Carrie Mac: 100 schlimme Dinge, die mir bestimmt passieren

Maeve ist 16 und macht sich Sorgen. Ständig. Und genauso ständig bekommt sie von ihrer Umwelt zu hören: Hör auf damit!. Würde sie gerne, aber es geht einfach nicht. Sie leidet an einer Angststörung, die sie nur gerade so eben im Griff hat. Wenn man mich fragt, ist das die schlimmste Variante von allen. Man funktioniert noch für die Umwelt, wirkt vielleicht ein bißchen freaky, aber innerlich ist man die ganze Zeit angespannt. In Erwartungshaltung. Natürlich nützt das nichts, es kommt nie das, was man erwartet. Man hat nur schon unglaublich viel Kraft für das Sorgen machen verschwendet und die fehlt dann in den echten Katastrophen.

Diesen Sommer soll Maeve bei ihrem Vater und seiner neuen Familie verbringen, weil ihre Mutter für 6 Monate in Haiti Gutes tun will. Weiterlesen

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Philip Kerr: Friedrich der Große Detektiv

Selten habe ich ein Buch gelesen, dass eine so deutliche Erinnerung und Hochachtung spüren lässt. Auf der einen Seite für Erich Kästner, auf der anderen Seite aber auch an die Jugendbücher über den Nationalsozialismus aus den 70ern. An die Bücher von Hans-Peter Richter (Damals war es Friedrich) und Judith Kerr (Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, ich glaube die Namensgleichheit ist Zufall). Der Stil des Buches erinnert ganz stark an Hans-Peter Richter, aber auch an Erich Kästner.

Friedrich lebt im Jahre 1933 in Berlin, sein Vater ist Journalist und mit Erich Kästner befreundet. Sein Bruder Rolf wird sehr früh ein überzeugter Anhänger der Nationalsozialisten und Friedrich hört immer wieder den Streit zwischen Vater und Sohn. Zum Beispiel vor der Bücherverbrennung, bei der auch Friedrich Lieblingsbuch „Emil und die Detektive“ verbrannt wird, inklusive der persönlichen Widmung des Autors. Weiterlesen

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Kerstin Gier: Wolkenschloss

Mit gerade 17 ist Fanny von zu Hause mehr oder weniger geflüchtet. So ist sie als Jahrespraktikantin auf dem Wolkenschloß gelandet. Ein ehrwürdiges, altes Berghotel, das schon viel gesehen hat. Leider hat es seine besten Jahre schon lange hinter sich. Aber jetzt zu Weihnachten und vor dem großen Silvesterball ist es immer noch ein magischer Ort. Stammgäste und neue Gäste trudeln ein und wollen versorgt sein. Zwar läuft Fannys Aufgabe als Kindermädchen erst mal gründlich schief, aber dabei lernt sie immerhin den Hotelerben Ben kennen. Und dann ist da noch das geheimnisvolle russische Ehepaar mit dem kleinen Mädchen und als alle Straßen zugeschneit sind, geht die Geschichte vom Hotel-Entführer rund, der es dieses Jahr ausgerechnet auf das Wolkenschloß abgesehen hat. Weiterlesen

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Isabell May: The Chosen One

Skadi ist eine der Glücklichen in ihrem Land, denn sie ist eine Ausersehene – eine Ausersehene, keine Auserwählte, denn es war die Natur selbst, die sie befähigte, als eine der wenigen Frauen Kinder gebären zu können. Vor Jahrzehnten hat eine geheimnisvolle Krankheit die Zahl der Bewohner merklich dezimiert und als die Seuche vorbei war, waren die meisten Frauen unfruchtbar. Aber Skadi ist nicht wirklich glücklich mit ihrem Leben im goldenen Käfig und bricht eines Tages aus.

Die Geschichte ist spannend erzählt und auch die Erlebnisse nach Skadis Flucht aus der Burg haben mir gefallen. Was mir allerdings weniger gefallen hat, ist die Unausgegorenheit des Settings. Das Land und seine Herrscherin sind unverzichtbarer Teil der Geschichte, umso ärgerlicher, dass gerade hier die Entwicklung so viele Lücken aufweist. Weiterlesen

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Jodi Picoult: Kleine große Schritte

Wieder einmal ist es Jodi Picoult gelungen, aus einem allgegenwärtigen Thema noch eine Nuance herauszukitzeln. Ruth ist Hebamme und sie ist schwarz. Sie ist die einzige Schwarze auf ihrer Station. Ihre Hautfarbe war schon ihr ganzes Leben lang ein Thema, denn sie wuchs unter Weißen auf. Weil ihre Mutter Nanny und Haushälterin bei einer reichen weißen Familie war, gelang es ihr in die privilegierte Schule Dalton aufgenommen zu werden und sie ging auch auf ein eher weißes College. Ihr war das gelungen, wovon so viele Träumen: ihre Hautfarbe hinter sich zu lassen. Einfach ein Mensch unter Menschen zu sein. Aber im Amerika der heutigen Zeit kann das nur ein Irrtum sein, wie sie feststellen muß, als der Rechtsradikale Turk ihr verweigert, sich um sein Baby zu kümmern, den nächsten, wie er selbst später vor Gericht sagen wird, „arischen Krieger“. Denn der kleine Davis stirbt und Turk gibt Ruth die Schuld daran. Weiterlesen

