Gin Phillips: Nachtwild, gelesen von Andrea Sawatzki u.a.

Boah, was für ein Ritt durch die Nacht. Gin Phillips versteht es, die Spannung mit kleinen Randbemerkungen bis ins Unerträgliche aufzubauen und dann zu halten bis zum Schluss. Dabei fängt alles ganz harmlos an. Mit einem Zoobesuch. Joan geht gerne mit ihrem kleinen Sohn Lincoln in den Zoo, sie beobachten die Menschen und Tiere, der phantasiebegabte Lincoln spielt mit seinen Figuren, ein schöner Tag. Gerade als sie auf dem Weg zum Ausgang sind, fallen Schüsse, die Joan zunächst nicht zuordnen kann. Bis sie die ersten Leichen findet. Der Weg zum Ausgang ist versperrt, sie ist gezwungen, sich mit ihrem kleinen Sohn zu verstecken und die Nacht auszuharren. Was dann folgt, ist sowohl spannend als auch grauenhaft. Joan verändert sich. Ihr Denken, sogar ihre Werte verändern sich, denn es gibt nur noch einen Grundsatz: Lincoln muss überleben. Dafür ist Joan bereit, die Sicherheit anderer Menschen zu opfern. Weiterlesen

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Poznanski & Strobel: Invisible, gelesen von Christiane Marx u.a.

Wie erkennt man eine Mordserie, wenn es kein offensichtliches Motiv, immer andere – bekannte – Täter gibt und dazu Opfer, die scheinbar so gar nichts miteinander zu tun haben? Kriminalkommissarin Nina Salomon erkennt genau darin das Gemeinsame: die scheinbare Wahllosigkeit der Opfer und natürlich die immer gleiche Fassungslosigkeit der Täter. Da ist der Chirurg, der auf seinen Patienten während der Operation mit dem Skalpell einsticht, da ist der junge Mann, der auf offener Straße förmlich erschlagen wird. Und allen Täter ist doch etwas gemeinsam: Sie sind unglaublich wütend auf die Opfer – obwohl sie sie in den meisten Fällen sogar nur flüchtig kannten.

Gemeinsam mit ihrem Partner Daniel Buchholz kommt sie zu der Überzeugung, dass es noch einen weiteren, quasi einen übergeordneten Täter geben muß, der alle anderen steuert. Aber wie? Und warum? Weiterlesen

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Koethi Zan: Nur das Böse, gelesen von Nina Petri u.a.

Man soll ja immer mit dem Positiven beginnen: Also, das Hörbuch ist toll anzuhören. Das liegt an den drei professionellen Sprechern, die aus der etwas verworrenen Geschichte wirklich das Beste herausholen.

Worum geht es? Julie ist eine Studentin mit einem normalen, erfolgreichen Leben. Bis sie eines Nachts direkt vom Bahnhof in einen Transporter geworfen wird und sich in einem Keller eingesperrt wiederfindet. Ihre Hoffnung, die Frau des Hauses, Cora, könnte ihre eine Hilfe sein, erweist sich recht schnell als Irrtum. Im Gegenteil empfindet Cora Julie eher als Bedrohung ihrer „Ehe“, vor allem als Julie schwanger wird. Zwischendurch taucht ein Ex-Polizist auf, der die Suche nach dem Entführer zu seinem Leben gemacht hat und nahe dran ist, daran zu zerbrechen und der Entführer verschwindet. Weiterlesen

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Laura Dave: Hello Sunshine

Da das Buch im Rahmen der „Hello Sunhsine“-Kampagne von Blanvalet als kostenloses eBook zur Verfügung gestellt wurde und im Zusammenhang mit einer Gewinnmöglichkeit steht, muss dieser Beitrag als #Werbung gekennzeichnet werden. Dies beeinflusst aber nicht die ehrliche Meinung zu dem rezensierten Buch.

