Leonard Gardner: Fat City (1969)

Tully und Ernie suchen ihren Platz im Leben, ein bisschen Glück und die richtige Frau. Während der eine mit dreißig Jahren seine gescheiterte Boxkarriere hinter sich hat, will der junge Ernie die eigene noch finden. Beide strampeln sich ab und je mehr sie hoffen und schuften, um so mehr rückt die Hoffnung von ihnen ab.

In Stockton, der Fat City der fünfziger, sechziger Jahre, sind viele arm und desillusioniert. Die Umstände erlauben kein Glück. Wo Chancen verschwunden sind, da wächst der Friedhof der Hoffnungen ins Uferlose. Die meisten Bewohner haben für ihre geplatzten Träume bereits Grabsteine aufgestellt. Der Autor Leonard Gardner, geboren 1933 in Stockton, hat mehr als einen wunderbaren Boxroman geschrieben. Weiterlesen

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Harry Bingham: Fiona: Als ich tot war

Die Polizistin Fiona arbeitet in Südwales und langweilt sich. Nichts passiert, außer einigen Unregelmäßigkeiten bei den Gehaltszahlungen einer großen Firma. Wie so oft beginnt die Überprüfung schleppend. Doch allmählich entwickeln sich die Betrügereien des noch unbekannten IT-Spezialisten in einem Ausmaß, das für die undercover ermittelnde Fiona erschreckende Dimensionen erreicht. In diesem besonderen Fall will sie unbedingt den oder die Drahtzieher überführen und riskiert dabei ihr Leben.

Den Autoren Harry Bingham muss man sich unbedingt merken. Er hat nicht nur einen klugen und fesselnden Kriminalroman geschrieben, sondern auch eine interessante Frauenfigur entwickelt. Weiterlesen

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W. Bommert & M. Landzettel: Verbrannte Mandeln

Was auf den Teller kommt, geht jeden etwas an. Ob chemisch behandeltes Obst und Gemüse, verseuchtes Wasser oder belastetes Fleisch, all diese Themen hängen miteinander zusammen. Die Folgen des Klimawandels sind bereits im Supermarkt angekommen. Sie sind versteckt in einer Preispolitik und der Verknappung von Waren. Das Autorenduo Marianne Landzettel und Wilfried Bommert beschreibt, wie der globale Klimawandel die Lebensgrundlage und die Ernährung verändert. Ihre Ankündigung, auf Kaffee generell verzichten zu müssen oder auf Schokolade, Wein und Meeresfrüchte, dürfte so manchen Genießer aufschrecken.

Industriell hergestellte Lebensmittel erlauben den Trugschluss, alles und jeden im Griff zu haben. Sind die Böden ausgelaugt, wird reichlich gedüngt. Konzerne kaufen Ackerböden im großen Stil, lassen Wälder roden und Wüstenland bewässern. Bei zu wenig Regen bohrt man tiefere Brunnen, baut Stauseen und zapft Flussläufe an. Weiterlesen

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Ralf Otterpohl: Das Neue Dorf

Die aktuellen Berichte über belastete Eier haben den einen oder anderen aufgeschreckt. Der Skandal um Gammelfleisch ist möglicherweise vergessen, die nächsten Hiobsbotschaften sind vorprogrammiert. Eine Alternative zu der industrialisierten Nahrungsherstellung sieht Ralf Otterpohl in der Dezentralisierung. Verschiedene Standorte mit Agrarbetrieben, die alle in der Nähe von Städten angesiedelt sind, könnten ein besserer Weg für unsere Nahrung sein.

In seinem Buch zählt er die Vorteile auf. Autarke Lebensführung, gesunde Nahrung, die auf gesunden Äckern wächst, eigener Vertrieb und die Förderung des Handwerks bilden die Basis für Ringdörfer. Weiterlesen

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Graeme Macrae Burnet: Sein blutiges Projekt: Der Fall Roderick Macrae

Culduie, ein winziger Ort in den Highlands, liegt malerisch in der Nähe des Meeres. 1869 ist das Leben der verarmten Bauern hart und überschaubar. Zum Entsetzen der Bewohner soll Lachlan Mackenzie, einer der größten Streithammel, der neue Constable werden, um die unbeliebte Arbeit des Erfüllungsgehilfen für den Gutsverwalter zu übernehmen. Natürlich nutzt er die ihm verliehene Macht für seine Rachefeldzüge. Keiner ist vor ihm sicher. Geldstrafen, Sonderarbeiten und Gewalt verändern das dörfliche Miteinander.

Der ärmste Bauer ist Roderick Macraes Vater und gleichzeitig der einzige, der passiven Widerstand leistet. Innerhalb weniger Monate verändert sich das Leben des sechszehnjährigen Roderick gravierend. Weiterlesen

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Lisa Gardner: Die Überlebende

Flora ist eine junge Frau und eine Überlebende zugleich. Nachdem sie 472 Tage in der Gewalt eines sadistischen Entführers war, gibt es die junge, unbeschwerte Flora nicht mehr. Ob der Rest von ihr für ein Weiterleben reicht, muss sie noch herausfinden.

