Wolfgang Rauh: Leichdorf

„Im beschaulichen Leichdorf, einem kleinen, abgeschiedenen Ort inmitten von Wäldern und Bergen, lebt ein Serienmörder, der seinen Opfern gerne die Haut abzieht, um unter die Oberfläche zu schauen.“

Dieser Klappentext macht absolut neugierig, und zwar Thriller-Fans genauso wie Fans von Horrorgeschichten. Gleichzeitig deutet sich bereits an, dass hier eine blutige Geschichte auch humorvoll erzählt wird. Dass der Golkonda-Verlag sehr guten Horror verlegt, ist bekannt. Dass auch deutsche Horror-Autoren vertreten sind, ist großartig, und in der kleinen Szene der Verlage, die das Genre ernst nehmen, nicht selbstverständlich.

Wie geht es los? Roland und Sandra begegnen Dwiggi wieder, der nach langer Abwesenheit nach Leichdorf zurückkehrt. Sie helfen ihm, das verlassene Haus seiner Eltern zu entrümpeln und er lernt Barbara kennen und verliebt sich in sie. Und von nun an dreht sich in Rauhs Horror-Thriller alles um dieses unheimliche Leichdorf, um die Morde, um die Frage, wer der Mörder ist.

Wenn ich nicht völlig falsch liege, erfährt der Leser bald dessen Identität: Wie ein Süchtiger hat er seine eigenen Gewaltfantasien über die Jahre hinweg beobachtet, wie ein Süchtiger schwört er, damit aufzuhören. Schließlich nimmt er eine Frau gefangen, doch anstatt sie zu töten, redet er mit ihr über Gott, das Leben, den Tod und die Schuld.

Weitere Menschen verschwinden, Leichen tauchen auf, die Dorfgeschichte um den Schneider, der seine tote Frau und seine beiden toten Kinder als lebensgroße Jute-Puppen nachgebildet hat, der sich das Herz herausgeschnitten und es mit ihnen geteilt hat, macht wieder die Runde.

An einigen Stellen hätte der Text eine Überarbeitung vertragen, andere Textpassagen sind schaurig-schön. Im Hellen lesen!

Die Ausstattung des Buches ist, wie immer bei Golkonda, sehr schön: tolles Bild, wertiges Cover!

Wolfgang Rauh: Leichdorf.
Golkonda, März 2022.
456 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Corinna Griesbach.

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