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Ernest Cline: Armada: Nur du kannst die Erde retten

Ich muss ja zugeben, dass die Begeisterung über das Wiedererkennen von Kindheitserinnerungen bei mir beim zweiten Buch deutlich nachgelassen hat. Trotzdem war „Armada“ noch witzig zu lesen, ich muss aber zugeben, dass mir das Thema jetzt für’s Erste reicht. In Ernest Clines zweitem Roman werden wieder alte Erinnerungen an die Jugend wach. Diesmal ist es jedoch nicht ein toter Spielewelterfinder, der die Menschen dazu bringt, sich damit zu beschäftigen, sondern für Zack Lightman haben Spiele, insbesondere Ego-Shooter schon immer zum Leben zugehört. Sein toter Vater war ein echter Freak und auch seine Mutter spielt immerhin regelmäßig. Insbesondere das Spiel „Armada“ hat es Zack angetan und er ist richtig gut darin. Weiterlesen

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Jutta Profijt: Unter Fremden, gelesen von Eva Meckbach

Was für ein Hörbuch! Lange habe ich nichts mehr so eindringliches gehört, die Geschichte von Madiha bleibt noch lange im Ohr und wirkt nach. Das liegt zum Einen an der tollen Lesung von Eva Meckbach, die einfach Mahida IST. Das liegt zum anderen aber auch an der unaufdringlichen Beschreibung von Jutta Profjit, die sich wirklich in Maida eingedacht hat. Keine Beschreibung von furchbaren Gräuln, die Mahida aus ihrer Heimat vertrieben haben, sondern eine spannende Geschichte, die eben jemandem passiert, der aus seiner Heimat fliehen musste. Dabei gibt sie sehr sanft Einblick in das Leben, wie es für Mahida in Deutschland aussieht. Weiterlesen

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Monika Feth: Blutrosen

Romy hat ihren Traumjob gefunden und wie es aussieht auch ihren Traummann. Und sie hat eine Geschichte für die Zeitung, für die sie arbeitet, im Kopf. Es soll eine Story über Frauenhäuser und die Frauen werden, die sich dorthin flüchten. Dabei ist Romy doch gerade selbst frisch verliebt. Sie lässt sich tief auf das Thema ein, freundet sich mit der jungen Fleur an, die schon mehrfach vor ihrem dominierenden Freund Mikael geflohen ist. Bislang hat er sie immer gefunden, aber Köln ist immerhin eine Großstadt, da dürfte es nicht so einfach sein. Zudem bleiben die Anschriften der Frauenhäuser gut geschützt. Fleur erzählt Romy nach und nach ihre Geschichte und eines wird immer klarer: wirklich sicher fühlt sie sich nie. Weiterlesen

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Margit Ruile: Dark Noise

Das ist wieder mal ein Buch, bei dem ich zweigeteilt bin. Ich habe es nicht ungern gelesen, fand das Thema auch enorm wichtig, aber die Ich-steh-im-Nebel-über-den-Dingen-Protagonisten war schon sehr nervend, zumindest am Anfang. Am Anfang lernen wir sie nämlich nur als in der Ecke stehend und Zafer beobachtendes seltsames Wesen kennen. Ich dachte erst, ich wäre in einem Fantasy-Roman. Aber es handelt sich tatsächlich um einen waschechten Wirtschafts-/Polit-/Internet-Thriller.

Zafer ist eher menschenscheu und verdient seinen Unterhalt damit, Videos zu retuschieren. Hier eine unliebsame Produktplatzierung aus einer Serie entfernen, dort nachbessern. Und dabei ist er richtig, richtig gut. Weiterlesen

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Joy Fielding: Solange Du atmest

Robin glaubt ihre verkorkste Familiengeschichte hinter sich gelassen zu haben. Sie ist dem ungeliebten Elternhaus längst entronnen und arbeitet als Psychotherapeutin. Sicherlich kein Zufall, ging sie doch, als ihre beste Freundin ihren Vater heiratete. Und auch das Verhältnis zu ihrer Schwester war noch nie problemlos. Da erhält sie von eben jener Schwester einen Anruf: Ihr gemeinsamer Vater, seine Frau (Robins ehemalige beste Freundin) und deren gemeinsame Tochter wurden bei einem Raubüberfall schwer verletzt. Noch bevor Robin in ihrer Heimatstadt eintrifft, stirbt ihre Freundin, ihr Vater liegt im Sterben, einzig die Tochter hat noch eine Überlebenschance.

Dass Joy Fielding schreiben kann, hat sie ja bereits mit etlichen Vorgängerromanen bewiesen. Gut und flüssig zu lesen also. Was mich aber an diesem Roman wirklich fasziniert hat, war die Art und Weise, wie Robin sich Stück für Stück in ihre eigene Vergangenheit verfängt, kaum dass sie ihr Heimatdorf wieder betreten hat. Weiterlesen

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