Tim Krohn: Herr Brechbühl sucht eine Katze

Diese Idee ist grandios. Ein Buch über Gefühlsregungen zu schreiben, die von Mitmenschen vorgeschlagen werden, und die Tim Krohn so wunderbar in diese Mietshausgeschichten aus der Röntgenstraße in Zürich, einflechtet. In allen Gestalten, noch so verrückt oder jung, sexbesessen, forschend oder über das Sterben sinnend – in allen findet sich ein Teil von uns wider. Im Leben wir dir nichts geschenkt und es ist meist eine auch eine ziemliche Plackerei. Aber in allem steckt auch ein Wille, die Schwierigkeiten zu meistern, sich nicht demütigen zu lassen oder sogar zu kämpfen.

Dass in dem Haus dabei urkomische, absurde oder auch weltphilosophische Gedanken gewälzt werden, liegt eben in der menschlichen Natur. Nur weißt du eben oft genug nicht, was dabei der Sinn ist, nach dem alle irgendwie suchen. Vielleicht ist das aber eben genau der Sinn. Es bildet sich in diesem wunderbar schrägen Haus eine nachbarschaftliche Dynamik aus, die zwar oft genug im Streit oder sogar im Desaster endet, aber aus dem sich alle, kurz geschüttelt und in neuer Ordnung untereinander, befreien. Dieses Buch macht pure Lust weiter zu lesen und es gibt die Sicherheit einer Fortsetzung. Unbedingt empfehlenswert!

Tim Krohn: Herr Brechbühl sucht eine Katze.
Galiani-Berlin, Januar 2018.
480 Seiten, Gebundene Ausgabe, 24,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Fred Ape.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.