urlaub ist trügerisch.

Hennings Frau Theresa steht mit beiden Beinen im Leben, genauer gesagt erfolgreich im Arbeits- wie auch im Familienleben – im Gegensatz zu Henning.

Die Aufgaben des Familienlebens teilen Henning und Theresa sich untereinander auf. Theoretisch zumindest, denn Henning wird immer wieder von Panikattacken heimgesucht, unter denen er beruflich wie auch privat leidet.

Während Henning sich am Neujahrsmorgen von der Familie abkoppelt und kurzentschlossen mit dem Fahrrad unter Qualen eine Bergstrecke bezwingt, erfahren wir von all seinen Konflikten. Dabei leidet er körperlich mindestens ebenso wie seelisch, denn die Streckenführung zum Atalaya-Vulkan verlangt alles von ihm und seinen Muskeln ab.

Am Gipfel angekommen beginnt eine zweite Geschichte. Henning erlebt nun Vorkommnisse aus seiner Kindheit rückblickend nach und beginnt zu erahnen, welches Drama er damals als ungefähr Fünfjähriger wiederum auch auf Lanzarote durchlebt hat. Alles was er jahrelang unterdrückt und verdrängt hat, wird ihm nun bewusst.

Sein psychischer Zustand und das Kindheitstrauma sind ineinander verflochten.

Es gibt nur eine Lösung und Henning weiß, was er tun muss.

Wie von Juli Zeh gewohnt, verlässlich gute Literatur, wobei dieser Roman leicht zu erfassen ist. Der erste Teil liest sich psychologisch dicht und packend, der zweite kommt eher etwas konstruiert und schnell geschrieben daher. Eigentlich kann sie das besser.

Juli Zeh: Neujahr.
Luchterhand Literaturverlag, September 2018.
192 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annegret Glock.

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