Tobias Sommer: Das gekaufte Leben

Clemens Freitag ist Höchstbietender eines ungewöhnlichen Angebots im Internet. Da verkauft jemand für 250.000 Euro sein komplettes Leben – mit Haus, Auto, Boot, Job, Freunden und dem Posten als Vorsitzendem im Angelverein. Von jetzt auf gleich scheint das bis dato offenbar verkorkste Dasein Freitags eine 180-Grad-Wende zum Guten zu nehmen.

Der dtv-Verlag bewirbt dieses Buch im Klappentext so: „Ein faszinierendes Gedankenspiel – Tobias Sommer zeigt uns, wie es sein könnte, das Leben eines anderen zu leben.“ Diese Beschreibung trifft den Inhalt des Romans nicht im Mindesten, denn der entwickelt sich mit wachsender Seitenzahl immer mehr zu einem etwas verworrenen Thriller. Auf dem Grund des Waldsees, der an das von Freitag erworbene Grundstück grenzt, ruht ein dunkles Geheimnis, in das der Vorbesitzer und Leben-Verkäufer mutmaßlich verwickelt ist.

Wer also auf eine philosophische oder psychologische Betrachtung zum Thema „Tausch seines alten gegen ein neues Leben“ gehofft hatte, wird komplett enttäuscht, zumal dieser Roman zwar reich an Details ist, man dafür aber recht wenig über diesen Freitag erfährt. Er bleibt diffus und man kann ihn sich auch nach 330 Seiten nicht recht vorstellen. Warum wollte er überhaupt sein altes Leben loswerden? Der Text gibt keine Antwort.

Tobias Sommer: Das gekaufte Leben.
dtv, Februar 2022.
336 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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