Sunshine MacKenzie kann nicht kochen. Gar nicht. Trotzdem ist es ihr gelungen, mit einem Kochblog und dazugehörigen YouTube-Videos erfolgreich zu sein. So richtig erfolgreich. Das verdankt sie unter anderem ihrem Manager, sie ist sogar im Gespräch für eine eigene Kochsendung im regionalen Fernsehen. Leider, leider ist das Kochen aber nicht die einzige Lüge in Sunshines Leben. Und ausgerechnet an ihrem fünfunddreißigsten Geburtstag holt sie das alles ein. Mit Schwung. Und schlägt ihr ins Gesicht. Der Mann, den sie liebte, behauptet sie überhaupt nicht mehr zu kennen. Ihre Fans sind empört. Ihre Konkurrenten frohlocken. Ihre Freunde lassen sie fallen.

Es folgt eine Reise in die Vergangenheit, aber auch tief ins eigene ich. Sunshine zieht sich zurück, wohnt bei ihrer ungeliebten Schwester und bewirbt sich bei einem Spitzenkoch, um naja – kochen zu lernen. Natürlich hat er keine Ahnung, wer sie ist. Sie lernt, sich dem Leben ohne Lügen zu stellen, und das ist ein langer Weg. Weiterlesen

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Marion Meister: Julie Jewels 01: Perlenschein und Wahrheitszauber, gelesen von Nana Spier

Julie bekommt zu ihrem 16. Geburtstag von der ihr unbekannten Großmutter ein Kästchen zum Schmuckbasteln geschenkt. Ihre Mutter will ihr das Geschenk vorenthalten und schon bald findet Julie heraus, warum. Das Kästchen ist magisch, oder sie ist magisch, jedenfalls kann sie mit dem Inhalt Schmuck herstellen, der die Menschen verhext. Wenn Julie ihre Sternenohringe trägt, ist sie für die anderen ein Star, trägt sie ihr Armband, ist jeder gezwungen, ihr die Wahrheit zu sagen. Das klingt erstmal toll, aber birgt so eine Magie nicht auch Gefahren, wie ihre Mutter vehement behauptet? Vor allem dann, wenn man keine Anleitung hat und alles alleine herausfinden muß.

Eingebettet ist die Geschichte um den magischen Schmuck in Julies Geschichte, die sich um ihre beste Freundin Merle dreht, um ihren Sandkastenkumpel Ben und ihre große heimliche Liebe Noah. Kein Wunder, dass Julie da mit Magie etwas nachhelfen will und auch kein Wunder, dass das das eine oder andere Mal gründlich schiefgeht. Vielleicht hat ihre Mutter ja doch recht, die sich bewußt von der Magie abgewandt hat und Julie einfach nicht sagen will, warum. Weiterlesen

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Sabine Wery von Limont: Das geheime Leben der Seele

Die Hamburger Verhaltenstherapeutin Sabine Wery von Limont hat ein wirklich unterhaltsames Buch über die menschliche Seele geschrieben. Ja, das geht. Ich habe das Buch wirklich gern gelesen. Es beschäftigt sich damit, warum es ein Fehler ist, sich nur auf körperliches zu beschränken. Die Seele ist ein mächtiges Organ und in der Lage, den gesamten Körper zu beeinflussen, positiv wie negativ. Sie bestimmt nicht nur unsere Persönlichkeit, unsere Erinnerungen, unser Verhalten, sondern in der Tat sogar unsere körperliche Leistungsfähigkeit und unsere Heilgeschwindigkeit.

Die gute Nachricht ist: Was in der Kindheit versaut wurde, kann auch im Erwachsenenalter noch einigermaßen repariert werden. Die schlechte Nachricht ist: nicht so einfach. Bahnen, die in der Kindheit falsch angelegt wurden, z.B. durch Mißhandlung oder Vernachlässigung, können nur mit großer Anstrengung und sehr bewußt nachgebaut werden. Aber sie können. Weiterlesen

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Johann Scheerer: Wir sind dann wohl die Angehörigen

33 Tage lang war Jan Phillip Reemtsma in den Händen seiner Entführer. Seine Geschichte hat er in dem kleinen Band „Im Keller“ bereits erzählt. Zur Zeit seiner Entführung hatte Jan Phillip Reemtsma einen dreizehnjährigen Sohn: Johann. Dieser hat jetzt seine Geschichte der 33 Tage in einem Roman verarbeitet. Es begann an einem Morgen, als seine Mutter in sein Zimmer kam mit den Worten: „Jan Phillip ist entführt worden.“ Von da ab beginnen 33 Tage, die im Nachblick surrealistisch erscheinen. Die Wohnung wird verkabelt, Polizisten ziehen in das Haus mit Mutter und Sohn und werden beinahe zu Freunden.

