Alex Capus: Königskinder

Der Schweizer Alex Capus (Jahrgang 1961) ist Autor von Romanen, Kurzgeschichten und Reportagen. Er hat seine Leserinnen und Leser 2016 in „Das Leben ist gut“ mit dem Paar Max und Tina bekannt gemacht. In Capus‘ neuem Roman „Königskinder“, der am 20. August 2018 im Carl Hanser Verlag erschienen ist, begegnen wir Max und Tina wieder.

Max und Tina fahren mit ihrem roten Toyota Corolla auf eine gesperrte Passstraße in den Schweizer Bergen. Es schneit, kurz hinter der Passhöhe kommt der Wagen von der Straße ab und lässt sich nicht mehr manövrieren. Das Paar steckt im Schnee fest und muss auf die Schneefräse warten, die am nächsten Morgen die Passstraße frei räumen wird. Zum Glück haben sie gut zu Abend gegessen und eine Decke dabei. Zum Einschlafen erzählt Max Tina eine Geschichte, eine angeblich wahre Geschichte, aus Greyerzerland. Und wenn es nicht so stark schneien würde, könnten sie gegenüber die Melkhütte am Hang erkennen, in der die Geschichte vom Hirten Jakob Boschung ihren Anfang nimmt.

Nach dem Tod seiner Eltern und Geschwister und der Flucht vor seinem gewalttätigen Onkel lebt Jakob allein auf der Alp und hütet die Kühe der reichen Bauern aus dem Tal. Als er im Herbst des Jahres 1779 die Kühe von der Alm ins Tal treibt, verliebt er sich in Marie, die Tochter des reichen Bauern Magnin. Weiterlesen

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Isabel Allende: Ein unvergänglicher Sommer

Isabel Allende, die 1942 geborene chilenische Schriftstellerin, lebt seit Mitte der 1970er Jahre im Exil und seit 1988 in Kalifornien (USA). Ihr Roman „Das Geisterhaus“ hat sie weltberühmt gemacht. Am 13. August 2018 erscheint im Suhrkamp Verlag ihr neuestes Werk „Ein unvergänglicher Sommer“.

„Ein unvergänglicher Sommer“ beginnt kurz vor Weihnachten des Jahres 2015 in Brooklyn (NYC). Dort wohnt die 62jährige Chilenin Lucía Maraz mit ihrem Chihuahua Marcelo als Untermieterin von Professor Richard Bowmaster im Souterrain eines etwas heruntergekommenen Hauses in Prospect Heights. Sie arbeitet als Gastdozentin an der New Yorker Universität, Richard ist ihr Vorgesetzter.

Richard Bowmaster ist ein einsamer, eigenwilliger Mann, der viele Jahre in Brasilien gelebt hat und den Job an der Uni seinem alten Freund Horacio verdankt. Richard hat Lucía zwar nach New York eingeladen, behandelt sie nun aber recht distanziert. Er hat vier Katzen. Während eines Schneesturms trinkt einer seiner Kater versehentlich Frostschutzmittel. Richard bringt ihn zum Tierarzt und auf der Rückfahrt auf den vereisten, glatten Straßen fährt er einem weißen Lexus ins Heck. Die Fahrerin ergreift die Flucht. Weiterlesen

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Jane Gardam: Weit weg von Verona (1971)

Jane Gardam, britische Schriftstellerin, feierte am 11. Juli 2018 ihren 90. Geburtstag. Passend dazu bringt Hanser Berlin am 23. Juli 2018 Gardams Debütroman „Weit weg von Verona“ aus dem Jahre 1971 (Originaltitel: „A long way from Verona“) übersetzt von Isabel Bogdan als deutsche Erstausgabe heraus. Jane Gardam begann erst mit über 40 Jahren zu schreiben, hierzulande wurde sie vor allem durch ihre Old Filth-Trilogie bekannt.

Protagonistin und Ich-Erzählerin in „Weit weg von Verona“ ist die zwölfjährige Jessica Vye, die bereits im Alter von neun Jahren von dem Schriftsteller Arnold Hanger, dem sie alles, was sie je geschrieben hatte, zum Lesen gab, folgendes bestätigt bekam:

„Jessica Vye, du bist ohne jeden Zweifel eine echte Schriftstellerin!“ (S. 15).

Jessica und ihre Familie, sie hat noch einen jüngeren Bruder namens Rowley, ziehen von Kent in den Nordosten Englands nach Cleveland Sands, einem kleinen Ort an der Küste. Ihr Vater hat dort die Stelle eines Hilfsgeistlichen angenommen. Es ist Krieg und Winston Churchill ist Prime Minister. Jessica geht zur High School und hat nur eine Freundin, Florence Bone, bei den anderen Mädchen ist sie nicht sonderlich beliebt, denn sie sagt „immer und überall die Wahrheit“. Weiterlesen

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Eyal Megged: Oschralien

Der israelische Schriftsteller und Journalist Eyal Megged (Jahrgang 1948) schreibt Gedichte, Kolumnen und Romane. Auf Deutsch erschienen seine Romane „Sansibar, einfach“ (2005) und „Unter den Lebenden“ (2015). Im Mai 2018 veröffentlichte der Berlin Verlag den Roman „Oschralien“ in einer Übersetzung von Ruth Achlama.

