Wiebke Lorenz: Einer wird sterben, gelesen von Christiane Marx

Stella Johannsen lebt zurückgezogen in dem Häuschen, das sie mit ihrem Mann Paul bewohnt. Seit einem schweren Unfall, in den die beiden verwickelt waren und bei dem auch Pauls Exfrau starb, ist ihr Gesicht entstellt und sie zeigt sich nur selten in der Öffentlichkeit. Als tagelang ein Auto scheinbar grundlos in ihrer Straße parkt, ist Stella in Alarmbereitschaft. Kann es sein, dass der Mann und die Frau nur wegen des Unfalls da sind, dass sie vielleicht sogar wissen, was damals wirklich passiert ist? Stella ruft in hellem Aufruhr ihren Ehemann Paul an, der als Pilot überall auf der Welt unterwegs ist.

Wiebke Lorenz verlagert die Handlung ihres neusten Romans in die so genannte Blumenstraße. Ein idyllisches Sträßchen mit wenigen Mietern, die sich kennen und allesamt irgendwie Geheimnisse vor einander haben. Der Bau einer großen Wohnanlage bringt das Leben der Ansässigen kräftig durcheinander und auch für das seit Tagen dort parkende Auto interessiert sich nicht nur Stella. Auch die anderen Bewohner fragen sich, was es mit den mysteriösen Leuten auf sich hat. Um so schlimmer, denkt Stella. Denn niemand soll erfahren, was vor sechs Jahren wirklich passiert ist. Doch Stella ist auf sich allein gestellt, denn Paul ist weit entfernt und wird so schnell nicht nach Hause kommen.

Gelesen wird das Hörbuch von Christiane Marx, die schon den unterschiedlichsten Vertonungen ihre Stimme gab. Sie führt sicher und mit einem Gespür für die viele Angst, die sich in Stella gesammelt hat, durch die Hörfassung. Es handelt sich bei der Ausgabe des Argon Verlags um eine gekürzte Fassung mit einer Laufzeit von etwas über sieben Stunden. Dabei hat man weder das Gefühl, dass man etwas Wichtiges zwischen den Kürzungen verpasst haben könnte, noch dass der Roman Längen haben könnte. Die Kürzungen scheinen dem Stoff gut getan zu haben.

Stellenweise wirkt Stellas Panik, die Christiane Marx mit dem immergleichen Ausruf „Paul!“ in Szene setzt, etwas nervig. Doch die junge Frau ist verzweifelt, klammert sich in ihrer Not an den einzigen Strohhalm, den sie noch zu haben glaubt, ihren Ehemann. Er weiß, welches Geheimnis hinter dem damaligen Unfall steckt, er und nur er. Niemand sonst. Und das soll bitte auch so bleiben, denn es könnte sonst das Leben von Stella und Paul für immer zerstören. Doch die beiden Menschen in dem Auto bleiben, stehen fast zwei Wochen einfach nur in der Blumenstraße und Stella wird zunehmend verstörter. Es liegt viel Spannung in diesem Hörbuch, das sich insgesamt sehr angenehm hören lässt und für einen kurzweiligen Zeitvertreib sorgt.

Eine gelungene Vertonung einer spannenden Geschichte.

Wiebke Lorenz: Einer wird sterben, gelesen von Christiane Marx.
Argon Verlag, Februar 2019.
6 CDs, Gekürzte Fassung, 7 Stunden und 19 Minuten.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.