Ursula Poznanski: Layers

doriDorian hat es zu Hause nicht mehr ausgehalten. Jetzt lebt er mehr schlecht als recht auf der Straße und sehnt sich nach Wärme und Bildung. Er ist misstrauisch, aber nicht misstrauisch genug. Eines Abends gibt es Streit, Dorian wacht in der Nacht auf neben einer Leiche und mit seinem eigenen blutverschmierten Taschenmesser in der Hand. Er glaubt, alles ist zu Ende, aber da holt ihn Nico in eine Villa. Dort wird ihm alles das angeboten, was er in den letzten Monaten so schmerzlich vermisst hat: Bildung, Freundschaft, ein Ziel, eine Zukunft. Und man will so gut wie nichts dafür haben. Nur das Verteilen von harmlosen Flugblättern oder das zustellten von harmlosen Päckchen wird von den Jugendlichen erwartet. Es ist zu schön, um Realität und von Dauer zu sein.

Das Problem an diesem Buch ist, dass man nicht sagen kann, um was es geht, ohne zu viel über Inhalt und Ende zu verraten. Also sei an dieser Stelle nur gesagt: Es war sauspannend, die Auflösung nicht ganz so überraschend wie gehofft. Leider ist das Thema schon mehrfach abgehandelt worden, aber diese Version ist wirklich gut. Und sagen kann man ohne zu viel zu verraten, dass es auch um Moral geht. Um die Frage: Was ist gut? Wie viel Schlechtes darf man tun, um ein letztlich gutes Ziel zu rechtfertigen. Diese Thematik wurde allerdings nicht so breit ausgewalzt, wie sie es verdient hätte.

Fazit: Gut zu lesender Jugendroman, der leider ein bisschen zu sehr an der Oberfläche kratzt, ohne in die Tiefe seiner vielschichtigen Thematiken zu gehen.

Ursula Poznanski: Layers.
Loewe, August 2015.
448 Seiten, Taschenbuch, 14,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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