Volker Klüpfel & Michael Kobr: Kluftinger

Kommissar Kluftinger löst seinen 10. Fall. Diesmal sieht es ganz so aus, als wäre er selbst das Opfer. Ein Grab mit seinem Namen und eine Todesanzeige deuten stark darauf hin, dass jemand es auf Kluftinger selbst abgesehen hat. Weitere Drohungen bestätigen das und der Kommissar macht sich auf die Suche, die ihn in seine eigene Vergangenheit führt.

Das ist definitiv eine interessante Idee, die sich deutlich vom Handlungsverlauf der bisher erschienen Bände abhebt. Genau das war wohl auch der Gedanke des Autorenduos Klüpfel und Kober, die zum Jubiläum des 10. Bandes etwas Besonderes bieten wollten. Das ist ihnen sicherlich gelungen. Ob es freilich den eingefleischten Klufti-Fans zusagt, erscheint mir fraglich. Während der etwas kauzige Kommissar sich bisher in relativ klar strukturierten Kriminalfällen auf die Jagd nach Verbrechern begab und diese dann auch regelmäßig zur Strecke brachte, sieht es im neuen Roman anders aus. Hier wird die Handlung von zahlreichen Rückblenden unterbrochen und es gibt ein offenes Ende. Man lernt dabei Kluftinger (und sogar seinen Vornamen) zwar näher kennen, dem Erzählfluss tut das allerdings nicht gut und schmälert insgesamt das Lesevergnügen.

Damit will ich nicht sagen, dass der neue Kluftinger nicht lesenswert wäre. Das ist er sicherlich. Zumal für Fans der Kluftiger-Reihe, für die der Band wohl ohnehin ein Muss ist. Trotzdem fehlen irgendwie die Leichtigkeit und der Humor. Zudem hat die Handlung, wie gesagt, ein offenes Ende. Das kann man machen. Ich persönlich mag es ehrlich gesagt nicht. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Ein gravierender Unterschied zu den bisherigen Kluftingers ist es allemal.

Mein Fazit: Ein durchaus unterhaltsames Buch, das als ‚etwas anderer‘ Jubiläumsband akzeptabel ist. In Zukunft möchte ich aber bitte meinen alten Kluftinger wiederhaben.

Volker Klüpfel & Michael Kobr: Kluftinger.
Ullstein, April 2018.
480 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Christian Rautmann.

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