Hjorth & Rosenfeldt: Die Früchte, die man erntet

Eine Kleinstadt in Schweden. Jeder kennt jeden. Es gab kleine und große Katastrophen in den letzten Jahren. Jetzt folgt eine nach der anderen. Immer Morde, immer aus dem Hinterhalt, immer direkt durch die Stirn geschossen.

Nachdem Torkel seine ganz persönliche Tragödie durchleben musste und seine Alkoholsucht nicht mehr verbergen konnte, ist er verrentet und Vanja leitet die Reichsmordkommission. Es ist ihre erste große Ermittlung und sie steht gewaltig unter Druck. Denn sie haben überhaupt keine Spur. Noch nicht einmal einen Hinweis auf ein Motiv. Obwohl die Stadt so klein ist, scheint es zwischen den Opfern keinen Zusammenhang zu geben. Selbst der allerkleinste, verzweifelt an den Haaren herbei gezogene, Hinweis auf eine Übereinstimmung verläuft bei dem nächsten Mord im Sande. Vanja ist verzweifelt genug, ihren Vater Sebastian um Rat zu fragen. Mit Hilfe von Vanjas kleiner Tochter, die Enkelin, die Sebastian abgöttisch liebt und zu der er sich den Zugang auf keinen Fall verbauen will, hat sich das seltsame Verhältnis von Vater und Tochter einigermaßen normalisiert und auch Sebastians Beziehung zu Ursula verläuft in ruhigen Bahnen. Das Einzige, was ihn ein wenig in der Spur schlingern lässt, ist sein neuer Patient Tim, der wie er seine Familie beim Tsunami in Thailand verloren hat und dessen Geheimnis den echt fiesen Cliffhanger am Ende des Buches bildet. Weiterlesen

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Sebastian Fitzek: Playlist

Feline wird entführt. Nach Wochen findet ihr Vater sie in einem Lieferwagen direkt vor der eigenen Tür – lebend. Dann klingelt sein Telefon und er lässt eine Tochter gefesselt im Lieferwagen zurück. Erfahrene Fitzek-Leser werden jetzt gemeinsam mit dem Emblem auf dem Buchumschlag etwas ahnen, allen anderen sei hier die Spannung nicht genommen.

Felines Mutter wendet sich an Alex Zorbach, ein Tip von Alina, Felines blinder Physiotherapeutin, die zwar selbst mit Alex nie wieder etwas zu tun haben will, aber seine Ermittlerfähigkeiten durchaus schätzt. Felines Vater ist Lehrer und zumindest für seine eigene Familie ein totaler Technikfeind. Umso wichtiger ist für Feline ein MP3-Player, den Aline ihr einmal gab und ihr auch eine Playlist dafür gemacht hat. Damals hatte Feline mehr im Scherz gesagt, wenn sie jemals einen Song von Depche Mode – ihrer Lieblingsband – daraus entfernen würde, wäre das ein deutliches Zeichen dafür, dass sie wirklich in Schwierigkeiten steckt. Denn der Player hat WLAN und jetzt hat Feline die Playlist geändert. Alina und Alex sind gleichermaßen überzeugt, dass es sich um eine Botschaft handeln muss, und machen sich auf den Weg, diese zu entschlüsseln. Weiterlesen

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Kevin Brooks: Bad Castro

Judy ist Polizistin. Sie bekommt per Mail einen Hinweis und ist tatsächlich dabei, als zwei ihrer Kollegen den Gangführer Bad Castro verhaften. Aber diese Nacht ist keine ruhige Nacht, seit dem Abend schon gibt es an allen Ecken Ausschreitungen. Es ist eine seltsame Nacht, denn es scheint sich um keinen „normalen“ Bandenkrieg zu handeln, sondern jeder gegen jeden und alle gegen die Polizei. Der Wagen, in dem sie Castro transportieren wird gerammt und als Judy aus einer kurzen Bewusstlosigkeit erwacht, sind ihre beiden Kollegen erschossen und sie muss mit Castro aus dem brennenden Auto fliehen. Er bleibt bei ihr und sie bleibt bei ihm in dieser hochgefährlichen Nacht.

