Ursula Poznanski: Vanitas: Rot wie Feuer

Endlich erfahren wir das Ende der Geschichte von Carolin, der Wiener Friedhofsgärtnerin, die sich vor ihren Verfolgern durch eine falsche Identität schützt. Wie schon im zweiten Band der Trilogie „Vanitas: Grau wie Asche“ ist die Protagonistin in großer Gefahr. Nur hat sie sich diesmal selbst hineinbegeben.

Carolin Bauer, so ihr falscher Name, ist ständig auf der Flucht vor einem Gangsterboss, gegen den sie ausgesagt hatte, woraufhin sie eine neue Identität erhielt. Nun hat sie, nach den dramatischen Ereignissen in Wien, die im vorigen Band geschildert wurden, die Stadt verlassen und ist nach Frankfurt zurückgekehrt. Der Stadt, in der ihr größter Feind zu Hause ist, wo ihre Verfolger ihren dubiosen und illegalen Geschäften nachgehen. Sie hat beschlossen, aus der Gejagten zur Jägerin zu werden. Ihr in die Hände spielt die Konkurrenz zwischen zwei gefährlichen Gangsterbanden, der russischen, die ihr auf den Fersen ist und einer armenischen. Diese hetzt Carolin nun mit perfiden Tricks gegeneinander auf.

Auch dieser dritte und letzte Teil der Trilogie ist wieder hochspannend. Carolin gerät von einer lebensgefährlichen Situation in die nächste, in letzter Minute stets entkommend, wobei ihr oft der Zufall zu Hilfe kommt. Aus ihrer Zeit als Mitglied der russischen Gangsterbande kennt sie viele der Verbrecher und muss daher aufpassen, von diesen nicht erkannt zu werden. Gleichzeitig aber hat sie gerade dadurch auch viele Tricks und Ideen, schlägt die Gangster mit ihren eigenen Waffen.

Gerne würde sie sich bei dem Wiener Kommissar, mit dem sie im zweiten Teil zu tun hatte, Hilfe holen, doch die Folgen ihrer Taten von damals stehen dem im Weg. Also ist Carolin weiterhin ganz auf sich allein gestellt.

Selbstverständlich ist auch dieser dritte Band ein Pageturner, ist genauso fesselnd und die Handlung ebenso temporeich. Dennoch fehlte mir das Subtile im Plot, das „Normale“ an der Protagonistin. Dieser Roman ist vor allem brutal, blutig und rasant. Die Geschehnisse, wie Carolin die verschiedenen Gang-Mitglieder verfolgt und ausschaltet, ähneln sich und so wiederholt sich vieles im Verlauf des Romans. Trotz der Spannung der einzelnen Szenen lässt die Gesamtspannung mit der Zeit nach, man ahnt – oder hofft – wie es am Ende ausgeht. Im Grunde wirkte der Roman auf mich weniger ausgearbeitet, bot weniger Möglichkeiten, mit der Protagonistin zu fühlen und zu leiden. Vielleicht, weil sie diesmal nicht die Getriebene, sondern die Treibende war. So jedenfalls schien mir auch die Handlung getriebener als in den beiden Vorgängerbänden.

Dennoch ist der Roman wie die ganze Serie um Carolin unbedingt lesenswert, für Thrillerfans sowieso, für Liebhaber jeder spannenden Lektüre aber ebenso. Und ich wünsche mir, dass die Autorin noch weitere Romane um die Protagonistin Carolin schreibt, die in meinen Augen eine vielversprechende Serienheldin wäre.

Ursula Poznanski: Vanitas: Rot wie Feuer.
Knaur, April 2021.
400 Seiten, Taschenbuch, 16,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Renate Müller.

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