Nell Leyshon: Die Farbe von Milch

Die britische Dramatikerin und Autorin Nell Leyshon (Jahrgang 1962) schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Kurzgeschichten und Romane. In ihrer Heimat erhielt sie mehrere Auszeichnungen. Im September 2017 hat der Eisele Verlag mit „Die Farbe von Milch“ nun erstmals einen Roman von Nell Leyshon, übersetzt von Wibke Kuhn, in Deutschland herausgebracht. Die englische Originalausgabe „The Colour of Milk“ erschien 2013.

Die fünfzehnjährige Bauerntochter Mary schreibt 1831 ihre ganz persönliche Geschichte auf. Geboren wurde sie als vierte Tochter eines harten und gewalttätigen Vaters und einer gefühllosen und kalten Mutter irgendwo auf dem Land in England. Mary hat milchfarbenes Haar und ein verkrüppeltes Bein. Alle Familienmitglieder, mit Ausnahme des alten Großvaters, schuften auf dem Bauernhof und den umliegenden Feldern. Keiner von ihnen kann lesen oder schreiben. Sie stehen auf, wenn es hell wird und gehen ins Bett, wenn es dunkel wird. Mary schläft mit ihrer Schwester Beatrice in einem Bett. Weiterlesen

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Nicol Ljubić: Ein Mensch brennt

Der mehrfach ausgezeichnete Journalist und Schriftsteller Nicol Ljubić (Jahrgang 1971) kam 1988 nach Deutschland und lebt aktuell in Berlin. In seinen Büchern verknüpft er Dokumentation und Fiktion wie zuletzt in seinen Romanen „Als wäre es Liebe“ (2012) und „Meeresstille“ (2010). In seinem neuesten Werk „Ein Mensch brennt“, das am 8. September 2017 bei dtv erschienen ist,  hat er mit Hartmut Gründler, einem (eher unbekannten) Politikaktivisten der 1970er Jahre, eine wahre Figur zum Dreh- und Angelpunkt seines Romans gemacht. Gründler verbrannte sich am 16. November 1977 in Hamburg aus Protest gegen die Atompolitik des damaligen deutschen Kanzlers Helmut Schmidt selbst. Ljubić widmet das Buch einem Zeitgenossen und Weggefährten Gründlers, dem inzwischen verstorbenen Wilfried Hüfler aus Tübingen, der ihn bei seinen Recherchen zur Person Hartmut Gründler intensiv unterstützte. In „Ein Mensch brennt“ trifft Hartmut Gründler auf die fiktive Familie Kelsterberg. Weiterlesen

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John Niven: Alte Freunde

Der schottische Schriftsteller John Niven, geboren 1966, war Manager in der Musikbranche und in den 1980er Jahren Gitarrist bei „The Wishing Stones“. Heute lebt und arbeitet er in England. In seinem Buch „Kill your friends“ (2008) ging er mit der Musikindustrie satirisch hart ins Gericht. Das Buch wurde ein Bestseller und John Niven gilt fortan als „Bad Boy“ der englischen Literatur. Sein neuester Roman „Alte Freunde“ macht den fiktiven, alternden Musiker Craig Carmichael zu einem der Protagonisten der Geschichte. Der Wilhelm Heyne Verlag veröffentlicht „Alte Freunde“ in einer Übersetzung von Stephan Glietsch zum 30. Oktober 2017. „Alte Freunde“ – das sind Alan Grainger und Craig Carmichael seit der Schulzeit. Sie haben sich viele Jahre nicht gesehen bis zu einem Wintertag in London, an dem der erfolgreiche Gourmetkritiker Alan über den obdachlosen Musiker Craig auf der Straße stolpert. Weiterlesen

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Andreas Schimmelbusch: Habe nichts mehr ausser mir

Der deutsche Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Andreas Schimmelbusch (Jahrgang 1973) lebte einige Zeit in den USA und aktuell in Berlin.

