Wilfried Steiner: Der Trost der Rache

Was soll ich sagen? Das Buch wird deshalb so interessant für mich, weil ich irgendwie mit den drei Hauptsträngen des Buches zu tun habe bzw. hatte. Ich meine nicht professionell, sondern eher aus meiner persönlichen Geschichte: 1. Das astrophysikalische Interesse – hier eher die Faszination der Entstehung des Universums mit all den unglaublichen Rätseln; 2. ein Urlaub auf La Palma und natürlich auch ein Besuch (nur außen) des Telescopio Canarias und 3. meine politische Sozialisation, die viel mit dem Putsch gegen Salvodor Allende 1973 in Chile zu tun hatte. Die Gemengelage kommt in diesem Roman zusammen.

Hobbyastronom Adrian fliegt mit seiner erfolgreichen Psychologenehefrau Karin nach La Palma. Sie braucht eher Zerstreuung – er will das Teleskop besichtigen, bzw. mal durchgucken und hat sogar über einen Freund in Deutschland, einen Vorzugsbesuchstermin bekommen. In Ihrer Pension lernen sie Sara kenne, vordergründig Ornithologin, aber mit großem (chilenischem) Geheimnis. Dazu gesellt sich Ricardo, der bis zum Ende auch rätselhaft bleibt, zuerst flirtender Surflehrer von Karin und am Ende Anarchosyndikalist. Alles irgendwie konfus aber mit viel Geschichte (Chile) und astronomischem Wissen gespickt, so dass das Buch eher ein zweiter Bildungsweg ist, bei dem man sein Wissen und die Geschichte des Putsches und der Jahre danach, CIA etc., auffrischt und ganz nebenbei die Sterne wieder mit anderen Augen sieht. Bedingt zu empfehlen. Kann sein, dass Menschen das Buch langweilig finden! Ich eben nicht!

Wilfried Steiner: Der Trost der Rache.
Haymon Verlag, August 2017.
256 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Fred Ape.

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