Thomas Reverdy: Ein englischer Winter

Mit dem Winter vor Margaret Thatchers Wahl zur britischen Premierministerin 78/79 befasst sich ein Roman von Thomas Reverdy. Die Fahrradkurierin und Hobbyschauspielerin Candice fährt im winterlichen London durch Müllberge, die wegen des Generalstreiks nicht abgeholt werden. In einem improvisierten Nachtclub verliebt sie sich.

Der Roman des 1974 geborenen britischen Autors zerfällt ein wenig in verschiedene Einzelteile, die nur lose miteinander verbunden sind. Einen Schwerpunkt bilden die politischen Verhältnisse im „Winter des Missvergnügens“ – so hat ihn ein englischer Journalist einmal genannt -, als Streiks das Land lahmlegten. Man sollte sich für dieses lange zurückliegende Thema interessieren, wenn man den Kauf dieses Buches in Erwägung zieht.

Zweites Schwerpunktthema ist eine Art theoretische Auseinandersetzung mit Shakespeares Stück „Richard III.“, das Candice‘ Theatertruppe aufführt. Die oben erwähnte Liebesgeschichte nimmt im Roman nur einen kleinen Teil ein.

Reverdy stellt den einzelnen Kapiteln Songtitel voran – oft von damals aktuellen Punkbands wie The Clash oder den Sex Pistols.

Letztlich bleibt dieser Roman aber Stückwerk und vor allem für Leser mit Interesse an britischer Geschichte relevant.

Thomas Reverdy: Ein englischer Winter.
Berlin Verlag, Januar 2021.
208 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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