Thomas Reverdy: Es war einmal eine Stadt

Der in Frankreich lebende Autor Thomas Reverdy widmet sich in seinem Roman „Es war einmal eine Stadt“ dem sterbenden Detroit – und verknüpft dabei mehrere Genres miteinander. Eugène, Mitarbeiter einer Autofirma, wird in die ehemalige Autostadt schlechthin versetzt: Detroit. Doch der Lack ist allerspätestens seit der großen Finanzkrise im Jahre 2008 ab. Die ehemals als „Motown“ bezeichnete Stadt ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die arbeitslosen Menschen ziehen weg und ganze Fabrikhallen stehen leer. Das einzige, was hier noch floriert, ist die steigende Kriminalitätsrate.

Reverdy, der für diesen Roman den begehrten Buchhandelspreis in Frankreich erhalten hat, erzählt seine Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven verschiedener Bewohner der Stadt. Neben Eugène, der ein Auge auf die hübsche Kellnerin Candice geworfen hat, sind das noch der Schüler Charlie, der in die Fänge einer kriminellen Jugendbande gerät, oder der Polizist Lieutenant Brown, der mit seiner mangelhaften Ausrüstung und ganz allgemein gegen den Frust in seiner Stadt zu kämpfen hat.

„Es war einmal eine Stadt“ kommt etwas schwer in die Gänge, und es fällt zunächst schwer, sich in die Figuren hineinzuversetzen. Das Geschehen wirkt seltsam distanziert. Doch der Roman – und das ist selten – steigert sich deutlich – auch weil Thomas Reverdy ein immer stärker werdendes Thriller-Element in seine Handlung einbaut, sodass der Text zum Ende hin nicht nur deutlich spannender wird, sondern auch gleich mehrere Genres miteinander verknüpft: sozialkritisches Drama und Thriller.

Thomas Reverdy: Es war einmal eine Stadt.
Berlin Verlag, Otkober 2017.
288 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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