Will McCallum: Wie wir Plastik vermeiden

„Plastiktüten sind auf der ganzen Welt zu einem Symbol der Plastikkrise geworden. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von gerade einmal fünfzehn Minuten schätzen Wissenschafter, dass es zwischen 500 und 1000 Jahren dauert, bis sie sich zersetzt haben.“ (Zitat Kapitel „Plastiktütenverboten rund um den Globus“)

Allein dieses kurze Zitat zeigt eindringlich, welches Problem Plastik für die Umwelt und Tierwelt darstellt. Will McCallum hat in seinem Sachbuch zum Thema die wichtigsten Fakten rund um Kunststoffe versammelt. Dabei ist eine Dreiteilung zu erkennen: Im ersten Drittel widmet er sich allgemeinen Infos und stellt klar, dass noch vor 60 Jahren die Menschen sehr gut ohne Plastik gelebt haben. Dass sie auch irgendwie ihre Lebensmittel aus dem Supermarkt nach Hause transportiert haben, sich gewaschen haben, die Zähne geputzt haben – alles ohne Plastik. Heute allerdings ist es undenkbar auf die in sehr unterschiedlicher Form auftretenden Kunststoffe zu verzichten. Im zweiten Drittel des Buches gibt der Autor dann Tipps, wie man Plastik in den unterschiedlichen Räumen des Hauses oder im Job vermeiden kann. Im letzten Teil des Buches stellt er dann in den Mittelpunkt, wie man eine Plastikfrei-Kampagne aufziehen kann, an welchen Stellen man sich über Plastik beschweren kann und wie man das am Besten anstellt. Kurz: Wie man Menschen für die eigenen Ideen möglichst gut begeistern kann.

Der Autor ist Brite und schreibt auch eher für seine Mitbürger. Die Ideen, die er einbringt, sind allerdings allgemeingültig und müssen nur jeweils darauf geprüft werden, mit Hilfe welcher Firmen und Hersteller man sie am besten umsetzen kann. Ein kurzes Statement zu diesem Thema findet sich am Ende des Buches, als Manfred Santen, ein Greenpeace-Experte aus Deutschland kurz zu Wort kommt.

„Die Kunststoffproduktion ist in den letzten 20 Jahren in die Höhe geschnellt und hat 2015 die Marke von 320 Millionen Tonnen erreicht – damit bringt sie mehr auf die Waage als alle Menschen, die heute auf der Erde leben“, konstatiert McCallum im Kapitel „Recycling“. Die Zahlen und Beispiele, die er anbringt, sind schockierend und öffnen die Augen. Immer wieder berichtet er von Tieren, die mit Unmengen von Plastik in den Mägen verendet sind, weil sie dieses oftmals für Futter halten oder bei der Nahrungssuche versehentlich aufnehmen. Selbst in Gegenden auf dem Erdball, die noch nie ein Mensch betreten hat, finden sich Plastikpartikel oder gar deutlich sichtbare Müllansammlungen. Aber man braucht nicht bis an die entlegensten Orte der Welt zu fahren. Meist findet sich im örtlichen Stadtpark oder auf dem Kinderspielplatz schon genügend Müll. Und wer hätte gedacht, dass wir uns täglich mit Pflege- und Waschprodukten reinigen, die winzige Plastikpartikel enthalten, die so in den Wasserkreislauf gelangen? McCallum öffnet für all diese Dinge die Augen.

Er gibt aber auch nützliche Tipps, wie man seinen Alltag plastikfreier gestalten kann. Dabei, das betont er oft, kommt es nicht darauf an, vom einen auf den anderen Tag auf Plastik zu verzichten. Im Gegenteil soll man im Kleinen beginnen und nach den eigenen Möglichkeiten handeln. Ein wiederverwendbarer Kaffeebecher und eine Stofftüte zum Einkaufen können ein Anfang sein und auch mit diesen kleinen Dingen kann man die Welt verbessern. Wenn man dann noch über die Dinge, die man tut, mit anderen Menschen spricht, ist schon Einiges geschehen.

Ein sehr wichtiges Sachbuch, das gute Alltagstipps gibt und die Augen öffnet für eine Problematik, die wir nicht mehr übersehen dürfen!

Will McCallum: Wie wir Plastik vermeiden: … und einfach die Welt verändern.
Ullstein, September 2018.
256 Seiten, Taschenbuch, 12,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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