Todd Calgi Gallicano: Magic Guardians 01: Der Fluch des Greifen

Sam London lebt in einem kleinen Kaff in Californien. Seine alleinerziehende Mutter ist Lehrerin, und so hat er es nicht eben leicht, schließlich kennt sie alle Tricks und Schliche, mit denen man sich vor der Schule drücken kann aus dem ef-ef. Seit einigen Jahren schon versucht Sam herauszufinden, für was er wirklich begabt ist – sein Zimmer legt beredt Zeugnis davon ab, was er nicht alles ausprobiert hat. Sport, Musik, Kunst – alles nicht sein Ding.

Nur eines fasziniert den Zwölfjährigen wirklich – Fabelwesen, Tiere, die nie ein Mensch zuvor zu Gesicht bekommen hat. Seine Obsession geht soweit, dass er schon von diesen Wesen träumt! Gerade in letzter Zeit hat er von der Begegnung mit einem waschechten Greifen – ja die mit Adlerschnabel und Löwenkörper – geträumt, als er in den Nachrichten einen Bericht von einer Tankstelle im Death Valley sieht, die er aus seinen Träumen kennt. Ihm ist klar – er muss da hin, vielleicht gibt es den Greifen ja wirklich? Gesagt, getan – zwar war es nicht einfach, doch Sam schafft es in die Wüste zu kommen, und dort seinen Greifen zu treffen.

Damit aber fängt das Abenteuer erst an, lernt er doch eine Welt kennen, von der kaum ein Mensch auch nur ahnt – die Welt der Fabelwesen, eine Welt, die in ihrer geheimen Existenz bedroht wird …

Todd Calgi Gallicano legt einen angenehm und spannend zu lesenden Plot vor. Geschickt stellt er dabei einen manches Mal etwas naseweisen, dann wieder unsicheren Jungen ins Zentrum seiner Handlung, mit dem sich der jugendliche Leser bestens identifizieren kann.

Dazu fügt der Autor dann seine Geschichte um, vor den unwissenden Augen der Menschen verborgenen übernatürlichen Kreaturen, deren Existenz bedroht wird. Es warten jede Menge Geheimnisse und Gefahren auf Sam und seine neue Freunde wobei der Autor geschickt die Gelegenheit nutzt, um den Lesern die Schönheiten der Natur insbesondere des Redwood Forests anzupreisen.

Das Pfund, mit dem der Autor besonders wuchert sind sicherlich seine übernatürlichen Wesen. Es gibt zwar auch bekannte Gestalten – Werwölfe etwa – doch Gallicano bemüht sich erfolgreich, eigene Kreationen und Fabelwesen, die nicht so bekannt sind zu integrieren. Und gerade diese sind es, die dem Roman seine Frische und Faszination verleihen.Rotkappen, Tanuki, Aswang und Chupacabras sagen vor der Lektüre sicherlich den Wenigsten etwas. Hier mischen sie sich mit Bigfoot und Yetis, dazu gesellt sich eine geheime Welt, die im Einklang mit der Natur lebt, das hat schon etwas.

So bietet sich die Lektüre als spannend und mitreißend an, sind die Charaktere zwar recht eindeutig und einfach gestrickt, aber liebenswert gezeichnet und nimmt uns der Autor mit in seine ganz eigene, übernatürliche Welt. Fortsetzungen folgen.

Todd Calgi Gallicano: Magic Guardians 01: Der Fluch des Greifen.
cbj, September 2018.
448 Seiten, Gebundenes Ausgabe, 15,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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