Giuseppe Fava: Ehrenwerte Leute (1975)

»… Ihr war zum Weinen zumute: Elena Vizzini 31 Jahre alt, Halbwaise, Volksschullehrerin ohne Anstellung, … , ein bleiches Gesicht, das schon sanft zu verblühen begann.« (S. 9)

Und dann gewinnt sie einen Wettbewerb, der ihr eine Anstellung als Lehrerin in Montenero Valdemone, einem sizilianischen Bergdorf, verschafft. Einen ganzen Tag dauert ihre Reise in den Süden. Was sie erwartet, ist ein in sich geschlossenes Kastensystem, in dem die Armen und Reichen seit Generationen ihren Platz haben. Alle tragen schwarz, sind schweigsam, duldsam und warten auf das nächste Ereignis. Nach Elenas Ankunft häufen sich die Ereignisse. Ein Mann, der sie am ersten Abend angeht, sitzt am nächsten Morgen mit einer Blume im Mund und einer Kugel im Kopf auf der Piazza nicht weit von der prunkvollen Kirche entfernt. Weitere Männer sterben. Kurz darauf steht Elena im Mittelpunkt polizeilicher Ermittlungen und bleibt in der Aufmerksamkeit aller Dorfbewohner. Weiterlesen

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Yanis Varoufakis: Die ganze Geschichte

Die eigene Wahrnehmung, die eines anderen oder Dritten müssen in einer Angelegenheit nicht zwangsläufig deckungsgleich sein. Insider sehen anders als Outsider. Denn Wissen ist bekanntlich Macht. Und Nichtwissen … Ohnmacht? Die Insolvenz Griechenlands ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit. Unter anderem wegen der unzähligen Verträge mit anderen europäischen Ländern. Es entstehen Verbindungen und damit automatisch Interessenkonflikte ihrer jeweiligen Vertreter. Das Ringen um Macht und Einfluss auf dem europäischen und globalen Markt kennt weder Vernunft noch Maßhaltung. Hinzu kommen gelenkte Medienberichte und Repressalien, wenn ein Außenseiter plötzlich auf neue Verhandlungen oder sogar Schuldenschnitt besteht. In diesem Kontext kann die eigene Wahrnehmung auch ein Fels in der Brandung sein. Weiterlesen

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Jeff VanderMeer: Borne

Jeff VanderMeers Blick in die Zukunft ist so düster, dass er schon schwarz ist. Viele haben einen ähnlichen Blick beschrieben, der einen gemeinsamen Nenner hat: Eine zerstörte Welt, in der jeder jeden tötet.

In so einer Welt lebt die junge Rachel, die über viele Jahre ein Flüchtling war. Seit einer Weile wohnt sie mit ihrem Lebensgefährten Wick in der Nähe einer zerstörten Stadt, einer zerstörten Firma und in einer vergifteten Fauna. Genmutierte Menschen und Tiere gehören zu ihrem Alltag genauso wie biotechnologische Wesen mit sehr unterschiedlichen Funktionen. Eines von ihnen ist der turmhohe Bär mit dem Namen Mord. Auf seiner tödlichen Jagd bleiben viele »Reste« in seinem zottigen Pelz hängen. Für unerschrockene Finderinnen wie Rachel ist das Fell des schlafenden Killers ein idealer Ort für ihre Nahrungssuche. Eines Tages entdeckt sie dort ein seltsames Wesen. Weiterlesen

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Joakim Zander: Der Freund

Wenn Anschläge den Alltag zerbomben, dann können Polizisten und Geheimdienste für verängstigte Menschen nicht nur eine mentale Hilfe sein. Doch was passiert, wenn ein unbescholtener Bürger Terrorist genannt wird?

Der Schwede Jacob heißt eigentlich anders. Er will aufsteigen und im diplomatischen Dienst Karriere machen. Ausgerechnet in Beirut beginnt er während der Unruhen ein Praktikum. Als er sich auf einer Party in Yassim verliebt, beginnt nicht nur eine leidenschaftliche Beziehung. Er gerät auch in den Fokus der Geheimdienste. Sie nennen Yassim einen Terroristen und erpressen Jacob. Innerhalb kürzester Zeit gerät Jacobs Leben aus den Fugen. In seiner größten Not bittet er die schwedische Anwältin Gabriele Seichelmann telefonisch um Hilfe und zieht sowohl sie als auch deren Freundin Karla in den Abgrund. Denn jeder, der mit Jacob Kontakt hat, gerät unter Terrorverdacht. Weiterlesen

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Tad Williams: Der letzte König von Osten Ard 01: Die Hexenholzkrone 01

Es gibt Geschichten, die wollen in Erinnerung bleiben. Die von dem Drachenbeinthron und dem Geheimnis der Großen Schwerter ist eine von ihnen, unter anderem weil der Küchenjunge Simon unsägliche Abenteuer erlebt und schließlich die Prinzessin Miriamel und den Thron dazu bekommt.

