Yasmine Galenorn: Schwestern des Mondes 10: Hexensturm

dreiDrei Schwestern sind sie, drei Halbfeen, die auf der Erde gestrandet, ihre neue Heimat vor der Invasion der Dämonen bewahren wollen. Seit Jahren haben die Hexe, die Werkatze und die Vampirin dabei ihre Kräfte und die ihrer Liebhaber in die Waagschale geworfen und das Schlimmste verhindert. Einst waren sie beim AND dem Anderwelt Nachrichtendienst, nun sind sie im Auftrag der Feenköniginnen, der VBM der Vollblutmenschen und in eigenem Interesse damit beschäftigt, die Dämonen von der Eroberung der Erde abzuhalten.

Allerdings hat die Hexe Camille momentan ganz andere Sorgen. Ihr Schwiegervater, ein Drache hat sie entführt und missbraucht die Gefangene brutal. Es gelingt ihr schwer verletzt zu fliehen, doch noch gibt der Vater ihres Ehemanns sich nicht geschlagen.

Damit nicht genug ist auch ein Freund der Schwestern, der Polizist Chase verschollen. Eine Hexe entführte ihn über ein Dimensionstor. So muss sie, natürlich von ihren Schwestern und Freunden unterstützt einmal mehr an zwei Fronten kämpfen …

Seit nunmehr 10 Bänden verfolgen wir das Schicksal der drei Halbelfen mit. Geschickt hat die Autorin dabei ihre Handlung auf zwei große, tragende Säulen aufgebaut.

Zum Einen berichtet sie uns in einer Urban Fantasy Umwelt vom Angriff der Dämonen auf die Erde und deren Bewohner – wobei Letztere sich als erstaunlich vielfältig erweisen – zum Anderen wechselt in jedem Roman der Fokus von einer Schwester zur Anderen. Sie alles sind, obwohl ganz unterschiedlich angelegt, lebenslustige junge Frauen die zu ihrer Sexualität stehen. Neben der packenden Action ist die Darstellung ihres abwechslungsreichen Liebeslebens das zweite Standbein der Reihe.

Nachdem im letzten Band bereits ein erster Ausflug in die Nordreiche des ewigen Eises erfolgte, nahm sich die Autorin der karg-schönen Bühne vorliegend erneut an.

Dabei wartet auf Camille eine schwere Prüfung. Vom eignen Vater verstoßen wird sie nun entführt, gefoltert und vergewaltigt. Dabei bleibt die Autorin insbesondere was den Missbrauch Camilles anbelangt erstaunlich zurückhaltend. Statt sich also seitenlang über sexuelle Begebenheiten auszulassen steht die Flucht im Zentrum der entsprechenden Passagen. Das tut nicht nur dem Buch gut, sondern bringt uns auch einigen packende Kämpfe, bizarre Landschaften und viel Dramatik.

Immer wieder bindet Galenorn dabei neue und andere Sagengestalten in ihre Handlung ein, so dass sich bei allem Soap-Charakter der Endloserzählung keine Langeweile einstellt. Wenngleich Neueinsteiger in den Zyklus ihre liebe Mühe haben werden, den Verweisen zu folgen überrascht der Plot mit viel Action und Pepp.

Yasmine Galenorn: Schwestern des Mondes 10: Hexensturm.
Knaur, November 2013.
416 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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