Ursula Poznanski: Schatten

Irgendwie scheint dies wohl das Jahr zu werden, in dem alle bekannten Kommissare tief in ihre eigene Vergangenheit eintauchen. So auch Beatrice Kaspary, die bei ihrem neuen Mordfall mit dem Grund konfrontiert wird, aus dem sie einmal zur Polizei gegangen ist. Während ihres Studiums ist ihre Mitbewohnerin brutal ermordet worden, der Täter wurde nie gefasst. Jetzt wurde ein Mann in seiner Wohnung brutal hingerichtet und es finden sich Hinweise darauf, dass er der Täter gewesen sein könnte. Aber er bleibt nicht das letzte Opfer und bei jedem neuen Opfer finden sich Hinweise auf das vorherige. Eine Linie zieht sich durch die Morde und sie zeigt direkt auf Beatrice.

Dabei hatte sie doch geglaubt, ihr damaliges Trauma überwunden zu haben. Dabei fing doch gerade an, alles in ihrem Leben besser zu werden. Gerade festigt sich ihre Beziehung zu ihrem Kollegen Florian, mit den Kindern läuft es besser und neue Probleme kann sie jetzt wirklich nicht gebrauchen. Aber das Leben läuft nicht immer so, wie man sich das vorstellt.

Trotz brutalem Anfang hatte ich Schwierigkeiten in den Roman hineinzukommen. Das liegt wohl auch zum Teil daran, dass Beatrice und Florian nicht unbedingt die Protagonisten sind, die man bis zur nächsten Fortsetzung fest im Gedächtnis behält. Dass Beatrice ständig Streit mit ihrem Ex hat, habe ich wohl in den letzten Romanen wahrgenommen, aber ich bin hier drüber gestolpert, weil die Autorin dieses Wissen als selbstverständlich voraussetzt. Von daher gab es einige Einstiegsschwierigkeiten. Als rasant würde ich den Thriller auch nicht unbedingt bezeichnen, aber die Geschichte und gut erzählt und bleibt bis zum Schluss (und gerade am Schluss) spannend und nachvollziehbar.

Fazit: Nicht der Superburner, kein totaler Pageturner, aber ein solides, gut geschriebenes Buch.

Ursula Poznanski: Schatten.
Wunderlich, März 2017.
416 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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