Valeria Parrella: Liebe wird überschätzt

Die italienische Autorin Valeria Parrella (Jahrgang 1974) wurde für die Erzählungen „Die Signora, die ich werden wollte“ 2003 in ihrem Heimatland ausgezeichnet. Hierzulande ist sie eher weniger bekannt. Dies sollte sich jedoch bald ändern, denn mit ihrem neuesten Buch „Liebe wird unterschätzt (und andere menschliche Geschichten)“ legt sie ein Stück guter Erzählkunst vor. Es ist am 24. Juli 2017 in einer Übersetzung von Annette Kopetzki beim Carl Hanser Verlag erschienen. Darin acht Erzählungen oder wie der Untertitel sagt „menschliche Geschichten“, die (fast alle) überzeugend geschrieben sind und mich als Lesende beeindruckt haben.

Den Auftakt zu dem Lesevergnügen macht die titelgebende Geschichte „Liebe wird überschätzt“, in der die Sportjournalistin Federica und ihr Arztgatte Giorgio gemeinsam mit der fast erwachsenen Tochter Susanna in den Urlaub in die Berge fahren. Das Ehepaar hat sich mit seiner beidseitigen sexuellen und emotionalen Untreue arrangiert, bis eine unerwartete Todesnachricht die Heimlichkeiten und Lügen aufdeckt. Und die Tochter den Eltern ordentlich die Leviten über die Liebe liest. Weiterlesen

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Michael Robotham: Der Schlafmacher

Der australische Schriftsteller Michael Robotham, geboren 1960, hat mit „Der Schlafmacher“ den zehnten Band seiner Psychothriller mit den Hauptfiguren Joseph (Joe) O’Loughlin (forensischer Psychologe) und Vincent Ruiz (Ex-Detective) geschrieben. Das Original ist unter dem Titel „Close your eyes“ 2015 erschienen. Nun liegt die Taschenbuchausgabe in einer Übersetzung von Kristian Lutze bei Goldmann vor. Professor O’Loughlin bekommt es dieses Mal mit einem Doppelmord zu tun. Mutter Elizabeth und Tochter Harper Crowe werden in ihrem Haus, der Windy Hill Farm, in Clevedon, einer englischen Küstenstadt, tot aufgefunden. Detective Chief Superintendent Veronica (Ronnie) Cray bittet den Psychologen um Unterstützung bei der Bearbeitung des Falls.

Joe O’Loughlin lebt nach wie vor getrennt von seiner Frau Juliane, nachdem er sie nach Erhalt seiner Parkinson-Diagnose mit einer anderen Frau betrogen hatte. Ihre ältere Tochter Charlie ist auf dem Weg an die Universität, die jüngere Tochter Emma ist zehn Jahre alt. Joe liebt Juliane immer noch und ist erfreut, dass sie ihn bittet, den Sommer über bei ihr und den Kindern zu wohnen. Weiterlesen

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Håkan Nesser: Elf Tage in Berlin

Håkan Nesser, 1950 geborener schwedischer Schriftsteller, ist vor allem mit seinen Kriminalromanen um Kommissar van Veeteren weltberühmt geworden. Sein Roman „Elvar dagar i Berlin“ erschien 2015 in Schweden und liegt seit dem 13. Juni 2017 als Taschenbuch bei btb unter dem deutschen Titel „Elf Tage in Berlin“ vor. Es ist die unterhaltsame und liebenswerte Geschichte von Arne Albin Hektor Murberg und seiner Reise nach Berlin.

Aber zunächst zum Inhalt: Torsten Murberg, Arnes Vater, stirbt an einer Krebserkrankung und gesteht seinem Sohn kurz vorher, dass seine Mutter Violetta Dufva nicht gestorben ist. Sie hatte Torsten verlassen, als Arne ein Jahr und sieben Monate alt war, und lebt nun in Berlin. Torstens letzter Wille ist, dass Arne sie in Berlin besuchen und ihr ein kleines, verschlossenes Kästchen überreichen soll. Weiterlesen

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Richard Russo: Ein Mann der Tat

Der US-amerikanische Autor und Pulitzer-Preisträger von 2002, Richard Russo (Jahrgang 1949),  legt mit dem Roman „Ein Mann der Tat“ (Originaltitel: „Everybody’s Fool“) die Fortsetzung von dem 1993 erschienenen Buch „Nobody’s Fool“ (Deutscher Titel: „Ein grundzufriedener Mann) vor. Der DuMont Buchverlag hat beide Titel im Mai 2017 auf Deutsch herausgebracht.

