Stefan Klein: Wie wir die Welt verändern – Eine kurze Geschichte des menschlichen Geistes

Stefan Klein erzählt mit „Wie wir die Welt verändern“ eine weitere „kurze Geschichte“ wie sie in letzter Zeit sehr populär sind. Dieses Buch also ist „Eine kurze Geschichte des menschlichen Geistes“ – und vorab gesagt: Es hält das Versprechen dieser Art Bücher. Nämlich dem Leser wissenschaftliche, oft komplexe Inhalte in interessanter Form und verständlicher Sprache nahe zu bringen

In der Schule war Geschichte schon immer eins meiner Lieblingsfächer. Besonders habe ich mich für die Antike interessiert. Und niemals losgelassen hat mich die Geschichte der Bibliothek von Alexandria. Als der Lehrer damals erzählte, dass dort, zweitausend Jahre vor unserer Zeit, angeblich schon die Pläne für eine Dampfmaschine existiert haben sollen, hat mich das bis heute beschäftigt.

Wurde lediglich aufgrund der Zerstörung der Bibliothek nichts aus diesen Plänen?? Konnten und wussten die Menschen damals viel mehr als wir heute noch ahnen? Und warum gab es dann erst jetzt, beginnend ungefähr mit der Industriellen Revolution, eine wahre Wissensexplosion? Wo es der Großteil unserer Spezies Jahrtausende lang nicht über Ackerbau und Viehzucht heraus gebracht hat? Warum ausgerechnet jetzt? Und nicht z. B. schon zur Zeit der Römer? Dieses Buch brachte mir nun endlich die Lösung: „Jedes schöpferische Denken entspricht dem Zusammenspiel vieler Menschen“. Stefan Klein legt dar, wie das Bevölkerungswachstum Innovation und Fortschritt Vorschub leistete.

Dies stellt aber nur einen kleinen Teil des Inhalts dar. Der Autor fängt tatsächlich in der Frühzeit Sapiens‘ an und legt über die Antike, die Renaissance bis hin zu unserer Zeit sehr anschaulich und an interessanten Beispielen dar, wie sich unser Denken und unsere Kreativität entwickelt haben und wie die daraus resultierenden Veränderungen und Fortschritte die Entwicklung unserer Spezies befördert haben.

Auch Daten und oft überraschende, manchmal auch schockierende Fakten lernt man vor allem im letzten Kapitel. Wir alle wissen von der Überbevölkerung. Tatsächlich wiegt die gesamte Weltbevölkerung laut Buch aber weniger als alle Termiten der Erde. Nicht unsere schiere Masse ist es also, die dem Planeten zu schaffen macht, sondern unser exzessiver Verbrauch an Ressourcen.

So enthält das Buch zu seinem Thema also einen großen Wissensschatz. Und weitgehend liest man sich durch ein faszinierendes und begeisterndes Thema: Den Einfallsreichtum und die erstaunliche schöpferische Intelligenz des Menschen. Schließlich aber versäumt der Autor es nicht auch auf die dunkle Seite unserer Fähigkeiten hinzuweisen und zeigt auf, dass der menschliche Verstand gerade jetzt gefordert ist, die eigene Zerstörung durch die Zerstörung unserer Umwelt abzuwenden.

Das Buch vereint eine packend erzählte Geschichte mit anschaulich dargestellten Informationen und wird von mir sicher noch öfter zur Hand genommen werden.

 

Stefan Klein ist Jahrgang 1965 und studierte Physik und analytische  Philosophie und lebt in Berlin.

Stefan Klein: Wie wir die Welt verändern – Eine kurze Geschichte des menschlichen Geistes.
S. Fischer, März 2021.
272 Seiten, Gebundene Ausgabe, 21,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Pia Konle.

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