Nach 1988 hat Tad Williams die Fortsetzung dieser Geschichte aufgeschrieben. Nach dem Motto ‚Nach dem Krieg ist vor dem Krieg‘ tauchen alte und neue Weggefährten auf. Simon und Miriamel blicken auf dreißig Jahre Frieden zurück. Der einzige Sohn starb unter seltsamen Umständen und ihr Enkel Morgan, der Thronfolger werden soll, ist lieber betrunken und abwesend, als dass er seinen Pflichten nachkommt. Auf ihrer Reise zu einem sterbenden, alten Freud sind Simon und Miriamel nicht nur unangenehmen Witterungsbedingungen ausgesetzt. Im Reich zeichnen sich neue Bündnisse und Zwiste zwischen den Stammesführern ab. Weiterlesen

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Klaus Cäsar Zehrer: Das Genie

Was für eine Geschichte: Boris, ein junger Russe aus gutem Hause flieht nach Amerika. Er will frei sein und unbedingt unterrichten. Denn seine Vorstellung, dass auch Arme gebildet sein dürfen, wird in seinem Land nicht geduldet und bei Missachtung sogar mit Haft und Tod bestraft. Kaum in New York angekommen, beginnt seine grandiose Karriere. Boris heiratet, wird Vater und ein berühmter Wissenschaftler. Am Beispiel seines Sohnes Billy zeigt er, wie seine spezielle Erziehung, die Sidis-Methode, aus jedem Kind ein Genie machen kann. Und wie großspurig angekündigt, entwickelt sich sein Sohn unter den Argusaugen der Lehrer und Presse zu einem Genie. Billy lernt gern und unvorstellbar viel, so dass er innerhalb weniger Jahre alle Klassen überspringt, die Highschool beendet, um schließlich im Alter von elf Jahren der jüngste Student in der Eliteuniversität Harvard zu werden. Weiterlesen

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Pierre Lemaitre: Drei Tage und ein Leben

Der zwölfjährige Antoine ist richtig wütend. Seine Mutter verbietet ihm das Spiel mit den anderen Kindern. Seiner Jugendliebe Émilie missfällt das so mühsam erbaute Baumhaus im Wald. Der Nachbarhund, der bisher treu seinen Nöten zugehört hat, wird von einem Auto angefahren und danach von seinem Besitzer erschossen. Und dann nervt noch dessen sechsjähriger Sohn Rémi. Die Wut ist so groß, dass er den Kleinen mit einem Ast erschlägt. Antoine versteckt die Leiche. Drei Tage lang suchen die Bewohner des Ortes nach dem vermissten Jungen. Am dritten Tag beenden heftige Unwetter die Suche. Antoine glaubt, endlich gerettet zu sein. Seine Mutter hat nur ihn und er nur seine Mutter. Was würde passieren, wenn er als Kindsmörder berühmt würde? Weiterlesen

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Leonard Gardner: Fat City (1969)

Tully und Ernie suchen ihren Platz im Leben, ein bisschen Glück und die richtige Frau. Während der eine mit dreißig Jahren seine gescheiterte Boxkarriere hinter sich hat, will der junge Ernie die eigene noch finden. Beide strampeln sich ab und je mehr sie hoffen und schuften, um so mehr rückt die Hoffnung von ihnen ab.

In Stockton, der Fat City der fünfziger, sechziger Jahre, sind viele arm und desillusioniert. Die Umstände erlauben kein Glück. Wo Chancen verschwunden sind, da wächst der Friedhof der Hoffnungen ins Uferlose. Die meisten Bewohner haben für ihre geplatzten Träume bereits Grabsteine aufgestellt. Der Autor Leonard Gardner, geboren 1933 in Stockton, hat mehr als einen wunderbaren Boxroman geschrieben. Weiterlesen

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Harry Bingham: Fiona: Als ich tot war

Die Polizistin Fiona arbeitet in Südwales und langweilt sich. Nichts passiert, außer einigen Unregelmäßigkeiten bei den Gehaltszahlungen einer großen Firma. Wie so oft beginnt die Überprüfung schleppend. Doch allmählich entwickeln sich die Betrügereien des noch unbekannten IT-Spezialisten in einem Ausmaß, das für die undercover ermittelnde Fiona erschreckende Dimensionen erreicht. In diesem besonderen Fall will sie unbedingt den oder die Drahtzieher überführen und riskiert dabei ihr Leben.

Den Autoren Harry Bingham muss man sich unbedingt merken. Er hat nicht nur einen klugen und fesselnden Kriminalroman geschrieben, sondern auch eine interessante Frauenfigur entwickelt. Weiterlesen

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W. Bommert & M. Landzettel: Verbrannte Mandeln

Was auf den Teller kommt, geht jeden etwas an. Ob chemisch behandeltes Obst und Gemüse, verseuchtes Wasser oder belastetes Fleisch, all diese Themen hängen miteinander zusammen. Die Folgen des Klimawandels sind bereits im Supermarkt angekommen. Sie sind versteckt in einer Preispolitik und der Verknappung von Waren. Das Autorenduo Marianne Landzettel und Wilfried Bommert beschreibt, wie der globale Klimawandel die Lebensgrundlage und die Ernährung verändert. Ihre Ankündigung, auf Kaffee generell verzichten zu müssen oder auf Schokolade, Wein und Meeresfrüchte, dürfte so manchen Genießer aufschrecken.

Industriell hergestellte Lebensmittel erlauben den Trugschluss, alles und jeden im Griff zu haben. Sind die Böden ausgelaugt, wird reichlich gedüngt. Konzerne kaufen Ackerböden im großen Stil, lassen Wälder roden und Wüstenland bewässern. Bei zu wenig Regen bohrt man tiefere Brunnen, baut Stauseen und zapft Flussläufe an. Weiterlesen

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