Der Lesende findet sich am Memorial-Day-Wochenende zunächst auf dem Hilldale-Friedhof von North Bath im US-Staat New York anlässlich der Beerdigung von Richter Barton Flatt wieder. Dort stürzt der unglückliche, von Zweifeln geplagte Polizeichef Douglas Raymer ohnmächtig ins offene Grab des Richters und verliert dabei sein einziges Beweisstück für die Untreue seiner vor einem Jahr bei einem Sturz auf der Treppe tödlich verunglückten Frau Rebecka (Becka): eine Garagentorfernbedienung.

Es ist heiß in North Bath und es stinkt. Rub Squeers, einfältiger Gelegenheitsarbeiter, wartet darauf, dass sein einziger Freund Donald Sullivan (genannt Sully) endlich etwas Zeit für ihn hat. Er ist schwer genervt von seiner Frau Bootsie, die ihm mit ihren Vorwürfen das Leben schwer macht. Weiterlesen

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Clemens Meyer: Die stillen Trabanten: Erzählungen

Clemens Meyer (1977 in Halle an der Saale geboren) lebt und arbeitet in Leipzig. Für seine Arbeiten wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Die Presse ist voll des Lobes für den Autor, der schon mit großen Erzählern wie Salinger oder Hemingway verglichen wurde. Im März erschien Meyers neuestes Werk „Die stillen Trabanten – Erzählungen“ beim S. Fischer Verlag.

Darin drei mal drei Erzählungen, die von jeweils einer Miniatur eingeleitet werden. Da ist der alternde Mitarbeiter eines Wachdienstes, der seinen Dienst in einer Trabantenstadt versieht, zu der auch ein Ausländerwohnheim, das Objekt 95, gehört. Für ihn verweben sich während eines nächtlichen Rundganges Vergangenheit und Gegenwart miteinander, in denen er sich seiner Zuneigung zu einer Bewohnerin des Objektes 95 (wieder-)erinnert. Oder der alte Mann auf einer Bank, der einem Unbekannten von der alten Strandbahn entlang der Küste erzählt. Weiterlesen

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Andrea Camilleri: Die Spur des Lichts

Unermüdlich schreibt der italienische Schriftsteller Andrea Camilleri  weiter an seinen Commissario-Montalbano-Krimis. „Die Spur des Lichts“ ist der neunzehnte dieser Reihe, der am 24. April 2017 in einer Übersetzung von Rita Seuß und Walter Kögler im Verlag Bastei Lübbe erschienen ist.

Commissario Salvo Montalbano träumt schlecht, steht doch ein Sarg mit einer Leiche auf einem Acker in der Contrada Casuzza. Dabei hat sich doch nur der Innenminister zu einem Besuch in den Notunterkünften für Flüchtlinge in Vigàta angekündigt. Dann ändert sich der Terminplan des Ministers und Montalbano besucht eine Kunstgalerie mit der sehr attraktiven und schönen Galeristin Marian, die ein gemeinsames Essen vorschlägt. Was wohl Salvos Freundin Livia davon halten würde? Weiterlesen

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Toni Morrison: Gott, hilf dem Kind

Toni Morrison, 86jährige Literaturnobel- und Pulitzerpreisträgerin, beschäftigt sich in ihren Werken mit Rassendiskriminierungen und Rassenkonflikten in den USA. Sie ist nicht nur dort, sondern auch  international die Stimme afroamerikanischer Literatur. Und diesem Ruf wird sie nun wieder mit ihrer 2015 unter dem Originaltitel erschienenen Novelle „God Help the Child“ gerecht. Jetzt liegt das Buch in einer Übersetzung von Thomas Piltz unter dem Titel „Gott, hilf dem Kind“ bei Rowohlt auf Deutsch vor.

