Tamsyn Muir: Ich bin Gideon

Nachdem Gideon Nav es zum wiederholten Male nicht schafft, vom Planeten der Neunten zu fliehen, erwartet sie ihr wohl größer Albtraum. Gerade sie, die als Fremde stets ausgegrenzt und gemieden wurde, soll die ehrwürdige Tochter von Dreaburh auf den Planeten des Ersten begleiten und ihr dabei helfen, zur Lyktorin, einem heiligen Wesen, aufzusteigen. Widerwillig stimmt die junge Frau zu, schließlich soll sie im Gegenzug ihre Freiheit erhalten und den Neunten verlassen dürfen. Etwas, was ihr bisher verboten war.

Gemeinsam mit ihrer Erzfeindin Harrowhark Nonagesimus, fliegt sie auf den Planeten des Ersten, unwissend, was sie dort erwarten wird. Dabei muss Gideon sich nun als Gideon die Neunte, die Kavalieren des Neunten, ausgeben. Im Haus Canaan trifft das ungleiche Gespann auf die Nekromanten und Kavaliere der anderen Häuser und schon bald entbrennt ein Wettkampf zwischen ihnen, der Gideon und Harrow alles abverlangen wird.

„Ich bin Gideon“ beschreibt die Geschichte zwei junger Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Trotz ihres Hasses aufeinander, müssen sie in der Lage sein, zusammenzuarbeiten. Leider fand ich die Handlungen der Charaktere nicht immer nachvollziehbar. Wegen meist komplizierten Namen fiel es mir schwer, mich an die Zugehörigkeit einzelner Charaktere zu ihren Häusern zu erinnern. Erst, nachdem ich über die Hälfte des Romans gelesen hatte, habe ich die Namen so weit in meinem Gedächtnis gehabt, dass ich sie einzelnen Personen und Häusern fehlerfrei zuteilen konnte. Leider konnte ich mich nicht in die einzelnen Charaktere hineinversetzen und finde es sehr schade, dass ich leider keine tiefere Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Das Schicksal Einzelner hat mich nicht berührt, so wie es bei vielen anderen Romanen der Fall ist. Gegen Ende hat sich der finale Akt über beinah 100 Seiten gezogen, was ich als sehr ermüdend empfunden habe. Zudem blieben viele offene Fragen unbeantwortet.

Gut fand ich hingegen, wie Muir die Magie der Nekromanten und die Umgebung beschreibt. Ich konnte mir problemlos bildhaft vorstellen, wie Skelette erschaffen wurden oder das Labor aussah. Zudem schaffte die Autorin es, die Beziehung, in welcher einzelne Charaktere zueinander standen, glaubhaft dazustellen. Außerdem schafft sie es immer wieder, den Leser in die Irre zu führen und mit unerwarteten Wendungen zu überraschen.

„Ich bin Gideon“ ist ein Science Fiction Roman mit einigen kleinen Schwachpunkten. Es dauert eine Zeit, bis man mit der Geschichte warm wird und man sollte keine Herzschmerzmomente erwarten. Es ist eines dieser Bücher, die man eben mögen muss, um es lesen zu können. Für jene, die es mögen, wird es jedoch eine gute Unterhaltung für zwischendurch sein. Für mich persönlich war es eher nichts. Deshalb bewerte ich dieses Buch auch nur mit 5 von 10 Punkten. Für meinen Geschmack hat es sich an manchen Stellen zu sehr gezogen und man hätte mehr herausholen könne. Für große Sci-Fi-Fans ist dieses Werk aber dennoch zu empfehlen.

Tamsyn Muir: Ich bin Gideon.
Heyne, April 2020.
608 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Zoé Höh.

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