»… Ich hasse ihn. Ich vermisse ihn. … Selbst zum bitteren Ende hin warnte er mich …, dass ich nie von ihm frei sein würde. Er riet mir zum Selbstmord.« (S. 466)

Traumatisiert und voller Schuldgefühle sucht sie einen Ausweg in diversen Selbstverteidigungskursen. Nie mehr will sie ein Opfer sein. Seit fünf Jahren lebt Flora in Boston. Auch hier verschwinden junge Frauen scheinbar spurlos. Eine von ihnen will sie unbedingt finden. Weiterlesen

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Karl Friedrich Borée: Frühling 45 (1954)

Im Frühling 1945 spüren nicht nur der Berliner Chronist Stein und seine Familie, dass der Krieg bald vorbei ist. Jeder will endlich wieder frei sein, leben, ohne Angst die eigene Meinung vertreten und genug zu Essen haben. Natürlich wird auch das Ende der Bombardierungen herbeigesehnt, damit die Zerstörung aufhört und die Menschen die Nächte durchschlafen können.

Als die Befreiung eine Tatsache wird, sieht das Leben der Familie Stein ganz anders aus als gedacht. Angst vor Tod, Vergewaltigung und systematische Enteignung gehören nun zur Tagesordnung.

Der 1964 verstorbene Autor Karl Friedrich Borée hat viel mehr als nur eine Chronik über die Kapitulation in Deutschland geschrieben. Sein Thema ist die Gestaltung der Gesellschaft nach dem Zusammenbruch. Die alten Gewohnheiten und Denkweisen stehen einem Neuanfang im Wege. Moral und Hunger passen in Zeiten der Not nicht zusammen, auch wenn der Friedenswille da ist. Weiterlesen

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Samuel Selvon: Die Taugenichtse (1956)

Sie nennen sich Mokkas. Die Engländer sehen in den Einwanderern aus den Kronkolonien unerwünschte Schwarze, die den Arbeitern ab 1948 die Jobs wegnehmen. Wie es sich aus Moses Perspektive, der eines Mokkas, im kalten, nebelverhangenen London lebt, zeigt der 1923 in Trinidad geborene Samuel Selvon in seinem zeitlosen Episodenroman.

Moses und seine Freunde lavieren sich durch den Arbeitsalltag. Während der eine gewitzt als routinierter Schnorrer über die Runden kommt, sind die anderen Hilfsarbeiter. Sie brauchen für das Überleben Überstunden oder genug Vögel auf der Fensterbank der eigenen Dachstube. Die Episoden in Moses Erzählung zeigen nicht nur die unterschiedlichen Charaktere. Im Zentrum steht ihr Einfallsreichtum und die Sehnsucht nach einem besseren Leben geht. Weiterlesen

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Tiffany Watt Smith: Das Buch der Gefühle

»… Es geht in diesem Buch eigentlich nicht um Ratschläge …« (S.26), vielmehr will die Kulturwissenschaftlerin Tiffany Watt Smith einem nicht wissenschaftlichen Publikum Einblicke verschaffen, die über Kuriositäten aus der Kulturgeschichte hinausreichen. Die unvollständige Sammlung von Gefühlen soll zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge führen.

»… Wenn Emotionen … heute … von Regierungen gemessen werden; wenn sie Gegenstand einer zunehmenden pharmazeutischen Intervention … sind …, dann wäre es schon gut zu wissen, woher die Überzeugungen … kommen.« (S. 26) erklärt die Autorin in ihrer Einleitung. Weiterlesen

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Petra Ivanov: Erster Funke

Petra Ivanov geht zu den Anfängen ihrer Krimireihe zurück und greift gleichzeitig ein aktuelles Thema auf: Insider stehlen brisante Daten, verlassen für den Verkauf das Land und werden in den USA von unterschiedlichen Interessenvertretern gejagt.

Einer von ihnen ist der Ermittler Bruno Cavalli. Bereits in der Schweiz hat er alle Gewohnheiten der Diebe studiert und folgt systematisch ihren Spuren. Seine speziellen Kenntnisse will sich das FBI zunutze machen, ohne ihm jedoch zu vertrauen. Als Cavalli einen der Diebe in einem Hangar aufspürt, ist ihm ein Mörder nur wenige Augenblicke zuvorgekommen. Nur knapp entgeht er seiner eigenen Ermordung. Trotzdem wird er verhaftet. Das FBI unterstellt Cavalli, ein Insider zu sein. Wieso weiß er so viel über die Diebe? Jetzt fehlen nur noch die Freundin des toten Diebes und die Daten. Weiterlesen

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