Mit „Habe nichts mehr ausser mir“ erschienen am 13. Oktober 2017 sieben seiner Storys bei dtv. Darin ein junger Mann auf Ferien in Island, in denen er dem Pärchen Kate und Jonny nachstellt und darüber sein eigenes (Liebes-) Leben vergisst.

Oder die Liebesgeschichte zwischen Felix und Charlotte, die für Felix kein gutes Ende nimmt.

In „Frau mit Waffe“ entführen Andreas und Gudrun einen „jungen Schnösel“, Gudrun wird geschnappt und Andreas kann mit Hilfe der Polizeistudentin Elisabeth entkommen. Weiterlesen

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Jane Gardam: Die Leute von Privilege Hill

Die britische Schriftstellerin Jane Gardam (Jahrgang 1928) wurde hierzulande durch die „Old Filth“-Trilogie über Richter Edward Feathers („Ein untadeliger Mann“, 2015), seine Frau Elisabeth („Eine treue Frau“, 2016) und seinen Nachbarn und Kontrahenten Terry Veneering („Letzte Freunde“, 2016) bekannt. In ihrer Heimat ist sie eine berühmte und vielfach ausgezeichnete Autorin.

Mit „Die Leute von Privilege Hill“ veröffentlichte Hanser Berlin am 25. September 2017 nun einen Band mit 16 Erzählungen in einer Übersetzung von Isabel Bogdan. Die ausgewählten Geschichten stammen aus der englischen Originalausgabe mit dem Titel „The Stories“, die schon 2014 erschienen ist.

Da begegnet Hetty ihrem ehemaligen Liebhaber, dem berühmten Maler Heneker Mann, im Urlaub mit ihrer Familie am Strand und erlebt verwirrende Tage bis ihr Ehemann nachgereist kommt. Weiterlesen

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Jo Nesbø: Durst

Der 57jährige, norwegische Schriftsteller Jo Nesbø ist durch seine Kriminalromane um den Ermittler Harry Hole weltweit bekannt geworden. Mitte Oktober 2017 kommt die Verfilmung von „Schneemann“ (Harry Holes siebter Fall) in die deutschen Kinos. Die Ullstein Buchverlage haben am 15. September 2017 Harry Holes elften Fall mit dem Titel „Durst“ in einer Übersetzung von Günther Frauenlob herausgebracht.

Um Harry Hole ist es ruhig geworden. Wie in seinem letzten Fall „Koma“, unterrichtet er weiter an der Polizeihochschule Oslo. Er hat seine Liebe, Rakel, geheiratet und führt ein zufriedenes und glückliches Leben am Holmenkollen mit Blick auf die Stadt Oslo und den Fjord. Oleg, Rakels Sohn, studiert inzwischen an der Polizeihochschule. Weiterlesen

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William Saroyan: Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich

William Saroyan wurde 1908 im US-Staat Kalifornien geboren. Seine Eltern stammen aus Armenien. Nach der Veröffentlichung seiner ersten Short Storys  arbeitete Saroyan als Drehbuchautor für Hollywoods Filmindustrie. 1943 bekam er einen Oscar für das beste Drehbuch zu dem Roman „The Human Comedy“. Den Pulitzer Preis für „The Time of your Life“ lehnte er dagegen schon 1940 ab. William Saroyan starb 1981.

Bei dtv erschienen am 8. September 2017 (zum Teil erstmals) sechzehn seiner Kurzgeschichten unter dem Titel „Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich“ von Nikolaus Stingl ins Deutsche übersetzt.

