Antoine Laurain: Die Melodie meines Lebens

Da schickt eine Band ein Demo-Tape an eine Plattenfirma, und 33 Jahre später kommt die Antwort. Bei der Post war der Brief hinter ein Regal gefallen. Erst als die Filiale renoviert wurde, konnte das Schreiben zugestellt werden. An Alain, eines der Bandmitglieder, der inzwischen Arzt ist..

Antoine Laurain schickt in „Die Melodie meines Herzens“ Alain auf die Suche nach den Musikerkumpel. Einer ist nach Thailand ausgewandert, ein anderer ein größenwahnsinniger Faschist im politischen Vollrausch, der dritte ein überheblicher Künstler. Nur die Sängerin bleibt zunächst verschollen.

Laurain, dessen Figuren in seinen früheren Romanen immer so wunderbar altmodisch und aus der Zeit gefallen waren, geht auf eine Spurensuche des Lebens und setzt ein Mosaik aus Einzelgeschichten zusammen. Weiterlesen

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Gerhard Falkner: Romeo oder Julia

Im vergangenen Jahr war Gerhard Falkner mit seinem Roman „Apollokalypse“ für den Deutschen Buchpreis nominiert. In diesem Jahr steht der 66-jährige Autor mit „Romeo oder Julia“ wieder auf der Shortlist des begehrtesten Buchpreises in Deutschland, der am Montag in Frankfurt vergeben wird.

„Romeo oder Julia“ ist jedoch mehr eine Erzählung als ein Roman. – Zwar 267 Seiten dick, aber mehr ein Stationen-Prosastück. Zum Schluss überrascht Falkner dann mit einer Kriminalhandlung. Da hat das Buch dann Spannung, und Motive aus den vorherigen drei Kapiteln puzzeln sich logisch zu einem Liebesdrama zusammen. Weiterlesen

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Orhan Pamuk: Die rothaarige Frau

Viele Bücher hat Orhan Pamuk nicht geschrieben, seit er 2006 den Literatur-Nobelpreis bekommen hat. Und wenn, waren es Romane, in denen er sich mit seiner Geburtsstadt Istanbul auseinandergesetzt hat. Die ist auch im neuen Roman des 65-Jährigen Schauplatz, allerdings könnte diese Geschichte überall in der Türkei spielen.

Pamuk bleibt seiner literarischen Farbe Rot (aus dem Opus „Rot ist mein Name“) treu: In „Die rothaarige Frau“ erzählt er die Geschichte des Jungen Cem und begleitet ihn über mehr als 40 Jahre. Cems Vater, ein Apotheker in einem Vorort von Istanbul, hat die Familie verlassen. Ein Brunnenbauer, bei dem Cem als Jugendlicher arbeitet, wird zu seinem Ersatzvater.

In einem Theater lernt er als 16-Jähriger die rothaarige Frau kennen und verliebt sich in sie. Als ein Unglück im Brunnen geschieht, Weiterlesen

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Gaby Hauptmann: Scheidung nie – nur Mord!

Nach außen führt Tina ein Luxusleben: Ihr Mann Stefan verdient offenbar gut, er leitet mit seiner Schwester die eigene Firma. Die Tochter ist gut geraten und studiert, der Hund ein liebenswerter Kumpel. Aber Stefan hat einen teuflischen Plan: Er will Tina loswerden. Nicht per Scheidung, sondern für immer.

Bestseller-Autorin Gaby Hauptmann erzählt das Familiendrama in ihrem neuen Roman „Scheidung nie – nur Mord!“ amüsant. Und am Schluss auch richtig spannend. Stefans Firma schlingert knapp an der Pleite vorbei – was er vor seiner Frau und Schwester bislang gut verbergen konnte und gerne mit Geld um sich wirft, seiner Frau allerdings das Haushaltsgeld vorrechnet. Weiterlesen

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Henning Mankell: Der Sandmaler

Knapp zwei Jahre nach dem Tod von Henning Mankell ist nun der erste Afrika-Roman des schwedischen Bestseller-Autors erschienen. Es ist der zweite Roman überhaupt, den Mankell geschrieben hat. – Eine Entdeckung.

26 Jahre jung war Mankell als er 1974, lange vor den Wallander-Romanen, „Der Sandmaler“ geschrieben hat. Zwei Jahre zuvor war er zum ersten Mal nach Afrika gereist. Der Kontinent hat den Autor auch als Schriftsteller nie mehr losgelassen und immer fasziniert.

