F. Scott Fitzgerald: Partytime (1920-1930)

Der US-Amerikaner F. Scott Fitzgerald (1896-1940) ist berühmt für seine Romane „Diesseits vom Paradies“ und  „Der große Gatsby“, die im Original 1920 bzw. 1925 veröffentlicht wurden. Fitzgerald schrieb außerdem Drehbücher und Kurzgeschichten. Im Diogenes Verlag erschien 2015 der Shortstory-Band „Liebe in der Nacht und andere Lovestorys“ (1920). Am 28. Juli 2021 ist nun ebendort „Partytime“ mit Geschichten aus den Roaring Twenties herausgekommen. Die sieben Geschichten wurden im Original zwischen 1920 und 1930 (meist in Zeitschriften) veröffentlicht. Für den Diogenes Verlag hat sie Silvia Zanovello ausgewählt.

Und natürlich dreht sich alles um Partys in den Geschichten. Da meint die reiche und eigenwillig-arrogante Rags Martin-Jones auf den Prince of Wales in einem Nachtclub in New York zu treffen.

Da bekommt die langweilige Bernice von ihrer Cousine Nachhilfe zur Steigerung ihrer Attraktivität auf Partys und lässt sich sogar darauf ein, sich einen Bubikopf schneiden zu lassen.

Oder der arme Gordon, der sich in der Geschichte „Erster Mai“ wegen eines Mädchens unbedingt Geld leihen und dafür seinem ehemaligen Studienkollegen Philip auf einen Ball der Yale-Absolventen folgen muss. Weiterlesen

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Douglas Stuart: Shuggie Bain

Der Schotte Douglas Stuart (Jahrgang 1976) studierte Modedesign in London und arbeitete für bekannte Marken wie Calvin Klein oder Gap. Er lebt in New York. Für sein Erstlingswerk „Shuggie Bain“ erhielt Stuart 2020 den Booker Prize. Nun ist der halbautobiografische Roman am 23. August 2021 bei Hanser Berlin im Carl Hanser Verlag erschienen. Übersetzt hat ihn Sophie Zeitz.

Douglas Stuart wuchs in Glasgow auf. Seine Mutter war alleinerziehend und alkoholabhängig. Sie starb als Stuart sechzehn Jahre alt war. Ihr hat er das Buch gewidmet.

„Shuggie Bain“, der eigentlich Hugh heißt, ist der jüngste Sohn von Agnes und Shug Bain. Seine Geschwister Leek und Catherine stammen aus Agnes’ erster Ehe mit Brendan McGowan. Sie leben Anfang der 1980er Jahre – zunächst zusammen mit Agnes’ Eltern, Lizzie und Wullie – in einer Hochhaus-Siedlung im Glasgower Stadtteil Sighthill. Big Shug Bain ist Taxifahrer und Macho. Er betrügt Agnes nach Strich und Faden mit anderen Frauen. Dann ziehen sie nach Pithead, einem heruntergekommenen Bergarbeiterdorf, um. Shug verlässt die Familie. Und Agnes, auf sich allein gestellt, säuft und lässt sich mit Männern ein, die ihr den nächsten Drink, das nächste Bier spendieren. Catherine geht mit ihrem Freund und Verlobten nach Südafrika. Und auch Leek haut irgendwann ab. Nur Shuggie harrt bei seiner über alles geliebten Mutter aus. Er verzeiht ihr alle Alkoholexzesse, ihr Selbstmitleid und ihr Gezeter. Für kurze Zeit wird Agnes  mit Hilfe der Anonymen Alkoholiker trocken. Sie hat einen neuen Freund, Eugene, der ebenfalls Taxi fährt. Doch die neue Liebe hält nicht lange. Agnes versinkt im Alkohol. Und Shuggie spürt immer mehr, dass er anders ist als die anderen Jungs. Weiterlesen

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Daniela Krien: Der Brand

Die deutsche Autorin Daniela Krien (Jahrgang 1975) lebt und arbeitet in Leipzig. Ihr Roman „Die Liebe im Ernstfall“ aus dem Jahre 2019 wurde ein Erfolg und vielfach verkauft. Nun ist am 28. Juli 2021 ihr neues Buch „Der Brand“ im Diogenes Verlag erschienen.

