Thees Uhlmann: Sophia, der Tod und ich

theesDie Sache ist keinesfalls neu: ein Highlight, des zu Besuch kommenden Todes, ist in George Tabori‘ s „Mein Kampf“ zu lesen. Hier kommt in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts, der Tod nach Wien um den erfolg- und talentlosen Pinselquäler Adolf Hitler abzuholen. Ausgerechnet ein Jude bittet um eine Gnadenfrist. Mit den bekannten schrecklichen Konsequenzen. Schön ist auch folgender Cartoon: kommt der Tod in ein Wohnhochaus und klingelt bei einem gewissen Meyer!? Oben geht jemand an den Sprechapparat: „Hallo?“ Der Tod: „Ihre ZEIT ist gekommen!“ „Sprechapparat: „Hab ich nicht aboniert!“ Klick. Klasse. Ich selbst hab mich mit meinem Kumpel Feuerstein an dieses Genre gewagt: aus „Sonst gerne“: „Sie kommen wirklich ungelegen – und außerdem ohne Termin – wär‘ n sie gestern mal gekommen – aber heut‘ hat‘ s keinen Sinn – denn ich bin grade auf dem Weg nach Herne – tut mir leid, keine Zeit, sonst gerne!“ Tja, wer all dies lustig findet, oder auch philosophisch zumindest ein wenig unterwegs ist, der ist bei Thees Uhlmann sofort zu hause. Gleich von der ersten Seite. Es entsteht eine wirklich brüllend komische Geschichte und der Tod findet mit der Zeit Spaß am Leben. Es kommen skurrile Formulierungen die richtig Spaß machen, auch mehrmals zu lesen. Beispiel? „Mit letzter Kraft rannte er dem Tod hinterher um am Leben zu bleiben“ etc… Ein Buch, bei der man die ganze Zeit schmunzelt. Auch das Ende kann hier verraten werden, denn es ist geschriebene Comedy: „Und ich starb“. Das sind die letzten drei Worte. Hm. Da fragt man sich doch, wo hat er dann diese Geschichte geschrieben?

Thees Uhlmann: Sophia, der Tod und ich.
Kiepenheuer&Witsch, Oktober 2015.
320 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Fred Ape.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.