Man spürt in diesem frühen Werk schon Mankells große Erzählkraft, die später die Wallander-Krimis zu Bestsellern gemacht hat. Weiterlesen

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Elena Ferrante: Die Geschichte der getrennten Wege

Über zwei Jahrzehnte hinweg dürfen die Leser von Elena Ferrantes Neapel-Tetralogie nun schon das Leben der Freundinnen Lila und Elena begleiten. Aus den Kindern sind im dritten Band der italienischen Autorin, die unter einem Psydonym schreibt, junge Mütter geworden. Und gute Bekannte der Leser.

Elena und Lila, beide Jahrgang 1944, sind in „Die Geschichte der getrennten Wege“ Mitte 20 und haben sich aus den Augen verloren. Immer mehr entwickeln sich die jungen Frauen auseinander: Elena, die Ich-Erzählerin, ist auf dem Weg, eine erfolgreiche Schriftstellerin zu werden. Sie hat ihren ersten Roman veröffentlicht, Lila hingegen lebt ihr Leben wie in einem Roman. Weiterlesen

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Andrea Camilleri: Berühre mich nicht

Eine junge Frau ist verschwunden. Freiwillig, ist sie entführt worden oder Opfer eines Verbrechens geworden? Was sich nach einem neuen Fall von Antonio Camilleris Kommissar Montalbano anhört, ist aber kein Krimi, sondern ein psychologischer Kurzroman. „Berühre mich nicht“ heißt das neue Buch des italienischen Bestseller-Autors, und dieser Titel ist einem Fresco von Angelico entlehnt, das die Szene zwischen Maria Magdalena und Jesus kurz nach der Auferstehung zeigt. „Berühre mich nicht“, soll Jesus da gesagt haben.

Die 35-jährige Laura, die Heldin von Camilleris Roman, hat über diese Fresken promoviert, ist aber nun Schriftstellerin und lebt mit dem 34 Jahre älteren Autor Mattia zusammen. – Bis sie plötzlich aus Florenz verschwindet. Weiterlesen

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Leonie Swann: Gray

Gray ist ein vorlauter Vogel: ein Graupapagei, der den Schnabel nicht halten kann, aber mit seinem neuen Besitzer, Dr. Augustus Huff, nicht nur Erdnüsse, sondern eine ganz harte Nuss knackt. Sieben Jahre nach ihrem zweiten Schafkrimi „Garou“ und zwölf Jahre nach dem Bestseller-Erstling mit den blökenden Ermittlern, „Glennkill“, greift die Münchner Autorin Leonie Swann das Motiv eines tierisches Ermittlers wieder auf. Und „Gray“ hat das Zeug, ein Kommissar für eine lange Serie zu werden.

Beim Studenten Elliot hatte der Vogel ein beschauliches Leben und – wie sich später herausstellt – an einigen Tagen auch einen Tiersitter. Nicht nur bei dem hat er allerlei Wörter und Sprüche aufgeschnappt, die später für Augustus Huff hilfreich sind. Weiterlesen

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Donna Leon: Stille Wasser

Nach 26 Kriminalfällen in 25 Jahren gönnt Bestsellerautorin Donna Leon Guido Brunetti eine Auszeit. Im 26. Krimi, „Stille Wasser“ will der venezianische Kommissar auf der Laguneninsel Sant‘ Erasmo entspannen – allein unter Fischern und in der Natur. Nur das Sterben von Bienen beschäftigt den Ermittler.

Keine Sorge: Brunetti ist nicht krank oder altersschwach. Den Herzanfall täuscht er zu Beginn der Geschichte nur vor, um zu verhindern, dass sein Kollege einem Verdächtigen beim Verhör an die Gurgel springt. Aber dann findet der Kommissar Gefallen daran, sich von den Ärzten im Hospital ein Schonprogramm verordnen zu lassen und zieht auf das verlassene Landgut eines Verwandten seiner Ehefrau Paola. Weiterlesen

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Camille Aubray: Monsieur Picasso und der Sommer der französischen Köstlichkeiten

Für mich ist der Roman „Monsieur Picasso und der Sommer der französischen Köstlichkeiten“ schon jetzt das schönste Buch des Jahres. Der Amerikanerin Camille Aubray ist ein zauberhaftes Porträt einer französischen Familie gelungen, das den Duft der Provence verströmt und eine fiktive Episode aus dem Leben des spanischen Malers erzählt. Der hatte sich im Mai 1936 in ein provenzalisches Dorf zurückgezogen. Die junge Gastwirttochter Ondile hat ihn bekocht und ihm auch Modell gesessen. Picasso dankte mit einem Porträt des Mädchens, und dieses Bild rettet später Ondiles Enkelin Celine die Existenz.

Fast 80 Jahre später macht sich die junge Amerikanerin in der Heimat ihrer Großmutter auf die Suche nach dem Bild, und erfährt am Schluss, dass sie Picassos Enkelin ist. Weiterlesen

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