„Bad Castro“ ist eine faszinierende psychologische Ausarbeitung über die Komplexität des Zusammenspiels von Gang-/Bandenwesen und Polizei. Da ist auf der einen Seite Castro, ein Gangleader, jemand mit Macht, jemand, der bereits getötet hat und wahrscheinlich auch Morde in Auftrag gegeben hat. Man kommt nicht durch Wattebäuschchenweitwurf in eine solche Position. Er ist abgebrüht, der kennt sich aus, er weiß, wie man diese Nacht überleben kann. Und doch ist er noch ein Kind. Weiterlesen

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Volker Kutscher: Mitte

Friedrich „Fritze“ Thormann hat es nie ganz leicht gehabt im Leben. Das kurze Glück, als er als Pflegesohn zu Gereon und Charly kam, nachdem er lange auf den Straßen von Berlin gelebt hatte, zerrann, als er in eine andere – ungeliebte Pflege-stelle musste. Zu Anfang von begeistert von der HJ und ihren Aufmärschen, wurde er im letzten großen Band „Olympia“ auch brutal ernüchtert, als er sich für den falschen Sportler begeisterte und dann auch noch Zeuge eines Selbstmordes wurde, der angeblich nie stattfand.

Mitte erzählt jetzt einen großen Teil seiner Geschichte nach den Olympischen Spielen von 1936. Er ist untergetaucht in einer Kohlenhandlung in Berlin Mitte. Ausgestattet mit einem falschen Pass macht er sich sogar Hoffnungen auf einen Ausbildungsplatz. Aber er ist einsam und so beginnt der belesene Fritze, Briefe zu schreiben. An Charly natürlich, aber auch an seine alte Freundin Hannah, die ebenfalls mit falschen Papieren in Breslau untergekommen ist. Diese Briefe erzählen uns, was aus ihm wird, auch wenn wir die Antworten nicht zu lesen bekommen. Weiterlesen

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Kathrin Lange & Susanne Thiele: Probe 12

Mitten in Georgien wird an einem der größten zukünftigen Problemen der Menschheit geforscht. Sogenannte Phagen sollen Bakterien direkt im menschlichen Körper abbauen, sogar die, gegen die wegen der zunehmenden Resistenz kein Antibiotikum mehr hilft – und das werden immer mehr. Der Forscher Anasias steht kurz vor dem Durchbruch, der hat bereits erfolgreich Stämme angezüchtet und getestet. Aber er fühlt sich verfolgt, bedroht und verschickt seine 24 wichtigsten Stämme nach Deutschland, kurz bevor er ermordet wird. Nina, seine Ziehtochter, die nicht in seine Fußstapfen treten wollte,sondern Wissenschaftsjournalistin wurde, macht sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Tom in Deutschland trägt eine große Schuld mit sich herum. Ein unbedacht eingefangener Magen-Darm-Virus aus Indien, ein sorglos eingenommenes Medikament und er trägt einen antibiotikaresistenten Bakterienstamm in sich, den er an seine ohnehin immungeschwächte Tochter weitergibt. Bei ihr kann er sich vermehren und ausbreiten und schon sehr bald gehen den Ärzten die Optionen aus. Da trifft er auf den Gedanken der Phagenbehandlung und auf Nina. Weiterlesen

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Harriet Walker: Die Neue

Margot ist erfolgreich. Sehr erfolgreich, sie arbeitet bei einer Modezeitschrift und ist da sehr hoch aufgestiegen. Jetzt ist sie schwanger und braucht eine Schwangerschaftsvertretung. Ohnehin keine ganz leichte Aufgabe, denn auf der einen Seite soll die Neue den Job gut machen, auf der anderen Seite aber nicht so gut, dass sie in Zukunft eine ernstzunehmende Konkurrenz für Margot wäre oder sie gar ganz ersetzen könnte. Margot findet Maggie, leichtes Übergewicht, der eigene Stil nicht ganz so teuer wie Margots, aber eine erfahrene Journalistin, die bereit ist, sich der Aufgabe zu stellen. Maggie scheint perfekt.

