Kerstin Ruhkieck: Was geschah mit Femke Star?

Anouk und Femke waren bis vor drei Jahren unzertrennliche beste Freundinnen. Dann geschah etwas, was die beiden unwiderruflich zerstritten hat. Jetzt bittet Femke Anouk um ein Treffen, aber dabei läuft alles schief und es endet damit, das Femke tot ist. In der Nacht verwandelt Anouk sich äußerlich in Femke und versucht in deren Leben herauszufinden, was in diesen drei Jahren geschehen ist.

Kerstin Ruhkieck hat mit Sicherheit kein „schönes“ Buch geschrieben, aber ein überzeugendes. Sie selber – oder der Verlag – warnt bereits vorab, dass es sich um ein Buch handelt, dass bei Betroffenen Triggerwirkung haben kann. Veröffentlicht ist es als Jugendthriller, aber es kann auch Erwachsene überzeugen. Ich bin ja aus dem Alter der Schulzeit schon eine ganze Weile raus, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass mich ein Buch negativ beeinflusst hätte, aber in Zeiten, in denen Schüler von Social-Media-Mobbing in den Selbstmord getrieben werden, bin ich etwas vorsichtig damit, es für Jugendliche uneingeschränkt zu empfehlen. Weiterlesen

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Tana French: Der dunkle Garten

Es beginnt alles mit einem nächtlichen Überfall, der Tobys Leben für immer verändert. Eine Kopfverletzung macht ihn schwach und anfällig, aber vor allem kann er sich nicht mehr auf seine Erinnerungen verlassen. Gerade noch 28, verliebt, erfolgreich im Beruf, traut er sich jetzt kaum noch hinaus. Er zieht sich in das Haus seiner Kindheit zurück, in dem sein Onkel gerade eine Krebsdiagnose  bekommen hat und Betreuung braucht. An einem sonnigen Nachmittag zieht Tobys kleiner Neffe einen Schädel aus einem hohlen Baum und damit beginnt eine Reise in die Vergangenheit, die für Toby um so schwieriger ist, weil er eben seinen Erinnerungen nicht trauen kann. Er kann doch nicht der Mörder sein, oder etwa doch?

Tana French zieht den Leser mit hinein, in diese am Anfang so einfach und liebevoll erscheinende und dann plötzlich doch so komplizierte und grausame Familiengeschichte. Hier versucht jeder, jeden zu beschützen, aber wer kennt denn die Wahrheit? Der Tote ist bereits seit mehreren Jahren tot, ein Mitschüler der Geschwister, beliebt, aber in seinen letzten Monaten war er irgendwie seltsam. Und dann soll er sich umgebracht haben, aber die Leiche wurde nie gefunden – bis jetzt. Was hat er in dem Garten zu suchen gehabt, wo doch jeder glaubte, er habe sich weit entfernt ins Meer gestürzt? Und recht bald ist klar, dass er sich nicht selbst umgebracht haben kann. Wie kam die Leiche in den Familiengarten? Weiterlesen

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Marissa Meyer: Renegades 01: Gefährlicher Freund

Mit den Luna-Chroniken hat Marissa Meyer eine tolle Reihe vorgelegt, die auf Märchen basierte und die mich von Anfang bis Ende begeistert hat. Leider war sie irgendwann zu Ende. Mit „Renegades – gefährlicher Freund“ führt sie uns jetzt in eine Welt, die genauso spannend zu werden verspricht.

In Gatlon-City regieren die Renegades, Menschen mit Superkräften,die den Rest der Stadt beschützen sollen (laut der Autorin selbst sind Vergleiche mit Gotham-City durchaus legitim). Nur klappt das mit dem Beschützen eher mäßig, wie Nova als Kind schmerzlich erfahren musste. Als ihre Familie getötet wurde, hat sie bis zum Schluß auf die Renegades gehofft, aber es kam niemand. Deswegen schloss sie sich mit wachsender Überzeugung den Anarchisten an, einer Untergrundbewegung. Jetzt ist sie fast erwachsen und soll ihre Kräfte nutzen, um sich bei den Renegades einzuschleichen und zu kundschaften. Dabei verliebt sie sich ausgerechnet in den Renegade-Kommandanten Adrian, was die Sache verkompliziert. Und es macht es auch nicht einfacher, dass dieser ebenfalls ein Geheimnis hat, das es um jeden Preis zu wahren gilt. Weiterlesen

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Robert Galbraith: Weißer Tod

Niemand könnte annehmen, dass ausgerechnet Billy irgendwelche Verbindungen in höchste britische Kreise hat. Völlig verwirrt taucht er in Cormoran Strikes Büro auf und erzählt unzusammenhängend von einer Kindstötung. Dann verschwindet er und hinterlässt einen Cormoran, dem die Sache einfach keine Ruhe lässt.