Hillel, ein israelischer Musiker und Komponist, ist nach dreißig Jahren von seiner Ehefrau Alice, ebenfalls Musikerin, verlassen worden. Seit acht Jahren trauert er dieser Beziehung, oder sollte man besser sagen Obsession, nach. Unglücklich und depressiv geht er Affären mit anderen Frauen ein. Seine Gedanken und Gefühle kreisen jedoch unablässig um Alice, die mit einem jungen italienischen Dirigenten liiert ist. Einzig sein Kater Purcell scheint Hillel wichtig zu sein. Bei dem Besuch einer griechischen Insel lernt er Anat kennen. Sie beginnen eine leidenschaftliche Beziehung, Anat wird schwanger und trennt sich von Hillel, der weder Frau noch Kind will. Weiterlesen

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Grace Paley: Die kleinen Widrigkeiten des Lebens (1959)

Die US-amerikanische Schriftstellerin Grace Paley wurde 1922 geboren. Ihre Eltern waren russisch-jüdische Einwanderer. Sie lebte in New York City, schrieb Kurzgeschichten und Gedichte und starb 2007 in Vermont. Grace Paley engagierte sich aktiv für Frauen- und Bürgerrechte und die Friedensbewegung. „Die kleinen Widrigkeiten des Lebens“ erschienen 1959 unter dem Originaltitel „The Little Disturbances of Man“ und 1994 erstmals auf Deutsch bei Schöffling. Im April 2018 legte btb die Taschenbuchausgabe des Klassikers in einer Übersetzung von Sigrid Ruschmeier vor.

Darin zehn Storys der Autorin, die so modern und pfiffig daher kommen, dass sie auch noch fast sechzig Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung unbedingt lesenswert sind.

Tante Rose erklärt ihrer Nichte Lillie in „Auf Wiedersehen und viel Glück“, warum sie keine bedauernswerte, alte, alleinstehende Frau ist, sondern ein selbstbestimmtes, spannendes Leben geführt hat und am Ende nicht mehr nur Geliebte sondern Ehefrau des bekannten Schauspielers Volodya Vlashkin wird. Weiterlesen

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Andrea Camilleri: Eine Stimme in der Nacht

In schöner Regelmäßigkeit schreibt Andrea Camilleri (Jahrgang 1925) an seiner Krimireihe über den sizilianischen Kommissar Salvo Montalbano weiter. Mit „Eine Stimme in der Nacht – Commissario Montalbano hört auf sein Gewissen“ erschien am 27. April 2018 der zwanzigste Band bei Bastei Lübbe. Rita Seuß und Walter Kögler übersetzten ihn aus dem Italienischen. Den Krimi mit dem Originaltitel „Una voce di notte“ verfasste Camilleri allerdings schon 2012.

Ausgerechnet an seinem 58. Geburtstag muss Commissario Salvo Montalbano sich zuerst mit einem Verkehrsrowdy und dann mit einem Überfall auf einen Supermarkt in Piano Lanterna, bei dem die Tageseinnahmen gestohlen wurden, beschäftigen. Der Verkehrsrowdy, Giovanni Strangio, entpuppt sich als Sohn des Provinzpräsidenten Michele Strangio, der ihm sogleich den Anwalt Nullo Manenti auf den Hals hetzt. Weiterlesen

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Jorge Amado: Tote See (1936)

Jorge Amado (Jahrgang 1912), der große brasilianische Schriftsteller, starb 2001. Er hinterließ eine Vielzahl von Büchern, in denen er über sein Heimatland Brasilien und die Menschen dort schrieb. Amado war Kommunist und wurde in Brasilien verfolgt. Er lebte viele Jahre, u.a. in Europa, im Exil. „Tote See“ erschien erstmals 1936 unter dem Titel „Mar Morto“. Amado selbst bezeichnete es als sein „liebstes Buch“. Der S. Fischer Verlag hat am 26. April 2018 eine Neuauflage des Buches in einer Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner herausgebracht.

In „Tote See“ erzählt Jorge Amado die Geschichte von Lívia und Guma, dem Saveirofahrer in der Bucht von Salvador da Bahia im Nordosten Brasiliens. Und von Iemanjá, der Meeresgöttin, die sich erst dann den Männern zeigt und sie in ihr Gefolge aufnimmt, wenn sie im Meer sterben.

