Timon Karl Kaleyta: Die Geschichte eines einfachen Mannes

Timon Karl Kaleyta dürfte Musikfans vor allem als Frontman der Elektropop-Band „Susanne Blech“ ein Begriff sein. Nun hat der gebürtige Bochumer auch seinen ersten Roman geschrieben: „Die Geschichte eines einfachen Mannes“.

Der Held in diesem Buch ist ein Glücksritter, der zuweilen Ähnlichkeit mit Thomas Manns Hochstaplerfigur Felix Krull hat. Kaleytas Held macht sich – etwas naiv – zum Verdruss seiner Eltern zum Beispiel wenig Sorgen um die Zeit nach dem Abitur und glaubt, dass sich schon alles irgendwie finden werde. Das tut es eine Zeitlang sogar: Der Mann macht Karriere an der Uni, landet im Bett von tollen Frauen und startet mit seiner Band eine vielversprechende Musikkarriere.

​Kaleyta beschreibt seinen Protagonisten, dessen Werdegang viel Ähnlichkeit mit dem des Autors selbst hat, als einen Egoisten, der seine wohlmeinenden Freunde ausnutzt und mit Rücksichtslosigkeit seine Ziele erreicht. Immer geht es ihm darum, besser zu sein als etwa seine Mitschüler früher in der Schule. Eine solche Romankonstruktion ist sicher ein Wagnis – denn: Ist der Leser wirkich gewillt, sich ein ganzes Buch lang mit einem im Grunde unsympathischen Menschen zu befassen? Kaleyta macht dieses Manko wenigstens zum Teil mit viel Humor, Ehrlichkeit und Selbstironie seines Ich-Erzählers wett.

Timon Karl Kaleyta: Die Geschichte eines einfachen Mannes.
Piper, April 2021.
320 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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