Zeitgleich schlägt Strike seine plötzliche Berühmtheit auf das Geschäft, plötzlich ist er kein Unbekannter mehr, der sich unerkannt und ungesehen in allen Kreisen bewegen kann. Auch Robin ist beileibe keine Unbekannte mehr, aber sie ist einfach besser beim Verkleiden. Die kleine Agentur ist inzwischen so berühmt, dass ein Mitglied des Parlamentes um Hilfe bittet – er wird erpresst. Robin ermittelt gegen den erbitterten Widerstand ihres gerade angetrauten Ehemannes als Bürokraft und allmählich schließt sich der Kreis zu Billy, denn dessen Familie ist einer der – früher hätte man Pächter gesagt – naja, „Nachbarn“ des Erpressten.

Der Krimiteil ist gut aufgebaut und auch spannend, zeigt genau die richtige Menge Politik und genügend mögliche Täter, um den Leser bei der Stange zu halten. Was mir aber mit Abstand am Besten gefallen hat, ist dieses Herumtänzeln von Strike und Robin. Weiterlesen

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Monika Peetz: Das Herz der Zeit 01: Die unsichtbare Stadt

Lena spielt Handball. Weil sie von ihren Eltern wenig mehr als ein Foto hat und darauf trägt ihr Vater ein Handballtrikot. Vielleicht, oder doch bestimmt, hat sie sich deswegen für diesen Sport und diesen Verein entschieden. Lena lebt mit zwei kleineren Cousinen bei ihrer Tante Sonja, die sich genau an dem Tag verlobte, als Lenas Eltern bei einem Autounfall umkamen. Die Ehe ist längst gescheitert, die Tante frustriert und die Übrigbleibsel von Lenas Eltern sind seit 12 Jahren eingelagert in der Geschäftsidee der Tante: der Citybox. Bis Lena sie eines Tages findet und bei ihnen eine geheimnisvolle Uhr, deren Funktionsweise nicht mal ihre beste Freundin Bobbie enträtseln kann, dabei kann die sonst alle Rätsel lösen.

Und seit sie die Uhr gefunden hat, taucht immer wieder ein geheimnisvoller, weißhaariger Junge in ihren Leben auf. Lena hat nur einen Hinweis: den Kaufbeleg, der beweist, dass ihre Mutter diese Uhr 8 Jahre zuvor in einem Uhrengeschäft gekauft hat, das laut Google mitten im Nirgendwo liegt. Lena macht sich auf den Weg und findet die unsichtbare Stadt, die noch viel mehr Geheimnisse verbirgt, als sie sich jemals vorstellen konnte. Unter anderem leben dort nur Zeitreisende, die damit beschäftigt sind, das Leben von Menschen zu verbessern, die das Schicksal gar zu hart getroffen hat. So wie sie, findet Lena. Aber Zeitreisen ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Weiterlesen

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David Safier: Die Ballade von Max und Amelie, gelesen von J. Ahlborn & V. Karun

Eine Warnung für alle Puristen vorweg: ja, die Hunde werden vermenschlicht. Das ist so bei Fabeln, auch bei längeren. Alle, die sich darauf einlassen können, erwartet eine wunderschöne Geschichte über die Ewigkeit der Liebe.

Das Leben kann grausam sein, wer wüsste das besser als die einäugige Hündin Narbe, die auf einer Müllkippe lebt und auch dort aufgewachsen ist. Sie hat ihre Geschwister sterben sehen, hat Kämpfe verloren und wurde von ihrer Familie ausgestoßen. Aber sie lebt. Eines Tages verirrt sich der Rüde Max auf Narbes Müllkippe. Er ist so ganz anders als die Hunde, die sie kennt. Er lässt sich von Menschenkindern beinahe töten, anstatt sie einfach anzugreifen. Er ist schwach? Narbe beschließt, ihm zu helfen und gemeinsam machen sie sich auf den Weg zurück zu Max zuhause, dass er irgendwie verloren hat.

Die beiden so unterschiedlichen Hunde lassen sich aufeinander ein, erkennen Schwächen als Stärken. Aber irgendetwas ist seltsam. Weiterlesen

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Frank Goldammer: Roter Rabe

Dresden im Jahr 1951. Oberkommissar Max Heller lebt mit seiner Frau Karin und der kleinen Pflegetochter Anni im immer noch teilweise zerstörten Dresden. Die Polizei arbeitet wieder als Polizei, aber so richtig unabhängig fühlt sich Heller nicht. Hängt doch viel von den neuen Herren ab, denen er sich so gar nicht anschließen möchte, wie er das auch in der Nazizeit schon nicht getan hat. Er hat das Gefühl, das manche Ermittlungsarbeit politischem Kalkül zum Opfer fällt. Gerade aus einem unerwartet genehmigten Ostseeurlaub zurück, erhält seine Frau Karin ebenso unerwartet die Erlaubnis, den in Köln lebenden Sohn zu besuchen. Aber nur sie. Max bleibt mit Pflegetochter Anni zurück. Und ausgerecht zu der Zeit, kommt ein neuer zeitfressender Fall auf ihn zu. Zwei der Spionage verdächtige Männer sterben in der Haft. Es sieht nach Selbstmord aus, aber die beiden waren doch Zeugen Jehovas? Kann es sein, dass gläubige Menschen den Freitod wählen? Heller ermittelt und plötzlich kommen immer mehr mysteriöse Tote dazu. Hier ein Schlaganfall, da ein seltsamer Unfall, was geht hier vor. In der Stadt geht das Gerücht um, ein „Amerikaner“ würde in Dresden spionieren, um den letzten Schlag vorzubereiten, vielleicht sogar die Atombombe, die 1945 Deutschland nicht mehr traf? Weiterlesen