Das Ehepaar Rahel und Peter Wunderlich aus Dresden ist fast drei Jahrzehnte verheiratet, ihre Kinder Selma und Simon sind erwachsen. Rahel ist Psychologin und arbeitet als Gesprächstherapeutin, er ist Literaturprofessor, sie leben in Dresden. Für den Corona-Sommer 2020 haben sie eine Hütte in den Ammergauer Bergen gemietet. Diese Hütte brennt drei Tage vor ihrer Ankunft ab. Zufällig ruft kurz nach der Absage des Vermieters Ruth an. Die siebzigjährige Ruth ist die Freundin von Rahels verstorbener Mutter Edith. Ruths Mann Viktor hat einen Schlaganfall erlitten, und Ruth bittet Rahel sich um den Hof in Dorotheenfelde in der Uckermark zu kümmern. Rahel sagt zu. Ihre Ehe ist in eine Sackgasse geraten. Peter schläft nicht mehr mit ihr. Für drei Wochen werden Rahel und Peter nun den Hof und die Tiere versorgen, Gespräche führen und Streits austragen, Rotwein trinken, ihre Kinder zu Besuch empfangen und am Ende zu einem Gundermann-Song zurück nach Dresden fahren. Weiterlesen

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Ali Smith: Sommer

Der Sommer ist da und mit ihm Ali Smiths letzter Band ihres Jahreszeitenquartetts. Nach „Herbst“ (2019), „Winter“ (2020) und „Frühling“ (2021) ist „Sommer“ am 26. Juli 2021, wiederum übersetzt von Silvia Morawetz, im Luchterhand Literaturverlag erschienen.

Darin findet sich die Familie Greenlaw in Brighton 2020 am Anfang der Corona-Pandemie, die die Welt erschüttern wird. Die 16jährige Sacha hadert mit ihrer Mutter Grace, ihrem 13jährigen Bruder Robert und mit der

menschengemachten Apokalypse. Der Vater von Sacha und Robert, Jeff, hat sich von Grace getrennt und lebt nun nebenan mit seiner neuen Freundin Ashley. Die Greenlaws erhalten Besuch von Arthur („Art in Nature“) und Charlotte, die die Leserinnen und Leser des Zyklus aus „Winter“ kennen. Die beiden wollen zu dem inzwischen hundertvierjährigen Daniel Gluck (aus „Herbst“), der ein alter Freund von Arts Mutter Sophia gewesen sein soll. Daniel, der inzwischen im Haus von Elisabeths Mutter, seiner ehemaligen Nachbarin, lebt und gepflegt wird, schwebt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Weiterlesen

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Mary Miller: Always Happy Hour

Die US-Amerikanerin Mary Miller (Jahrgang 1977) debütierte 2013 mit dem Roman „Süßer König Jesus“. Danach erschienen 2017 die Kurzgeschichten „Big World“. Beide Bücher wurden hochgelobt. Nun veröffentlichte Hanser Berlin im Carl Hanser Verlag am 17. Mai 2021 ihren neuen Erzählband „Always Happy Hour“ in einer Übersetzung von Stefanie Jacobs.

Darin finden sich elf kurze Erzählungen über junge und nicht mehr ganz so junge weiße Amerikanerinnen, die sich durch ihr Leben lavieren. In „Anleitung“ erhält eine Frau von ihrem Freund genaue Anweisungen darüber, wie sie seine Wohnung in seiner Abwesenheit (er läßt sich ein neues Tattoo in San Francisco stechen) zu hüten hat. Leider scheint eine der Katzen eine Rasierklinge verschluckt zu haben.

Die Betreuerin in einem Übergangsheim für misshandelte und vernachlässigte Kinder verliert in „Big Bad Love“ ihr Herz rührend aussichtslos an Diamond, einem kleinen Mädchen, das von seinem Vater missbraucht wurde.

In „Er sagt, ich bin ein kleiner Ofen“ geht ein Pärchen mit den Eltern des Mannes auf Kreuzfahrt, die er im Glücksspiel gewonnen hat. Sie machen so lange Fotos von sich wie Kate Winslet und Leonardo di Caprio in „Titanic“, bis sie „perfekt glücklich aussehen“.

In der Titelgeschichte „Always Happy Hour“ verliebt sich Alice in Richie, der einen kleinen Sohn hat. Und sie versucht, die Liebe festzuhalten. Weiterlesen

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Leïla Slimani: Das Land der Anderen

Die Schriftstellerin Leïla Slimani wurde 1981 in Marokko geboren. Sie lebt und arbeitet heute in Paris. Für ihre Romane erhielt sie u.a. den Prix Goncourt. „Das Land der Anderen“, ihr dritter Roman, ist am 24. Mai 2021 im Luchterhand Literaturverlag erschienen. Als Grundlage für das Buch diente Slimani die Geschichte ihrer Großeltern. Übersetzt hat es Amelie Thoma.

