Thomas Klupp: Wie ich fälschte, log und Gutes tat

Der 15-jährige Teenager Benedikt Jäger ist Hauptfigur und Ich-Erzähler in Thomas Klupps Roman „Wie ich fälschte, log und Gutes tat“. Benedikt ist in seiner Heimatstadt Weiden auf riesigen Plakatwänden zu sehen, auf denen er mit zwei Freunden für eine Anti-Drogen-Kampagne seiner Schule wirbt. Außerdem ist er ein begnadet guter Tennisspieler.

Aber: Er konsumiert selbst Drogen – hauptsächlich jedoch fälscht er seine Klassenarbeiten, die er dann seiner überkandidelten Mutter, die nur Einser akzeptiert, zum Unterschreiben vorlegt. Irgendwann eskaliert die Fälschung einer Physikklausur, und die Ereignisse spitzen sich zu …

Das Buch des 1977 geborenen deutschen Autors Thomas Klupp ist ein typischer Jugendroman. Es geht um erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, um Treffen mit Freunden, um Geldnöte und um die Probleme in Schule und Elternhaus. Großen Spaß macht die schnodderige Jugendsprache, die sich durch das gesamte Buch zieht, authentisch wirkt und dem Buch einen hohen Unterhaltungswert mit garantiertem Spaßfaktor verleiht.

Interessant ist, dass sich nicht nur Benedikt durchs Leben schwindelt, sondern beispielsweise auch sein Vater (mit einem steuerlich absetzbaren heimischen Operationssaal, den es nicht gibt), seine Mutter (mit nicht vorhandenen französischen und italienischen High-Society-Kontakten) und die Leiterin seiner Schule, die mit der (nur bedingt vorhandenen) MINT-Begabung ihrer Schüler punkten will. Und selbst Benedikts Freundin Marietta küsst ihn nur, um vor ihren Freundinnen mit einem tollen Boyfriend anzugeben. Das ist eine gesellschaftskritische Aussage, die über den reinen Unterhaltungscharakter dieses Romans hinausgeht.

Negativ könnte man anmerken, dass einige Passagen über das Fälschen von Klausuren und Zeugnissen etwas zu detailverliebt sind und sich demnach in die Länge ziehen.

Thomas Klupp: Wie ich fälschte, log und Gutes tat.
Berlin Verlag, Septembver 2018.
256 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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