Ralf Otterpohl: Das Neue Dorf

Die aktuellen Berichte über belastete Eier haben den einen oder anderen aufgeschreckt. Der Skandal um Gammelfleisch ist möglicherweise vergessen, die nächsten Hiobsbotschaften sind vorprogrammiert. Eine Alternative zu der industrialisierten Nahrungsherstellung sieht Ralf Otterpohl in der Dezentralisierung. Verschiedene Standorte mit Agrarbetrieben, die alle in der Nähe von Städten angesiedelt sind, könnten ein besserer Weg für unsere Nahrung sein.

In seinem Buch zählt er die Vorteile auf. Autarke Lebensführung, gesunde Nahrung, die auf gesunden Äckern wächst, eigener Vertrieb und die Förderung des Handwerks bilden die Basis für Ringdörfer. Weiterlesen

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Graeme Macrae Burnet: Sein blutiges Projekt: Der Fall Roderick Macrae

Culduie, ein winziger Ort in den Highlands, liegt malerisch in der Nähe des Meeres. 1869 ist das Leben der verarmten Bauern hart und überschaubar. Zum Entsetzen der Bewohner soll Lachlan Mackenzie, einer der größten Streithammel, der neue Constable werden, um die unbeliebte Arbeit des Erfüllungsgehilfen für den Gutsverwalter zu übernehmen. Natürlich nutzt er die ihm verliehene Macht für seine Rachefeldzüge. Keiner ist vor ihm sicher. Geldstrafen, Sonderarbeiten und Gewalt verändern das dörfliche Miteinander.

Der ärmste Bauer ist Roderick Macraes Vater und gleichzeitig der einzige, der passiven Widerstand leistet. Innerhalb weniger Monate verändert sich das Leben des sechszehnjährigen Roderick gravierend. Weiterlesen

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Lisa Gardner: Die Überlebende

Flora ist eine junge Frau und eine Überlebende zugleich. Nachdem sie 472 Tage in der Gewalt eines sadistischen Entführers war, gibt es die junge, unbeschwerte Flora nicht mehr. Ob der Rest von ihr für ein Weiterleben reicht, muss sie noch herausfinden.

»… Ich hasse ihn. Ich vermisse ihn. … Selbst zum bitteren Ende hin warnte er mich …, dass ich nie von ihm frei sein würde. Er riet mir zum Selbstmord.« (S. 466)

Traumatisiert und voller Schuldgefühle sucht sie einen Ausweg in diversen Selbstverteidigungskursen. Nie mehr will sie ein Opfer sein. Seit fünf Jahren lebt Flora in Boston. Auch hier verschwinden junge Frauen scheinbar spurlos. Eine von ihnen will sie unbedingt finden. Weiterlesen

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Karl Friedrich Borée: Frühling 45 (1954)

Im Frühling 1945 spüren nicht nur der Berliner Chronist Stein und seine Familie, dass der Krieg bald vorbei ist. Jeder will endlich wieder frei sein, leben, ohne Angst die eigene Meinung vertreten und genug zu Essen haben. Natürlich wird auch das Ende der Bombardierungen herbeigesehnt, damit die Zerstörung aufhört und die Menschen die Nächte durchschlafen können.

Als die Befreiung eine Tatsache wird, sieht das Leben der Familie Stein ganz anders aus als gedacht. Angst vor Tod, Vergewaltigung und systematische Enteignung gehören nun zur Tagesordnung.

Der 1964 verstorbene Autor Karl Friedrich Borée hat viel mehr als nur eine Chronik über die Kapitulation in Deutschland geschrieben. Sein Thema ist die Gestaltung der Gesellschaft nach dem Zusammenbruch. Die alten Gewohnheiten und Denkweisen stehen einem Neuanfang im Wege. Moral und Hunger passen in Zeiten der Not nicht zusammen, auch wenn der Friedenswille da ist. Weiterlesen

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Samuel Selvon: Die Taugenichtse (1956)

Sie nennen sich Mokkas. Die Engländer sehen in den Einwanderern aus den Kronkolonien unerwünschte Schwarze, die den Arbeitern ab 1948 die Jobs wegnehmen. Wie es sich aus Moses Perspektive, der eines Mokkas, im kalten, nebelverhangenen London lebt, zeigt der 1923 in Trinidad geborene Samuel Selvon in seinem zeitlosen Episodenroman.

Moses und seine Freunde lavieren sich durch den Arbeitsalltag. Während der eine gewitzt als routinierter Schnorrer über die Runden kommt, sind die anderen Hilfsarbeiter. Sie brauchen für das Überleben Überstunden oder genug Vögel auf der Fensterbank der eigenen Dachstube. Die Episoden in Moses Erzählung zeigen nicht nur die unterschiedlichen Charaktere. Im Zentrum steht ihr Einfallsreichtum und die Sehnsucht nach einem besseren Leben geht. Weiterlesen

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Tiffany Watt Smith: Das Buch der Gefühle

»… Es geht in diesem Buch eigentlich nicht um Ratschläge …« (S.26), vielmehr will die Kulturwissenschaftlerin Tiffany Watt Smith einem nicht wissenschaftlichen Publikum Einblicke verschaffen, die über Kuriositäten aus der Kulturgeschichte hinausreichen. Die unvollständige Sammlung von Gefühlen soll zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge führen.