Aber in den Wochen der Einarbeitung kommen Margot Zweifel. Ist Maggie nicht doch zu perfekt? Wieso schafft sie es so leicht, Team und Chefin für sich einzunehmen? Nach einigen Wochen in der Welt der Mode ist auch Maggies Stil deutlich eleganter und teurer geworden. Dann kommt Margots Baby zur Welt und die einstmals erfolgreiche Frau ist völlig in ihre eigene Welt zurückgeworfen. Alleine mit ihren Gedanken und Ängsten und alleingelassen von der Frau, die sich ihre beste Freundin nannte. Denn Winnie war kurz vor Margot schwanger geworden, die beiden Frauen hatten viele Pläne, wie sie viel gemeinsame Babyzeit verbringen wollten. Aber Winnies Baby hat die ersten Wochen nicht überlebt und Winnie sich (wieder einmal) völlig zurückgezogen. Weiterlesen

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Max Goldammer: Feind des Volkes

Der Untertitel auf dem Buchumschlag war schon ein kleiner Schock. „Max Hellers letzter Fall“. Was wird passieren? Hat Max sich jetzt derart verrannt, dass er doch noch in Bautzen landet? Wird er einfach in Rente gehen – doch nicht Max, dem die Gerechtigkeit so am Herzen liegt. Wird er gar von einem Täter ermordet werden? Durch viele Bände hindurch haben wir Max Heller durch das Dresden der Nachkriegszeit begleitet, was wird jetzt aus ihm werden?

Während des größten Teils des Romans scheint all das möglich zu sein. Je älter er wird, desto weniger ist Hauptmann Max Heller bereit, an den passenden Stellen den Mund zu halten. Er fühlt sich in seinen Ermittlungen behindert, immer wieder wird er gezwungen, Rücksichten zu nehmen. Seiner Adoptivtochter Anni wird das Studium trotz hervorragender schulischer Leistungen verweigert. Sie stamme nicht aus einer Arbeiterfamilie ist die offizielle Begründung, aber Max ahnt anderes, die Familie ist eher nicht systemtreu genug. Seine Frau Karin bereut inzwischen zutiefst, dass sie nicht damals in den Westen zu ihrem geflohenen Sohn gegangen sind, als die Grenzen noch nicht ganz so dicht und die Gelegenheit da war. Weiterlesen

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Neal Shusterman: Game Changer

Ash ist ein einigermaßen erfolgreicher Footballspieler. Er ist weiß, hetero und alles in allem amerikanischer Durchschnitt. Bis sich bei einem Zusammenstoß beim Football plötzlich alles ändert. Oder nur eine Kleinigkeit geändert hat. Jedenfalls hat sich Ashs Leben geändert. Er hat plötzlich reiche Eltern und ist ein Arschloch. Es muss etwas mit diesem Zusammenprall beim Football zu tun gehabt haben, denn da hat er plötzlich eine Verschiebung bemerkt. Beim nächsten Spiel möchte er das wiederholen und macht alles nur noch schlimmer.

Ash ist in der Lage Multiversen zu erschaffen, und bei dem Versuch, zurück in sein eigentliches Universum zu gelangen, erschafft er Welten, in denen die Rassentrennung nie abgeschafft wurde, in denen er schwul oder ein Mädchen ist. Das bringt eine ganze Menge neue Erkenntnisse mit sich.

