Ulf Schiewe: Gold des Südens/Bucht der Schmuggler

goldBremen, 1635: Als der junge Kapitän Jan van Hagen von einer seiner Handelstouren zurückkehrt, traut er seinen Ohren kaum. Sein Vater soll im Sterben liegen und hochverschuldet sein. Die Gläubiger warten nur auf Jans Rückkehr um das letzte verbliebene Schiff der Familie in ihren Besitz übergehen zu lassen. Kurzerhand entschließt sich Jan mit seiner Crew zur Flucht und in den rettenden Niederlanden erhält er einen lukrativen Auftrag. Er soll in die Karibik fahren und dort Handel treiben, zugleich Ausschau halten nach dem dort verschollenen Sohn seines Auftragsgebers. Jan und die Mannschaft machen sich auf zu der Reise ins Ungewisse.

Ulf Schiewes neuster Roman ist bei Knaur als Ebook erschienen, das sich entweder in Teilstücken oder als Ganzes kaufen lässt. Beschrieben wird vor allem die Reise zu einer Karibikinsel im Besitz der spanischen Krone, auf der der Schwarzhandel trotz entsprechender Gesetze floriert. Für Jan ist die Karibik ein weit entferntes Stück Inselland, von dem er bisher nur gehört hat. Die Mannschaft, die einige schräge und sympathische Vögel aufweist, lässt sich auf das Abenteuer ein und man erfährt viel über das Leben auf dem Schiff, aber auch auf der angepeilten Insel. Es entsteht eine gute Mischung rund um den Schwarzhandel, die Geschichte des verschollenen Seefahrers und seiner eigenen Mannschaft sowie der Menschen auf der Insel.

„Gold des Südens“ ist mit deutlich weniger Seiten versehen als Schiewes übliche Werke – und das tut dem Roman sehr gut! Längen sucht man vergebens und immer passiert etwas Interessantes auf der Reise oder der Insel. Wer historisch belegbare Ereignisse geschildert haben möchte, ist hier falsch bedient. Und dennoch macht diese Geschichte Spaß, denn in ihr ruht eine tolle Atmosphäre.

Ein gelungener Roman, der Lust auf mehr von Jan und seinen Seeleuten macht!

Ulf Schiewe: Gold des Südens.
Knaur, April 2015.
349 Seiten, eBook, 12,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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