»… Wenn Emotionen … heute … von Regierungen gemessen werden; wenn sie Gegenstand einer zunehmenden pharmazeutischen Intervention … sind …, dann wäre es schon gut zu wissen, woher die Überzeugungen … kommen.« (S. 26) erklärt die Autorin in ihrer Einleitung. Weiterlesen

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Petra Ivanov: Erster Funke

Petra Ivanov geht zu den Anfängen ihrer Krimireihe zurück und greift gleichzeitig ein aktuelles Thema auf: Insider stehlen brisante Daten, verlassen für den Verkauf das Land und werden in den USA von unterschiedlichen Interessenvertretern gejagt.

Einer von ihnen ist der Ermittler Bruno Cavalli. Bereits in der Schweiz hat er alle Gewohnheiten der Diebe studiert und folgt systematisch ihren Spuren. Seine speziellen Kenntnisse will sich das FBI zunutze machen, ohne ihm jedoch zu vertrauen. Als Cavalli einen der Diebe in einem Hangar aufspürt, ist ihm ein Mörder nur wenige Augenblicke zuvorgekommen. Nur knapp entgeht er seiner eigenen Ermordung. Trotzdem wird er verhaftet. Das FBI unterstellt Cavalli, ein Insider zu sein. Wieso weiß er so viel über die Diebe? Jetzt fehlen nur noch die Freundin des toten Diebes und die Daten. Weiterlesen

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Guiseppe Fava: Bevor sie Euch töten (1976)

»… Als ich jung war, dachte ich, man müsse kämpfen und Widerstand leisten, um etwas zu erreichen. Aber ich war ein Wirrkopf. Ich dachte, wenn ein Mensch lebt, dann muss es auch ein Ziel für ihn geben. Aber ich habe nichts erreicht, und jetzt weiß ich nicht einmal mehr, was ich gesucht habe, als ich jung war.« (S. 312)

Lorenzos Leben als einfacher Arbeiter in Sizilien ist hart. Am Ende seiner Tage muss er hungern. Als er beim Wildern erwischt wird, hat der einfache Bauer ohne Bildung keine Chance auf einen gerechten Prozess. Er wird gefoltert und schikaniert. Um seine Ehre zu retten, tötet er einen Menschen. Natürlich wird er von der Polizei gesucht. Er kann sich in den Bergen verstecken, wo er auf drei jüngere Schicksalgefährten trifft. Jeder von ihnen hat ein Ziel; die Liebe, ein besseres Leben oder genug Geld, für Medikamente. Wie Lorenzo haben sie die Regeln der Reichen gebrochen. Die unterschiedlichen Männer, die nur als Verbrecher eine Überlebenschance haben, bilden eine Gemeinschaft. Während die Suchtruppen der Polizei ihr Versteck immer mehr einkreisen, erhalten sie einen Mordauftrag. Der Preis hierfür sind neue Pässe für eine Flucht nach Venezuela. Weiterlesen

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Yavuz Ekinci: Der Tag, an dem ein Mann vom Berg Amar kam

Die Geschichten über das Fressen und gefressen werden haben eines gemeinsam:  Am Ende ist immer einer tot und der Andere, der Stärkere überlebt. Ob in Flora und Fauna oder in der künstlichen Welt der Menschen, immer scheint es einen Gewinner zu geben, der alles bekommt.

Der 1979 in der Türkei geborene Autor Yavuz Ekinci verarbeitet literarisch das Schicksal der Kurden. Sein Roman erzählt von einem bestimmten Tag, an dem sich das Leben der friedlichen Menschen des Walnusstales ändern könnte. Alle Nachbarorte mitsamt ihrer Bewohner wurden bisher überfallen und zerstört. Nur ihr kleines Dorf ist bis heute verschont worden.

Yavuz Ekinci erzählt aus verschiedenen Perspektiven von den Höhen und Tiefen einer Familie, deren Vorfahren sich im Schatten riesiger Walnussbäume vor der Verfolgung retten konnten. Weiterlesen

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James Lee Burke: Vater und Sohn

Der ehemalige Texas Ranger Hackberry Holland lebt nach seinen eigenen Regeln. Er erschießt nur die Männer, die besser tot als lebendig sind. Eines Tages soll er beim Überfall eines Zuges helfen, in dem sich angeblich bewaffnete Soldaten aufhalten. Als der Rauch verfliegt, hat Hackberry erstmalig auf Kinder und Frauen geschossen. Er gerät ins Grübeln und zieht eine Bilanz über sein Leben. Eine gescheiterte Ehe und eine misslungene Beziehung wollen ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen. Mit seiner letzten Frau Ruby hat er einen gemeinsamen Sohn. Beide hat er aufgrund von Missverständnissen und Intrigen aus den Augen verloren. Inzwischen ist Ishmael Soldat und von Granatsplittern schwer verwundet. Auf der Suche nach ihm kommt Hackberry einem skrupellosen Waffenhändler in die Quere. Seine Einmischung hat weitreichende Folgen. Weiterlesen

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