Da bekommt die sehr hellhäutige Sweetness Bridewell in den 1990er Jahren ein teerschwarzes Baby, das sie Lula Ann nennt, und dessen Vater Louis die kleine Familie umgehend verlässt, weil er annimmt, das Kind sei nicht von ihm. Weiterlesen

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Henning Sußebach: Deutschland ab vom Wege. Eine Reise durch das Hinterland

Henning Sußebach (Jahrgang 1972) arbeitet als Redakteur und Reporter im Bereich Dossier für die Wochenzeitung „DIE ZEIT“ und lebt in Hamburg. Er schreibt zeitgenössische Reportagen zu Themen der deutschen Gesellschaft und Politik, wie beispielsweise Wohnungslosigkeit oder Leben im Alter. Zuletzt erschien 2016 sein Buch „Unter einem Dach“ bei Rowohlt, in dem er über sein Zusammenleben mit einem syrischen Flüchtling berichtet. Sein neuestes Projekt „Deutschland ab vom Wege – Eine Reise durch das Hinterland“ hat Sußebach ebenfalls zu einem Buch verarbeitet, das am 22. April 2017 bei Rowohlt erschienen ist.

Bei einem Waldspaziergang an einem Neujahrsmorgen reift bei Henning Sußebach die Idee, Deutschland von Norden nach Süden abseits von Asphalt und Beton zu durchwandern. Rund 1000 Kilometer von der Ostsee bis zur Zugspitze will er Straßen und Städte weitestgehend meiden und sich über Äcker, Wiesen, Felder und Wälder zu Fuß von Mecklenburg nach Bayern durch Deutschland bewegen. Weiterlesen

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Margaret Atwood: Das Herz kommt zuletzt

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (Jahrgang 1939) ist die (Erzähl-) Meisterin der bedrohlichen Zukunftsszenarien („Dystopien“). Sie nimmt  politische und gesellschaftliche Entwicklungen einer nahen Zukunft in ihren teils absurden, teils gefährlichen Auswirkungen erzählerisch vorweg und zeichnet so ein eher düsteres Bild vom zukünftigen Leben auf der Erde. So wie in ihrem neuesten Roman „Das Herz kommt zuletzt“, der am 3. April 2017 in einer Übersetzung von Monika Baark im Berlin Verlag erschienen ist. Darin erleben Charmaine und Stan ihr persönliches Desaster. Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise haben sie Haus, Jobs und Geld verloren und leben in ihrem Auto, einem „Dritte-Hand-Honda“, im Nordosten der Vereinigten Staaten von Amerika. Das Leben auf der Straße zerrt an ihren Nerven und ihrer Beziehung. Charmaine hat einen Job als Kellnerin in der Bar „PixelDust“, in der Drogendealer und Prostituierte verkehren, Stan bleibt arbeitslos. In ihrer Not muss Stan sich Geld von seinem zwielichtigen, kriminellen Bruder Conor leihen. Weiterlesen

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Jussi Adler-Olsen: Selfies

Der dänische Autor Jussi Adler-Olsen (Jahrgang 1950) hat mit seiner Thriller-Reihe um das Sonderdezernat Q in Kopenhagen international Erfolg. Der erste Band „Erbarmen“ von 2008 verkaufte sich millionenfach. Dieser und die nachfolgenden Bände „Schändung“ und „Erbarmen“ wurden verfilmt. In Deutschland haben Jussi Adler-Olsen und sein Ermittlungsteam eine große und treue Fangemeinde. So wundert es auch nicht, dass der siebte Fall für Kommissar Carl Mørck und seine Assistenten Assad und Rose die Bestseller-Listen stürmt. „Selfies“ (in einer Übersetzung von Hannes Thies) erschien am 10. März 2017 bei dtv.

Und es gibt viel zu tun für das Sonderdezernat Q im Keller der Kopenhagener Polizei. Da ist der alte, ungelöste Fall einer jungen Lehrerin, die erschlagen wurde, der auch den pensionierten Kollegen von der Mordkommission Marcus Jacobsen  beschäftigt. Weiterlesen

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