1944 lernt die junge Mathilde den Marokkaner Amine Belhaj in ihrer Heimatstadt im Elsaß kennen. Das französische Regiment, in dem Amine während des 2. Weltkriegs dient, ist dort stationiert. Sie verlieben sich, heiraten und im März 1946 landet Mathilde, gerade zwanzig Jahr alt, in Rabat in Marokko. Amine hat von seinem Vater ein Stück Land bei Meknès geerbt und möchte es als Farmer bewirtschaften. Zunächst aber leben sie bei Amines Mutter Mouilala und seinen Geschwistern Omar und Selma in der Medina von Meknès. Mathilde ist schwanger. Sie gewöhnt sich nur langsam an das neue Leben in Marokko.  Amine kümmert sich um sein Land, seine Arbeit. Er übernimmt mehr und mehr wieder die traditionelle Rolle des Mannes in der patriarchalischen marokkanischen Gesellschaft. Mathilde und er streiten viel. Sie will sich nicht in die untergeordnete, unterwürfige Frau verwandeln, wie es Amine von ihr verlangt. Die Arbeit auf der Farm ist hart. Die Marokkaner fühlen sich von der französischen Kolonialmacht zusehends benachteiligt und gedemütigt. Die Lage zwischen den französischen Siedlern und den Einheimischen spitzt sich zu. Die Marokkaner streben nach Unabhängigkeit. Mathilde bekommt zwei Kinder, Aïcha und Selim. Aïcha ist sensibel und ängstlich. Mathilde besteht darauf, sie auf eine katholische, französische Schule zu schicken. Amines Bruder Omar wird Nationalist und geht in den Widerstand. Weiterlesen

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Maarten ’T Hart: Der Nachtstimmer

Der niederländische Schriftsteller Maarten ’t Hart (Jahrgang 1944) hat einen neuen Roman geschrieben. Am 31. Mai 2021 erschien „Der Nachtstimmer“ in einer Übersetzung von Gregor Seferens im Piper Verlag.

Darin fährt der Orgelstimmer Gabriel Pottjewide in den 1980er Jahren in die südholländische Provinz, um in einer kleinen Hafenstadt die Orgel der Groote Kerk zu stimmen. Gabriel Pottjewide ist wohl der beste Orgelstimmer der Niederlande, sein Spezialgebiet sind Schnitger-Orgeln. Die Orgel in der Groote Kerk stammt von dem Schnitger-Schüler Rudolf Garrels. Die Stadt empfängt ihn mit üblem Geruch, unfreundlichen Menschen und einer sehr einfachen Unterkunft im Seemannsheim. Die Kellnerin Sjaan serviert ihm dort FGK (Fleisch, Gemüse, Kartoffeln). Außerdem tagt gerade eine Versammlung einer freikirchlichen Gemeinde, mit der Pottjewide in eine Diskussion über die Auslegung einer Bibelstelle gerät und einen zusätzlichen Auftrag zum Stimmen der Orgel in der Immanuëlkirche erhält. Zur Unterstützung beim Stimmen werden ihm Mutter und Tochter Edelenbos zur Seite gestellt. Gracinha Edelenbos ist Kapitänswitwe und einst aus Brasilien in die Niederlande gekommen. Ihre Tochter Lanna gilt als geistigbehindert, sie spricht nicht, ist aber eine geniale Orgelstimmer-Helferin. Wegen des Lärms der ortsansässigen Schiffswerft kann Gabriel Pottjewide nur in den Abend- und Nachtstunden stimmen. Zwischen den Dreien entwickelt sich langsam und zögerlich ein freundschaftliches Verhältnis. Das gefällt nicht allen in der kleinen Stadt. Die wunderschöne Gracinha wird von vielen begehrt. Pottjewide bekommt das zu spüren. Nur knapp entgeht er einem Anschlag auf sein Leben. Und er verliebt sich in Gracinha. Weiterlesen

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Donal Ryan: Die Stille des Meeres

Der Ire Donal Ryan (Jahrgang 1976) stand 2018 mit seinem Roman „From a Low and Quiet Sea“ auf der Longlist des Man Booker Prize. Der Diogenes Verlag veröffentlichte am 26. Mai 2021 die deutsche Erstausgabe des Buches unter dem Titel „Die Stille des Meeres“ in einer Übersetzung von Anna-Nina Kroll. Es ist Donal Ryans viertes Buch.