Bislang hielt sich Ash für einigermaßen tolerant, sowohl Schwarzen wie auch Mädchen gegenüber, aber hier muss er erkennen, dass das nicht ausreicht. Ihm war nie klar, wie unfair das Leben Frauen gegenüber ist, bis er selbst ein Mädchen ist und das am eigenen Leib spürt, wohlgemerkt mit seinem Gedächtnis, wie die gleiche Situation als Mann gewesen wäre. Ihm war auch nie klar, wie dünn das Eis für seinen schwarzen Freund wirklich ist und wie hart dieser Arbeiten musste, um dort zu sein, wo er ist – und wie unmöglich das sein kann, wenn die Welt eine andere ist. Weiterlesen

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Henri Faber: Ausweglos

Elias war mal ganz oben. Er galt gar als Star der Hamburger Mordkommission. Davon ist nicht mehr viel übrig. Er war mit seinem Kollegen Malte so dicht davor, den Ringfingermörder zu erwischen. Dann erschien ein Artikel mit Anschuldingen wegen Ermittlungsfehler, der Ringfingermörder hörte auf zu morden und Elias und Malte fielen tief. Jetzt, Jahre später geschieht plötzlich wieder ein Mord nach dem alten Schema und durch alte Beziehungen ist ausgerechnet Elias der erste am Tatort. Es ist wie damals, aber doch anders…

Noah wurde auf dem Dachboden überfallen, während er die Wäsche aufhängte. Er wurde gezwungen, den Mörder zu seiner Frau zu führen, aber es ist nicht alles, wie es scheint.

„Ausweglos“ ist ein spannender Thriller, der aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Da ist zunächst einmal Elias, der Ermittler, von dem nach und nach herauskommt, warum er es in der neu gebildeten Spezialeinheit so schwer hat. Noahs Perspektive scheint die des hilflosen Opfers zu sein, wurde er doch niedergeschlagen und musste den Mord mitansehen. Durch die wechselden Erzählperspektiven (es gibt mehr als diese zwei, aber die beiden sind die Hauptperspektiven) und geschickt gewählte Cliffhanger ist das Buch ein echter Pageturner. Weiterlesen

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Kerstin Gier: Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann

Quinn ist umschwärmt. Er wird zu Partys eingeladen, um seine Meinung gefragt, ist einfach ein cooler Teenager – der sich nur zu gerne von seiner Freundin Lilly trennen würde, es aber nicht übers Herz bringt – nett ist er also auch noch. Mathilda ist klug, hilfsbereit und hübsch, aber für andere alles andere als cool. Denn sie kommt aus einer hochreligiösen Familie mit langer Tradition und verbringt einen Großteil ihrer Freizeit in kirchlichen Einrichtungen. Ausgerechnet während der Party, auf der Quinn sich endgültig von Lilly trennen will, wird er angegriffen. Zumindest glaubt er das, alle anderen denken, er ist betrunken vor den LKW gelaufen.

Quinn überlebt nur knapp und ist lange auf Krücken und Rollstuhl angewiesen, sein Kopf ist jetzt kahl und vernarbt und seine Umwelt glaubt, er hätte auch geistige Schäden davongetragen. Er glaubt das auch, denn er sieht Wesen, hört Stimmen und irgendwas stimmt mit seiner Sehschärfe nicht. Quinns Mutter bezahlt Mathilda dafür, Zeit mit Quinn zu verbringen, denn seine alten Freunde will er nicht mehr sehen.

Zwei, die es noch nicht wissen, haben sich gefunden. Denn Quinn, der Pragmatiker, wird plötzlich mit einer Welt – dem Saum – konfrontiert, die es doch eigentlich nicht geben kann oder höchstens in Fantasy-Geschichten, die er nicht liest. Mathilda dagegen kennt jeden Fantasy-Roman auf dem Planeten, hat sie doch Grund genug, dem geistigen Leben ihrer Familie zu entfliehen. Dafür kann sie den Saum weder sehen noch betreten. Weiterlesen

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