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Lars Simon: Lennart Malmkvist und der überraschend perfide Plan des Olav Tryggvason

Der letzte Band hatte ja einen wirklich gemeinen Cliffhanger. Denn der sprechende Mops Bölthorn lag so gut wie tot zu Füssen von Lennart und alles schien verloren. Aber zu Beginn des dritten Bandes gibt es wieder Hoffnung: Noch ist Zeit, wie ein herunterzählender Timer auf Böthorns Fell behauptet. Da gibt es den geheimnisvollen Kapitän Darraben, dessen Schiff die Macht haben soll, jedweden zu heilen, der einen Tag auf dem Schiff verbringt. Dumm nur, dass das Schiff nicht mehr existiert. Aber die orakelnde Keksdose kann helfen: die Statue des „Muschelmanns“ muß zum Leben erweckt werden, alsdann ist nicht das ganze Schiff, sondern lediglich ein bestimmter der Masten für das Wunder erforderlich, der muss gefunden werden und dann wird alles gut. Aber das alles bitte, bevor der Fell-Countdown abläuft.

Der Kapitän erweist sich als wild fluchender und saufender Seeräuber, dem seine Zeit als Statue gehörig auf den Keks gefallen ist. Der Mast ist inzwischen auf einem Wohn-Schiff verbaut, auf dem sich ausgerechnet Lennarts Eltern befinden Weiterlesen

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Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 13: Eiskalt erwischt!

Greg ist ja außer einem Faulpelz auch noch eine Frostbeule. Deswegen kommt es ihm ganz gelegen, dass es noch warm ist, obwohl der Winter längst begonnen haben müsste, Klimawandel hin oder her. Nur dass seine Schule mit der Situation gar nicht umgehen kann und alle Heizungen so hoch eingestellt sind, dass man sich vorkommt wie in einer Sauna ist unangenehm.  Aber dann kommt der Winter doch noch mit aller Kraft und anstatt gemütlich vor dem Fernseher zu liegen, scheucht Gregs erziehungskorrekte Mutter ihn raus zum Spielen. Im Laufe des Buches lernen wir beinahe die gesamte Nachbarschaft kennen, was ziemlich lustig ist. Da gibt es Anfang und Ende von Gregs steiler Straße und natürlich ist man sich nicht gewogen. Da werden Forts gebaut und Schneebälle mit taktischer Feinheit weiterentwickelt und alles ist ein Riesenspaß, schließlich hat die ganze Stadt schulfrei. Weiterlesen

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Celeste Ng: Kleine Feuer überall, gelesen von Britta Steffenhagen

Elena Richardson führt ein Vorzeigeleben in dem Vorzeigevorort Shaker Heights bei Cleveland. Wohlgeratene Kinder, ein Mann, der Rechtsanwalt ist einzig die jüngste Tochter Isabel (Izzy) ist ein wenig aufmüpfig, aber das wird sich schon noch geben. Elena schreibt journalistische Artikel für das Lokalblatt, sie erbt das Haus ihrer Eltern und möchte es nicht aufgeben. Also vermietet sie es. Ausgerechnet an Mia, freischaffende Fotografin, künstlerischer Freigeist. Mia zieht dort mit ihrer Tochter Pearl ein, die die Jahre des Umherziehens satt hat. Elena bietet Mia eine Stelle als Putzhilfe an, und so kommen die beiden Familien sich näher, als sie es sonst je gekommen wären. Mia geht bei den Richardsons ein und aus und wird bald zu einer Vertrauten der Kinder, besonders Izzy fühlt sich zu der so ganz anderen Frau hingezogen.

Elena ist eifersüchtig, dann kommt hinzu, dass Mia sich für eine Kollegin einsetzt, die in einer Stunde der Not ihr neugeborenes Baby verlassen hat. Ausgerechnet Elenas Freundin Linda hat das Baby nach langer Wartezeit und frustrierenden Versuchen, ein eigenes Kind zu bekommen, zur Adoption bekommen. Jetzt ist Mias Kollegin wieder bei klarem Verstand und möchte ihr Baby zurück. Linda ist verzweifelt und Fronten öffnen sich. Weiterlesen

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