Donal Ryan erzählt in „Die Stille des Meeres“ die Geschichte dreier Männer, Farouk, Lampy und John, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben.

Der syrische Arzt Farouk Alahad flüchtet mit seiner Frau und seiner Tochter über das Mittelmeer aus seiner Heimat. Das Boot kentert bei stürmischer See. Farouk wird geborgen. Die  Suche nach seiner Familie beginnt.

Der junge Ire Laurence (Lampy) Shanley hat Liebeskummer. Er lebt mit seinem Großvater Dixie (Pop) und seiner Mutter Florence in einer kleinen Stadt. Seine Freundin Chloe hat mit ihm Schluss gemacht und studiert jetzt in Dublin. Lampy arbeitet in einem Altenheim. Er kennt seinen leiblichen Vater nicht.

John ist ein fieser Typ. Er hat sein Leben damit zugebracht, Menschen auszunutzen und zu betrügen. Jetzt ist er alt, krank und sucht nach Vergebung.

In der irischen Kleinstadt treffen die drei Männer aufeinander. Weiterlesen

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Irvin D. Yalom & Marilyn Yalom: Unzertrennlich: Über den Tod und das Leben

Das US-amerikanische Ehepaar Irvin D. und Marilyn Yalom war 65 Jahre verheiratet. Marilyn (Jahrgang 1932) war Kultur- und Literaturwissenschaftlerin und Autorin. Sie starb 2019 an einer Krebserkrankung. Irvin D. feiert in diesem Jahr seinen 90sten Geburtstag. Er ist Psychoanalytiker und Psychotherapeut mit zahlreichen Veröffentlichungen. Seine Sachbücher und vor allem seine Romane sind auch in Deutschland bekannt. Das Buch mit dem Titel „Unzertrennlich“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ehepaares. Abwechselnd schreiben sie die Kapitel, die nach Marilyns Erkrankung, ihre letzten Lebensmonate festhalten sollten. Am Ende musste Irvin D. es allein abschließen. „Unzertrennlich – Über den Tod und das Leben“ erschien am 10. Mai 2021 in einer Übersetzung und mit einem Nachwort von Regina Kammerer bei btb. Die Fotos machte Irvins und Marilyns Sohn Reid Yalom.

„Unzertrennlich“ ist einTagebuch über die Liebe, das Leben und den Tod. Irvin D. (genannt Irv) und Marilyn halten darin zunächst abwechselnd fest, wie sie die Monate mit der unheilbaren Krebskrankheit erleben. Sie erzählen dabei auch über ihr Leben miteinander: sie kennen sich, seit sie fünfzehn Jahre alt waren. Sie haben beide akademische Laufbahnen eingeschlagen, vier Kinder bekommen und Bücher geschrieben. „Unsere Beziehung begann und endete mit Büchern“ schreiben sie in ihrem Vorwort zu „Unzertrennlich“. Weiterlesen

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Marie Aubert: Erwachsene Menschen

Die Norwegerin Marie Aubert (Jahrgang 1979) legt mit „Erwachsene Menschen“ ihren ersten Roman vor. Das Buch ist am 21. April 2021 im Rowohlt Verlag erschienen. Ursel Allenstein übersetzte den Roman aus dem Norwegischen.

Darin erzählt Marie Aubert die Geschichte der vierzigjährigen Ida, die sich mit ihrer Familie in einem Ferienhaus an der Küste Norwegens trifft. Ida ist Architektin und möchte ihre Eizellen in einer Klinik in Schweden einfrieren lassen, damit sie, wenn sie den richtigen Partner gefunden hat, Kinder mit ihm bekommen kann. Marthe, ihre jüngere Schwester, ist mit Kristoffer verheiratet, der eine sechsjährige Tochter namens Olea hat. Sie wollen den fünfundsechzigsten Geburtstag der Mutter feiern. Diese reist mit ihrem Lebensgefährten Stein an. Idas und Marthes Vater hatte sich vor Jahrzehnten von der Familie getrennt und ist inzwischen verstorben. Bevor Ida von ihren Kinderwunsch-Plänen erzählen kann, erklärt Marthe ihr, dass sie schwanger ist. Und Ida erfährt, dass sich eine Eizellenentnahme bei ihr nicht mehr lohnt. Ida lässt ihre Enttäuschung an Marthe aus, flirtet mit Kristoffer und bricht nach einem Streit zu einer Bootstour mit der kleinen Olea auf. Weiterlesen

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