Da geht ein junger, arbeitsloser, armenischer Schriftsteller zum Haareschneiden zu dem assyrischen Friseur Theodore Badal, und sie kommen ins Gespräch über ihre eigenen kleinen, verfolgten Völker. Weiterlesen

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Claudio Paglieri: Kein Vorteil für Commissario Luciani

Der italienische Journalist und Schriftsteller Claudio Paglieri (Jahrgang 1965) lebt in Genua und arbeitet seit 1990 für eine regionale Tageszeitung. Vor zehn Jahren startete er seine Krimireihe um den mageren Genueser Kommissar Marco Luciani mit „Kein Espresso für Commissario Luciani“, in dem es um Verbrechen im Profifußball-Milieu ging. Seitdem sind vier weitere Krimis erschienen. Am 18. August 2017 legte der Aufbau Verlag den sechsten Band mit dem Titel „Kein Vorteil für Commissario Luciani“ vor. Darin widmet sich Claudio Paglieri kriminellen Verstrickungen im Tennissport.

Marco Luciani hat mit seinem Sohn Alessandro die Stadt Genua, seine Arbeit bei der Polizei und Alessandros Mutter Sofia verlassen und ist in Barcelona untergeschlüpft. Dort vermietet er die Wohnung seiner Ex-Freundin, der Sängerin Alice, an Touristen, während Alice mit ihrer Band auf Tournee ist. Eines Tages bittet sie ihn um Hilfe bei der Suche nach der Tochter von Mauro Rossi, Weiterlesen

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Sabrina Janesch: Die goldene Stadt

Sabrina Janesch (Jahrgang 1985) ist die diesjährige Annette-von-Droste-Hülshoff-Preisträgerin. Sie arbeitet als Schriftstellerin und Journalistin in Münster. „Die goldene Stadt“, ihr vierter Roman, ist am 18. August 2017 bei Rowohlt Berlin erschienen.

Angeregt durch einen Artikel in der „Süddeutschen Zeitung“ aus dem Jahre 2012 über einen deutschen Entdecker, der Machu Picchu vor dem Amerikaner Hiram Bingham gefunden haben soll, machte Sabrina Janesch sich daran, das Leben dieses Mannes zu recherchieren. In dem Roman „Die goldene Stadt“ erzählt sie die Geschichte von Rudolph August Berns, der 1842 im rheinischen Uerdingen geboren wurde und 1876 als Augusto R. Berns die Ruinenstadt Machu Picchu in Peru entdeckte.

Rudolph August Berns wächst als ältester Sohn von Johann und Caroline Berns (geb. Dültgen) in den 1840er Jahren in Uerdingen auf. Der Vater betreibt eine Weinhandlung. Rudolph gilt als verträumter, phantasievoller Junge, der Legenden und Geschichten liebt. Weiterlesen

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Valeria Parrella: Liebe wird überschätzt

Die italienische Autorin Valeria Parrella (Jahrgang 1974) wurde für die Erzählungen „Die Signora, die ich werden wollte“ 2003 in ihrem Heimatland ausgezeichnet. Hierzulande ist sie eher weniger bekannt. Dies sollte sich jedoch bald ändern, denn mit ihrem neuesten Buch „Liebe wird unterschätzt (und andere menschliche Geschichten)“ legt sie ein Stück guter Erzählkunst vor. Es ist am 24. Juli 2017 in einer Übersetzung von Annette Kopetzki beim Carl Hanser Verlag erschienen. Darin acht Erzählungen oder wie der Untertitel sagt „menschliche Geschichten“, die (fast alle) überzeugend geschrieben sind und mich als Lesende beeindruckt haben.

Den Auftakt zu dem Lesevergnügen macht die titelgebende Geschichte „Liebe wird überschätzt“, in der die Sportjournalistin Federica und ihr Arztgatte Giorgio gemeinsam mit der fast erwachsenen Tochter Susanna in den Urlaub in die Berge fahren. Das Ehepaar hat sich mit seiner beidseitigen sexuellen und emotionalen Untreue arrangiert, bis eine unerwartete Todesnachricht die Heimlichkeiten und Lügen aufdeckt. Und die Tochter den Eltern ordentlich die Leviten über die Liebe liest. Weiterlesen

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