Johann Scheerer erzählt von dem, was er empfunden hat. Von der Langeweile des Wartens, die durch nichts betäubt werden kann. Von der Angst und der Verzweiflung, die mit jeder gescheiterten Lösegeldübergabe wuchs. Von Fehlern wie eine falsch aufgebaute Kopie des Familienwagens, die ihn einfach nur wütend machten. Kontakte zu Schule oder Freunden waren in der Zeit kaum möglich, und wenn sie möglich waren, erwiesen sie sich als schwierig. Weiterlesen

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Fredrik Backman: Kleine Stadt der großen Träume, gelesen von Heikko Deutschmann

Ich liebe den melancholischen Stil von Fredrik Backman schon seit seinem ersten Buch. Hier ist er wieder in Höchstform, dazu kommt die nüchterne Stimme von Heikko Deutschmann, der dem Leser die Geschichte der Stadt Björnstad am Ende der Welt intensiv ins Ohr flüstert. Björnstad ist nur in einer Sache einigermaßen erfolgreich: im Eishockey. Die Mannschaft ist auf dem besten Weg, einen großen Sieg heimzubringen und das könnte viel bedeuten für die kleine Stadt im Nirgendwo. Ein neues Leistungszentrum für das ganze Land läge in greifbarer Näche, das würde Arbeitsplätze bedeuten, Ruhm und einfach Leben. Aber der Preis dafür könnte hoch sein.

Fredrik Backman bringt uns die einzelnen Charaktere sehr nahe, sie alle haben ein Schicksal, das mit dem Eishockey verbunden ist. Für die meisten bedeutet Eishockey Leben, Flucht, eine Hoffnung auf ein besseres Leben. Weiterlesen

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Daniel Suarez: Bios, gelesen von Uve Teschner

Noch ein Zukunftsroman, in dem die Menschheit alle Krankheit überwunden hat durch Gentechnik. Daniel Suarez beschäftigt sich mit der Frage, wie weit Gentechnik gehen kann und darf. In seiner Welt sind Designerbabys keine Frage mehr, sondern Realität. Aber was ist mit den vorher Geborenen. Sollten sie nicht auch teilhaben können. Und könnte man mit dieser Frage nicht kriminell viel Geld machen?

Kenneth Durand leitet im Jahre 2045 bei Interpol den Kampf gegen die Genkriminalität. Eines Tages findet er sich im Krankenhaus im Körper seines mächtigsten Gegners wieder. Weiterlesen

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Steve Hockensmith: Weiße Magie 03: direkt ins Schwarze

Wie konnte mir diese Reihe nur bislang entgehen? Sie ist witzig, voller lebhafter Protagonisten und Wendungen und macht an einem vereisten Samstagnachmittag einfach Spaß. Alanis McLachlan führt in einer amerikanischen Kleinstadt den Tarotladen ihrer verstorbenen Mutter weiter. Leider war ihre Mutter nicht der netteste Mensch auf Erden und Alanis ist ziemlich damit beschäftigt, an allen möglichen Stellen wieder gut zu machen, was diese angerichtet hat. Da taucht Biddle auf, ein Mann, der einmal ihr (schlechter) Vaterersatz war und den sie längst tot glaubte. Und plötzlich tauchen mehr und mehr Menschen auf, die ein bestimmtes Bild suchen, von dem Alanis nicht einmal wußte, dass es existierte. Schon bald säumen Leichen und Mörder ihren Weg und sie hat sehr viel zu tun, ihre kleine Schwester und sich selbst vor all dem zu beschützen. Und den Mörder zu finden. Und am Leben zu bleiben. Weiterlesen

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