Gumercindo, Guma genannt, hat das Handwerk des Saveirofahrens (Saveiros sind traditionelle brasilianische Segelboote, die Waren und Lasten transportieren) von seinem Onkel Francisco gelernt. Sein Vater Frederico ist im Meer umgekommen. Seine Mutter hat die Familie verlassen. Weiterlesen

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Toni Morrison: Die Herkunft der anderen

Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison (Jahrgang 1931) hat sich ihr Leben lang mit den Themen Rasse und Rassismus beschäftigt. In ihrem literarischen Werk beschreibt sie das Leben und Schicksal afroamerikanischer Menschen, insbesondere von Frauen in den Vereinigten Staaten von Amerika. In dem Roman „Gott, hilf dem Kind“, 2017 bei Rowohlt auf Deutsch erschienen, spielte die Hautfarbe der Hauptfigur eine große Rolle.

2016 hielt Toni Morrison eine Vortragsreihe an der Harvard University in Cambridge über „Die Literatur der Zugehörigkeit“. Im März 2018 veröffentlichte der Rowohlt Verlag sechs Texte aus diesen Vorlesungen unter dem Titel „Die Herkunft der anderen – Über Rasse, Rassismus und Literatur“ in einer Übersetzung von Thomas Piltz. Darin nähert sich Toni Morrison von verschiedenen Seiten den Themen Rasse und Rassismus und ihrer Rolle in der Literatur bzw. für die Literatur.

In „Romantisierte Sklaverei“ beschreibt sie den Nutzen einer Unterscheidung nach Hautfarbe für den Erhalt von Macht und die Legitimierung von Unterdrückung. Und wie Literatur einen Beitrag zur Romantisierung der Sklaverei leistet (Beispiel: „Onkel Toms Hütte“ von Harriet Beecher Stowe, 1852). „Amerikanisch zu sein“, bedeutet auch heute noch „weiß zu sein“. Weiterlesen

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Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore 02: Eine Metapher wandelt sich

Nun ist es also soweit: Haruki Murakamis Fortsetzung „Die Ermordung des Commendatore 02:  Eine Metapher wandelt sich“ ist am 16. April 2018 (Übersetzung Ursula Gräfe) im DuMont Verlag erschienen. Hinterließ der erste Band des Romans, der im Januar 2018 veröffentlicht wurde, viele offene Fragen, so ist die Spannung auf die Antworten in Band II groß. Und die Leserinnen und Leser sollen nicht enttäuscht werden.

Murakamis Protagonist, der Porträtmaler, sucht weiter nach seinem Malstil. Er porträtiert die dreizehnjährige Marie Akikawa und freut sich auf die sonntäglichen Sitzungen mit ihr. Währenddessen spielt der weißhaarige Herr Menshiki, der glaubt, dass Marie seine leibliche Tochter ist, sein eigenes Spiel. Er beginnt eine Affäre mit Maries Tante Shoko Akikawa. Marie hingegen hat kein gutes Gefühl mit Herrn Menshiki. Dafür  entwickelt sie ein Vertrauensverhältnis zu dem Maler und erzählt ihm von ihrem geheimen Weg, der durch den Wald an dem alten Schrein und der Grube vorbeiführt. Sie besucht den Maler heimlich.

Derweil recherchiert Menshiki im Leben des Nihonga-Malers Tomohiko Amada, in dessen Haus der Porträtmaler wohnt, weiter und findet Details über die Familie heraus. Der Porträtmaler bittet Masahiko Amada, den Sohn Tomohikos, darum, ihn bei dem nächsten Besuch seines Vaters begleiten zu dürfen. Das Bild „Die Ermordung des Commendatore“ fasziniert ihn weiterhin. Und eines Nachts glaubt er, den alten Tomohiko im Atelier sitzen zu sehen. Weiterlesen

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Celeste Ng: Kleine Feuer überall

Die US-Amerikanerin Celeste Ng (Jahrgang 1980) schrieb 2016 mit „Was ich euch nicht erzählte“ einen Bestseller. Nun ist bei dtv am 20. April 2018 ihr neuester Roman „Kleine Feuer überall“ in einer Übersetzung von Brigitte Jakobeit erschienen. Auch in diesem Buch geht es um das Thema Familie.

Das Haus der Richardsons brennt.

Familie Richardson lebt in Shaker Heights, Ohio (Ng ist selber dort aufgewachsen). Elena und Bill Richardson mit ihren vier Kindern Trip, Lexie, Moody und Izzy sind die perfekte Familie. Elena arbeitet als Journalistin, Bill ist Jurist. Elena lebt schon ihr ganzes Leben in Shaker Heights. Ihre Kinder gehen dort zur Schule und sie schreibt für die „Sun Press“. Sie sind wohlhabend und selbstbewusst.

Mr und Mrs Richardson vermieten eine Wohnung an Mia Warren und ihre Tochter Pearl. Mia ist Fotokünstlerin und alleinerziehend. Sie verdient zusätzlich Geld mit Kellnern oder Putzen. Mia und Pearl führen ein Nomadenleben. Weiterlesen

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